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Hangover-News, 29. August 2016

Eine quasi unbesuchte Identitären-Kundgebung, ein abgesagtes Nuke-Festival und was ihr sonst am Wochenende noch verpasst habt. Willkommen bei den Hangover-News.

von VICE Staff
29 August 2016, 7:15am

Mitglieder der rechtsextremen Identitären, die auf das Brandenburger Tor klettern, ein Roboter-Baby, das Teenager-Schwangerschaften verhindern soll, jedoch genau das Gegenteil bewirkt, ein abgesagtes Nuke-Festival und noch mehr Dinge, die ihr am Wochenende verpasst habt. Willkommen bei den Hangover-News.

Bei der Identitären-Kundgebung in Wien blieben die Besucher aus

Am Sonntagnachmittag hielt die rechtsextreme Identitäre Bewegung eine Anti-Erdoğan-Kundgebung nahe der Zentrale der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) ab—eine Kundgebung direkt vor der Zentrale wurde von der Polizei nicht genehmigt. Bei der Kundgebung waren etwa 70 Personen vor Ort, 25 davon waren Pressevertreter. Die mangelnde Teilnahme wurde von den Rechtsextremen vor Ort mit dem gleichzeitig stattfindenden Rapid-Match erklärt. Nach nur 45 Minuten war die Kundgebung vorbei. Laut Polizei kam es zu keinen Zwischenfällen.

Das Nuke-Festival wurde abgesagt

Die Veranstalter des Nuke, das kommendes Wochenende in Graz hätte stattfinden sollen, haben am Samstag via Facebook bekannt gegeben, dass das Festival abgesagt wurde. Grund dafür soll ein schleppender Kartenverkauf sein, was die Zuständigen in ihrem Statement mit "Die Festivalsaison steht heuer vielerorts unter keinem guten Stern und der Sommer 2016 war aus Veranstaltersicht ein harter, davon wurden auch wir nicht ausgelassen" zu umschreiben versuchen. Bereits gekaufte Tickets können zurückgegeben werden.

Die Mehrheit der Schweizer wünscht sich ein Burkaverbot

Foto: Wikimedia | Public Domain | Afghani women wait outside a USAID-supported health care clinic.

Eine repräsentative Umfrage von SonntagsZeitung und Le Matin Dimanchezeigt, dass in der Schweiz eine klare Mehrheit für ein Burkaverbot ist, wie es derzeit von einer Initiative aus SVP-Kreisen gefordert wird. Rund 71 Prozent der Befragten sprechen sich für eine bundesweite Ausdehnung des Verbots aus, das bereits seit Juli im Kanton Tessin in Kraft ist. Dort bekommt ein gesamtschweizerisches Verbot sogar bei 85 Prozent Rückhalt.

Gemäss Le Matin Dimanche sind 55 Prozent für ein klares "Ja", während 16 Prozent "eher Ja" sagen würden—Männer und Frauen sowie die deutsch- und französischsprachige Schweiz haben ähnliche Zustimmungswerte. Am deutlichsten sprechen sich laut SonntagsZeitung SVP-Anhänger mit rund 96 Prozent für ein Verbot aus. Klar dagegen sind einzig Anhänger der Grünen. Bloss 3 Prozent aller Befragten zeigten sich unentschlossen.

Zwei Männer überfallen einen Juwelier und ihr Flucht-Twingo springt nicht an

Am Samstag haben zwei maskierte und mit Beil und Pistole bewaffnete Männer einen Juwelier am Berliner Kurfürstendamm überfallen. Die Männer haben die Angestellten mit ihren Waffen bedroht und einige Rolex-Uhren aus der Auslage erbeutet. Einer der Angestellten erlitt einen Schock, ein anderer trug eine leichte Schnittwunde im Nacken davon.

