Gaming

'Red Dead Redemption 2' bekommt mit diesem Browser-Game ein Happy End

Das kostenlose 'Van der Linde Farms' lässt das Western-Epos da enden, wo es immer hätte enden sollen: auf Tahiti.

von VICE Staff
04 Februar 2019, 3:30pm

Screenshot: Red Dead Redemption 2 | Rockstar Games || Mund: imago | PhotoAlto

Pferde, schöne Männer und unglaublich viele Möglichkeiten, seine Schusswaffen aufzuhübschen: Red Dead Redemption 2 ist der feuchte Traum eines stereotypen heterosexuellen Mädchens. Trotzdem lässt es Jungs und Mädels gleichermaßen in hysterischen Heulkrämpfen vor der Konsole zusammenbrechen.

In dem Western-Epos schlüpfen wir in die immer ein bisschen zu dreckigen Jeans von Arthur Morgan, der seit seiner Jugend mit der van-der-Linde-Gang durch das zieht, was vom Wilden Westen noch übrig geblieben ist. Doch die Zeiten der Banküberfälle und gekidnappten Kutschen neigt sich dem Ende zu, das Gesetz lässt sich nicht länger verarschen, und selbst dem charismatischen Gangleader Dutch gehen die guten Ideen aus. Egal wie häufig er betont, einen "Plan" zu haben. Wie schon beim Vorgänger gibt es auch in Red Dead Redemption 2 kein Happy End. Bis jetzt.

Die Entwicklerin Liz Fiacco hat ein kostenloses Browser-Spiel entwickelt, mit dem sie einen der "Pläne" von Dutch van der Linde real werden lässt: In Van der Linde Farms setzt sich die Gang erfolgreich nach Tahiti ab und betreibt dort eine Mango-Farm. (Das klingt absurd, ist aber tatsächlich eines der Szenarios, mit dem Dutch seine rechte Hand Arthur und den Rest der Gang dazu motivieren will, noch einen letzten großen Überfall durchzuziehen.)


Aus dem VICE-Universum: Diese Mädchen lassen sich keine Vorurteile aufsatteln


Statt als Arthur zunehmend verzweifelt vor dem Gesetz zu flüchten, entscheiden wir in dem Indie-Game als frischgebackener Landwirt Dutch, wann neue Mango-Bäume gepflanzt werden sollen. Ihr müsst allerdings nicht nur Mangos ernten und verkaufen (wobei ihr eure Kasse durch gelegentliche Überfälle aufbessern könnt). Ihr müsst auch dafür sorgen, dass eure Mitstreiterinnen und Mitstreiter nicht auf die Barrikaden gehen. Wie? Indem ihr ab und an eine Party schmeißt. Das wiederum ist nicht billig, was die perfekte Mischung aus Verbrechen, Mango-Ernte und Bonding-Maßnahmen zu einem kniffligen Balance-Akt macht.

Trotzdem: Niemand stirbt, keiner stellt sich als Verräter heraus, und es gibt auch kein Pferd, dem man stundenlang das Fell gebürstet hat, nur um es anschließend in einer dramatischen Cutscene unterm Hintern weggeschossen zu bekommen. So tief das Trauma nach Red Dead Redemption 2 auch sitzt, Van der Linde Farms versucht zumindest, den Schmerz ein kleines bisschen weniger schlimm zu machen. Wie ein Tropfen Wasser auf den heißen Stein. Oder ein Stück süße Mango auf die geschwollene Zunge eines todkranken Cowboys.

Folge VICE auf Facebook, Instagram, Twitter und Snapchat.