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Sex

Ich habe mir Sex-Ratschläge bei meinem Lieblings-Pornostar geholt

"Du bist neugierig, wie sich Beethovens 5. anfühlt, wenn du dir einen Lautsprecher in den Arsch steckst? Probier's einfach aus!"

von Helen Meriel Thomas
02 Oktober 2019, 10:41am

Bild von Michael Vegas' Instagram

Michael Vegas leckt wie ein Mädchen. Als queere Frau meine ich das als großes Kompliment. Über die Arbeit des 35-Jährigen bin ich zum ersten Mal auf Bellesa gestoßen, einer kostenlosen Pornoseite für Frauen. Mit seinem blonden Lockenschopf fiel er mir sofort auf. Michael Vegas sieht für einen Mainstream-Pornodarsteller nicht nur ungewohnt heiß aus, sondern in den Szenen auch noch gleichermaßen energiegeladen und gefühlvoll. Und wie gesagt, Michael Vegas leckt Muschis wie ein Weltmeister.

Irgendwann wollte ich für meine Pornos auch mal Geld ausgeben und habe mir einen Brazzers-Account zugelegt. Umso mehr freute ich mich, als ich zwischen den zahlreichen Entführungs- und Stiefmutterszenarien noch mehr Michael Vegas fand. In den Brazzers-Videos war er etwas grober, noch lustiger und gab bei seinen kurzen Schauspieleinlagen wirklich alles. Am liebsten schaute ich MMF-Dreier mit ihm, weil er keine Berührungsängste mit anderen Schwänzen hat. Schließlich stieß ich noch auf seine eigene Seite, PegHim, wo er sich, wie der Name schon sagt, von Frauen penetrieren lässt.

Eigentlich ist es immer eine schlechte Idee, seine Helden zu interviewen. Aber gilt das auch, wenn du mal gesehen hast, wie dein Held anal gefistet wurde? Ich musste es herausfinden.


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VICE: Wie bist du zu deinem Spitznamen "Pig Daddy" gekommen?
Michael Vegas: Ich bin ein Power Switch – also jemand, der passiv und aktiv sein kann, aber immer die Kontrolle hat. Ich liebe Analsex. Und wenn du als Power Bottom richtig auf Anal und generell versauten Sex stehst, giltst du in der BDSM-Szene als "Pig", insbesondere in der schwulen BDSM-Szene. Es ist also eine Art Hommage an die schwulen Fisting-Pornos, die mich bei PegHim inspiriert haben. Im Heterobereich gibt es so etwas nämlich nicht. Ich bin außerdem der "Daddy" für meine "Kleine", meine Partnerin und Freundin Siouxsie Q. "Pig Daddy" war unsere gemeinsame Erfindung.

Du machst vor allem Heteropornos, aber hast auch viele schwule Fans. Wie kommt das?
Ich habe ursprünglich mit schwulen Pornos angefangen. Die meisten meiner Fans damals waren schwule Männer und hetero- oder bisexuelle Frauen. Dann habe ich im Heterobereich angefangen, der sehr homophob sein kann. Ich habe diese Seite von mir versteckt, bis alles rauskam. Dann habe ich sie wieder mit offenen Armen empfangen.

Pegging ist so etwas wie deine Pornospezialität. Spielst du in deinen Filmen gerne mit Geschlechterrollen?
Absolut. Ich wurde schon so oft "schwul" und "Schwuchtel" genannt, dass diese Wörter keine Wirkung mehr auf mich haben. Ich habe mir irgendwann gedacht: "Ich mache einfach, worauf ich Lust habe."

Michael Vegas porn star
Bild mit freundlicher Genehmigung von Michael Vegas

In deiner Instagram-Bio nennst du dich "Ehrenlesbe". Was hat es damit auf sich?
Das kommt von der Pornoproduzentin und Regisseurin Bree Mills. Sie betreibt PureTaboo, Girlsway, Gamma und Adult Time. Sie ist ein kreatives Genie und hat mir ein T-Shirt geschenkt, auf dem "Honorary Lesbian" steht.

Die meisten Menschen in meinem Umfeld, die auch Fans von dir sind, sind wie ich bisexuelle Frauen. Liegt das nur an deinen wunderschönen blonden Locken?
Ja, ich bin schon sehr gutaussehend – und als Power Bottom weiß ich, wie es ist, penetriert zu werden. Wenn ich also Sex mit einer Frau habe, habe ich definitiv mehr Empathie. Ich weiß, wie komisch es sein kann. Ich bin einfühlsam und versuche, das in mein Sexleben einzubringen. Es funktioniert super.

Ich bin über Bellesa auf dich gestoßen, wo es etwas romantischer zugeht. Mir hat aber auch deine rauere Seite bei Brazzers gefallen. Was magst du lieber?
Am liebsten mag ich eigentlich Gonzo-Szenen ohne Handlung. Mir gefällt auch dieses Future-Darkly-Zeug – eine Art Porno-Black Mirror –, weil ich gerne eine Rolle spiele. Manchmal machen mir es meine Figuren allerdings schwer, aus dieser Rolle zu kommen und Sex zu haben. Beim Sex bin ich nämlich absolut kein aggressiver Mensch. Wenn ich dann plötzlich vom Arschlochtypen zum empathischen Liebhaber werden muss, ist das nicht so einfach. Ich habe dann immer das Gegenteil von einem Ständer.