Die anschließende Flucht verlief jedoch nicht ganz nach Plan: Die beiden Männer sind in ihr Fluchtauto, einen türkisen Renault Twingo, gestiegen, der jedoch auch nach mehrmaligem Versuchen nicht anspringen wollte. Also mussten die Täter zu Fuß flüchten—was sie nach dem aktuellem Stand auch geschafft haben dürften, denn sie wurden noch nicht geschnappt. Ein Spürhund konnte zwar dank der Spuren im zurückgelassenen Auto die Fährte der beiden Männer aufnehmen, sie verlief sich jedoch bei der S-Bahn-Station Savignyplatz.

Mitglieder der rechtsextremen Identitären klettern auf das Brandenburger Tor

Am Samstag sind zwölf Mitglieder der sogenannten Identitären, die unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen, mithilfe von Leitern auf das Brandenburger Tor geklettert und haben ein Transparent mit der Aufschrift "Sichere Grenzen—sichere Zukunft" entrollt. Außerdem sollen die Männer Rauchfackeln entzündet haben. Um überhaupt erst auf das Brandenburger Tor zu gelangen, sollen die Mitglieder der rechtsextremen Bewegung einen Sicherheitsmitarbeiter eines Seitenbaus ausgesperrt haben, über das sie schließlich auf das Tor geklettert sind.

Die Männer wurden von der Polizei dazu aufgefordert, das Tor zu räumen und wegen Hausfriedensbruchs, Nötigung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz angezeigt. Passanten sollen Sprechchöre wie "Nazis raus!" skandiert haben. Berlins Bürgermeister Michael Müller verurteilt die Aktion: "Es ist schlicht widerlich, wie Demokratiefeinde mit solchen Aktionen versuchen, sich dieses Symbol anzueignen, das inzwischen für ein demokratisches, friedliches und weltoffenes Deutschland steht", heißt es in einer Mitteilung.

Dass Mitglieder der sogenannten Identitären auf Bauwerke klettern, um ihre Parolen zu verbreiten, ist übrigens nichts Neues. Erst im April diesen Jahres sind Mitglieder auf das Wiener Burgtheater geklettert, wo an diesem Tag das Stück "Die Schutzbefohlenen" ausgeführt wurde.

Die Puppe, die Teenager-Schwangerschaften vorbeugen soll, feuert sie eigentlich an

Laut dem Wall Street Journal haben Australische Forscher herausgefunden, dass der Baby-Roboter, der junge Frauen davon abhalten soll, nach ein paar gemeinsam verbrachten Tagen, in denen sie die Pflichten im Leben einer jungen Mutter kennengelernt haben, schwanger zu werden, genau das Gegenteil bewirkt. Die Studie hat ergeben, dass junge Frauen, die Zeit mit einer solchen lebensechten Puppe verbracht haben, eher dazu neigen, früher schwanger zu werden als solche, die nicht in Berührung mit einer dieser Puppen gekommen sind.

Die Puppen, die sich in etwa wie sechs Wochen alte Kinder verhalten (zumindest was die grundlegenden körperlichen Bedürfnisse angeht) weinen, wenn sie Hunger haben, die Windel voll ist, oder sie Bäuerchen machen müssen. Die Roboter-Babys werden aktuell zur Aufklärung in Schulen und Kirchen in knapp 90 Ländern eingesetzt.

In Burkina Faso wurde ein Schönheitswettbewerb für große Ärsche verboten

Beim "Miss Bim Bim"-Wettbewerb in Burkina Faso treten regelmäßig Frauen mit großen Hinterteilen gegeneinander an. Nun hat die Regierung den Wettbewerb verboten—mit der Begründung, der Wettbewerb sei sexistisch. Zuvor hatte ein Wettbewerb-Flyer online für Aufsehen gesorgt, wie The Guardian berichtet. Ministerin Laure Zongo, die den dringenden Handlungsbedarf nach der Kritik, die dem Wettbewerb im Netz entgegen gebracht wurde, erkannt hatte, gab in einem Statement bekannt, dass es ihre Aufgabe als Regierung sei, Frauen zu schützen. Laut dem Organisator des Contests soll der "Miss Bim Bim"-Wettbewerb ein positives, diverses Frauenbild promoten.