Ein ehemaliger Cop enthüllt auf Twitter die schrecklichen Methoden der Polizei von Baltimore

„Ein Detective ohrfeigt eine völlig unschuldige weibliche Person, weil sie beim Verlassen des Hähnchenimbisses mit ihm zusammengestoßen ist."

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26 Juni 2015, 4:00am

Foto: Elvert Barnes | Flickr.com | CC BY 2.0

Inmitten der gesellschaftlichen und politischen Unruhen in Baltimore hat sich der Polizeibeamte im Ruhestand und Veteran des US Marine Corps Michael A. Wood, Jr. diese Woche dazu entschlossen, auf Twitter all die furchtbaren Geschichten zu teilen, bei denen er als Polizist in Baltimore Zeuge gewesen sein will. Anscheinend hatte sich Wood zu diesem Schritt entschieden, nachdem er „Lokalmedien geradezu angebettelt" habe, ihm „eine Stimme zu geben". Wood hatte bereits in einem Radiointerview über seine Zeit beim Baltimore Police Department gesprochen. Ein Sprecher für das Polizeidezernat bestätigte der Huffington Post gegenüber, dass es sich bei Wood um einen ehemaligen Beamten handelt, der seit letztem Jahr im Ruhestand ist.

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„Es ist besonders schwierig zu vermitteln, dass manche dieser Dinge so alltäglich sind", schrieb Wood, „[dass] ich mir keine Gedanken über sie gemacht habe, bis ich auf der anderen Seite war."

Hier eine Auswahl seiner Tweets mit Übersetzungen.

Los geht's also. Ich werde ab sofort über korrupte Polizeiarbeit tweeten, die ich gesehen habe oder an der ich beteiligt war, ob sie Absicht war oder nicht.

Ein Detective ohrfeigt eine völlig unschuldige weibliche Person, weil sie beim Verlassen des Hähnchenimbisses mit ihm zusammengestoßen ist.

Einem Verdächtigen in Handschellen mit Gesicht am Boden wurde nach Verfolgung zu Fuß ins Gesicht getreten. Meine Handschellen, weder mein Stiefel noch mein Verdächtiger.

Überwachungskameras drehen sich weg, sobald die Festnahme eines Verdächtigen näherrückt.

Während Razzien in die Häuser von Verdächtigen pissen und kacken, auf ihre Betten und Kleidung.

Tausende Menschen illegal und ohne gesetzliche Rechtfertigung aufmischen und durchsuchen

Beamte vorladen, die nicht vor Ort waren, damit sie die Überstunden bezahlt kriegen.

Auf 16- bis 24-jährige schwarze männliche Personen abzielen, weil wir sie häufiger festnehmen, womit wir einen Kreislauf erschaffen, in dem wir sie häufiger festnehmen.

All das (ist) passiert, aber was tun wir jetzt dagegen? Wir brauchen eine Polizei. Lasst uns überlegen, wie wir es richtig machen. Auf der Startlinie steht „Empathie"

Auch bei uns geht oft nicht alles so zu wie es sollte. Hier unsere Reihe Cop Watch.