Warum bekommst du diese Rollen denn dann?
Weil ich ein fantastischer Schauspieler bin. Außerdem habe ich ein Leben hinter mir, das mir zu gleichen Teilen Gefühle von Glück, Euphorie, Enttäuschung und Wut gegeben hat. Bevor ich mit Pornos anfing, habe ich eine Ausbildung zum Feuerwehrmann gemacht. Nach meiner ersten Arbeitswoche hatte ich einen Motorradunfall und wäre fast gestorben. Ich habe eine Menge Streitereien und Drama hinter mir und habe schließlich entschlossen, dass ich für mich selbst leben muss. Sonst wäre ich wahrscheinlich gestorben. Vor meinem Unfall war ich auf dem besten Weg, ein richtig blöder Wichser zu werden. Ich musste mich als Person erst neu aufbauen.

Wenn du Regie bei einem Mainstreamporno führen würdest, was würdest du anders machen?
Ein besonderer Porno zeichnet sich dadurch aus, dass du zwei Darsteller hast, die gerne miteinander arbeiten. Wenn du ihnen außerdem nicht zu viele Anweisungen gibst, können sich Sex und Chemie viel besser entfalten. Ein Problem ist zum Beispiel, dass Brazzers und MindGeek – die Firma, der mehrere große Gratis-Pornoseiten gehören – ihre Filme danach ausrichten, was gerade am meisten gesucht und angeklickt wird. Als Ergebnis bekommst du dann einen Plot in der Art von "dieses Mädchen trägt Neonleggins und eine Brille und spielt Videospiele, ihr Vater versteckt sich hinterm Auto und in einer Einstellung schaut sie überrascht, als sein Schwanz rausfällt, und jemand kocht Spaghetti".

Was von den ganzen Sachen, die du machst, ist die größte Sauerei?
Das Gleitgel für die PegHim-Szenen! Ich verwende J Lube, die ist für Fisting geeignet und um zu kontrollieren, ob eine Kuh schwanger ist. Das Zeug ist wie Monster-Slime. Aber ich bin richtig gut darin, mein Arschloch zu reinigen. Ich weiß sehr gut, wie ich mir einen Einlauf mache. Ich habe solches Vertrauen in meine Säuberungsfähigkeiten, dass ich mein Arschloch ohne zu zögern auf deinen Augapfel drücken würde.

Du und deine Partnerin Siouxsie Q vögelt beide ständig beruflich mit anderen Menschen. Wie schafft ihr es, euren privaten Sex spannend zu gestalten?
Lass mich dir eine Sache zu BDSM sagen: Da gibt es Spielregeln, die zwei Erwachsene miteinander vereinbart haben. Der Sex in Pornos ist so langweilig. Immer die gleichen Stellungen und immer der gleiche "Und jetzt komme ich auf deine Titten"-Kram. Klar, es ist schön, auf Brüste zu spritzen, und vielleicht ist das auch genau dein Ding. Aber eventuell solltest du mal ausprobieren, irgendwo anders hinzuspritzen. Du bist neugierig, wie sich Beethovens 5. anfühlt, wenn du dir einen Lautsprecher in den Arsch steckst? Probier's einfach aus! Hört auf, euch zu verurteilen. Dreht frei. Berühr das Arschloch deines Partners mit deiner Nase, halte ihre Füße, während sie kommt. Es ist so einfach, anderen und spannenden Sex zu haben.

Wie bewegst du eigentlich deinen Arm so schnell, wenn du eine Klitoris reibst, ohne dabei einen Krampf zu kriegen?
Die Bewegung kommt bei mir aus dem Arm, nicht aus dem Handgelenk. Ich jongliere und bin es entsprechend gewohnt, die korrekten Bewegungsabläufe zu lernen und effizient und effektiv zu sein.

Gilt das Gleiche für deinen Mund? Einer der Gründe, warum ich dir folge, sind nämlich deine Leck-Skills. Junge, die sind unfassbar.
Ja, die sind wirklich nicht von dieser Welt. Manche Menschen bekommen als Kompliment, dass sie super blasen können. Ich bin einfach sehr gut im Lecken. Einer meiner Höhepunkte war, als Angela White zu mir gesagt hat, dass ich von allen am besten Muschis lecke. Ich liebe einfach Vaginen und den Geruch von Menschen. Ich bin also einfach nur glücklich, wenn ich mein Gesicht in eine Vagina stecken kann. Und ich will sie berühren und nett zu ihr sein. Gleichzeitig will ich die dazugehörige Person zu Reaktionen und Bewegungen bringen, die sie nicht kontrollieren kann.

Gibt es noch etwas, das du deinen Fans unbedingt sagen willst?
Hab keine Angst vor deiner eigenen Lust oder Sexualität – egal, wer es ist oder was dir gefällt. Es ist OK. Du bist OK. Irgendjemand da draußen wird dich dafür lieben. Du musst dich nicht mit schlechtem Sex abfinden.

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