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Neuwahl

Wer ist Ingrid Felipe, die neue Bundessprecherin der Grünen?

Eva Glawischnig hat ihren Rücktritt als Bundesparteivorsitzende bekannt gegeben. Ihre 38-jährige Stellvertreterin Ingrid Felipe folgt als Bundessprecherin nach – und steht vor allem für eine basisnahe, ökologische Politik.

von Paul Donnerbauer
18 Mai 2017, 9:43am

Titelfoto via Facebook

Eva Glawischnig hat ihren Rücktritt als Parteivorsitzende der Grünen bekannt gegeben und wird damit auch nicht als Spitzenkandidatin bei den Nationalratswahlen am 15. Oktober 2017 antreten. Ihre Nachfolge als Bundessprecherin tritt ihre bisherige Stellvertreterin Ingrid Felipe an. Felipe wurde zuvor bereits als mögliche neue Spitzenkandidatin gehandelt, wie Der Standard bereits 2016 berichtete – diese Position wird jedoch Ulrike Lunacek erfüllen.

Dass die Grünen noch vor dem offiziellen Wahlkampfbeginn für die im Herbst anstehenden Nationalratswahlen einen Führungswechsel vornehmen, ist strategisch sicher ein kluger Schachzug. Denn in zuletzt veröffentlichten Umfragen kommen die Grünen gerade einmal auf 10 Prozent – und Eva Glawischnig gilt als unbeliebteste Politikerin Österreichs.

Bisher hat man von Ingrid Felipe allerdings wenig gehört. Was erwartet uns also mit der 38-jährigen Tirolerin als neue Grünen-Sprecherin?

Felipe selbst sagte 2016 im Interview mit dem Standard: "Eva ist eher rational, ich bin extravertierter und übermütig." Die aus der Nähe von Innsbruck stammende Politikerin und alleinerziehende Mutter eines 14-jährigen Sohnes – aus einer mittlerweile geschiedenen Ehe mit einem Mann aus der Dominikanischen Republik – gilt als basisnahe und ideologisch flexibel. Seit Mai 2013 ist sie 2. Landeshauptmann-Stellvertreterin in Tirol und seit Februar 2016 stellvertretende Bundesparteivorsitzende der Grünen.

"Meine Obergrenze ist die Menschlichkeit."

Felipe setzt sich vor allem für Umweltthemen ein, spricht sich für ein Wahlrecht von Nicht-Staatsbürgerinnen und -Staatsbürgern aus und ist eine überzeugte Gegnerin von TTIP und dem Burkaverbot.

In der Flüchtlingspolitik vertritt sie eine klare Meinung: "Meine Obergrenze ist die Menschlichkeit", sagt Felipe. Gegen Leid würden keine Zäune helfen und statt einem Aufnahmestop für Flüchtlinge bräuchte es einen Stop der Ausbeutung von Mensch und Natur.

Von Politikbeobachtern wird Ingrid Felipe dem bürgerlichen Parteiflügel zugeschrieben. Eine radikale Veränderung der Grünen wird es also auch mit ihr nicht geben.

Dass die 38-Jährige aber durchaus auch parteiintern umstrittene Positionen öffentlich vertritt, hat sie 2015 mit ihren Solidaritätsbekundungen für die OXI-Bewegung im griechischen Referendum und den ehemaligen griechischen Finanzminister Yannis Varoufakis bewiesen.

In der Innenpolitik will Ingrid Felipe vor allem "gestalten und verändern". Politik sei dafür gewählt "Verantwortung zu übernehmen". Ein Leitsatz, den die mögliche neue Parteichefin noch im Februar getwittert hat: "Never forget: Practize what you preach."

Paul auf Twitter: @gewitterland

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