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Väter, Söhne, Waffen und Trophäen – Bei der größten Jagdausstellung Europas

Bei der Jagd & Hund gibt es nicht nur die neuesten Jagdwaffen, sondern auch Südstaaten-Idylle und ausgestopfte Löwen.

von Nikita Teryoshin
17 März 2016, 5:00am

Die Jagd & Hund in Dortmund ist Europas größte Jagdmesse, zu der jedes Jahr um die 80.000 Jäger und Hundeführer pilgern, um sich auf den neuesten Stand bringen zu lassen, was Jagdwaffen, Geländewagen und Jagdgebrauchshunde angeht. Es gibt einen eigenen Off-Road-Parcour und sogar einen künstlichen Wald, in dem Hunde ihre Suchskills präsentieren können.

Der Erwerb eines Jagdscheins, auch als „das grüne Abitur" bekannt, kostet im Regelfall etwas über 1.000 Euro, die Intensivkurse für Eilige sogar oft mehrere Tausend Euro. Zu den Argumenten der Jäger zählen, dass Wild in Zeiten der Massentierhaltung eine unbelastete Alternative sein kann und dass eine natürliche Regulierung durch das massive Eingreifen des Menschen in die Natur nicht mehr möglich ist.

Jagdgegner wie PETA oder Veganblog zum Beispiel werfen Jägern wiederum vor, sie würden im großen Stil Haustiere erschießen und die natürliche Regulierung durch ihr Eingreifen erst recht aus dem Gleichgewicht bringen. Gut 80% der Deutschen sehen einer Umfrage des Deutschen Jagdverbands zufolge die Jagd aber als Notwendigkeit. Von Jahr zu Jahr gibt es mehr Jagdscheininhaber, 2015 waren es circa 370.000.

Auf der Jagd & Hund haben vor allem die hinteren Hallen, die dem Jagdtourismus gewidmet waren, einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Kolonial anmutende Ansammlungen liebevoll dekorierter Stände mit Dutzenden ausgestopften Löwen, Leoparden, Gazellen, Antilopen, einem Krokodil, Abschussvideos, Kataloge mit posierenden weißen Männern auf frisch erlegten Bestien hielt ich zuerst für das Messehighlight. Doch dann fand ich mich in der Halle nebenan plötzlich in einer Südstaaten-Idylle wieder.

Klack, klack, klack—zielen, abdrücken, nachladen im Sekundentakt. Väter, Mütter und auffallend viele Kinder und Jugendliche mit strahlenden Augen wanderten von Stand zu Stand, um die die neuesten Waffen zu testen. Eine Tierschützer-Kundgebung vor einem der Eingänge sorgte dagegen für wenig Begeisterung. Während die meisten Messebesucher mit stillem Unverständnis reagierten, entluden sich manche Jägergemüter in Spott- und Hasstiraden.

Fotos und Text von Nikita Teryoshin. Mehr von seinen Fotos findet ihr hier.

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