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Begehrlichkeiten

Dieser Blog zeigt, wie Leute um den Instagram-Usernamen eines Wieners betteln

"Ich gebe dir ein Chicken Nugget für deinen Namen, bitte."

von VICE Staff
09 August 2017, 8:12am

Mit seinem Namen muss man sich abfinden, zumindest in der analogen Welt. Im Netz kann man heißen, wie man will – solange man der Erste ist, der einen User-Namen registriert. Und wenn der anvisierte Name schon vergeben ist? Dann wird halt abgewandelt, mit Unterstrichen, Groß- und Kleinschreibung, Jahreszahlen. Offenbar ist das aber nicht für jeden eine Option. Manche schreiben auch einfach den Account-Inhaber mit dem favorisierten Namen an und betteln.

Und zwar bei Nico Kaiser. Immer wieder bekommt der 36-Jährige Software-Entwickler Nachrichten von Fremden aus der ganzen Welt, die auf seinen Instagram-Namen scharf sind. Und das, obwohl er keinen spektakulären Usernamen hat, er heißt einfach "nico". Kurz und schnörkellos. "Trotzdem wollen sehr viele Leute so heißen", sagt er zu VICE. "Wahrscheinlich weil es ein unkomplizierter Name ist."

Bei Instagram hat er sich bereits vor ungefähr fünf Jahren angemeldet. Je bekannter die Plattform wurde, desto mehr Anfragen bekam er. "Zuerst habe ich die einfach gelöscht, deshalb ist es schwer zu schätzen, wie viele es bisher waren. Insgesamt bestimmt über hundert", sagt er.

Wie genau ihn die Leute um seinen Namen anbetteln, hat er auf seinem Blog Can I have your Instagram name? dokumentiert:

Die Anfragen bewegen sich auf einer Skala zwischen schüchtern und höflich ...

... oder dreist-verwirrt bis ausfallend:

Viele bieten Nico auch Geld:

"Ein ernst gemeintes Angebot war aber noch nie dabei", sagt er. "Den Namen bei Ebay zu versteigern, ist sicher genauso gegen die AGBs wie Geld von anderen Usern zu nehmen."

Und, warum jetzt der Blog? "Es war einfach zu viel absurdes und abstruses Zeug dabei, deshalb habe ich irgendwann angefangen", sagt Nico. Richtig nervig findet er das Gefrage nicht. "Wenn die Leute zu penetrant oder beleidigend werden, dann blocke ich sie einfach."

Auch eine Gegenoffensive ist der Blog nicht. Denn schon der Hinweis auf seinem Instagram-Profil "Will not sell/rent/give away my username, please do not ask" hindert die Leute nicht, genau das zu tun.

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