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Angst, dich festzulegen? Jetzt gibt es auch ein Haus zum Mitnehmen

Job scheiße, Nachbarn scheiße und deiner bester Freund ist aus der Stadt gezogen? Fuck it. Pack dein Haus auf den Anhänger und such das Weite.

von VICE Staff
20 Juli 2016, 11:00am

Der Wunsch nach Freiheit, danach, die Welt zu entdecken, die große Liebe in anderen Städten zu finden; dann auch noch Ungewissheit und all die Ängste angesichts befristeter Arbeitsverträge, Wirtschaftskrisen, Kündigungen, Terror in den Städten—der Vorwurf lautet dann immer: Die Jugend von heute kann sich nicht mehr festlegen. Oder sie will es nicht mehr.

Und mit "der Jugend" sind nicht nur verpickelte Teeneger gemeint, sondern auch junge und gar nicht mal mehr so junge Erwachsene. Also wir, die Generation Y, wir, die sich eigentlich um die private Altersvorsorge kümmern sollten, anstatt mit über 30 weiter auf Festivals zu gehen. Wir, die lieber ein Haus bauen und Kinder haben sollten, als in WG-Zimmern mit Unbekannten den Rausch auf einer Afterhour zu teilen. Das hören wir ja immer wieder.

Und selbst wenn all diese Klischees auf uns auch nur im Entferntesten zutreffen würden—wer sagt, dass ein Eigenheim mit Gartenzwerg und dem auf Ewigkeit gleichen, akkurat getrimmten Vorstadtrasen die Lösung aller Probleme bedeuten? Und überhaupt: Warum dieses Entweder–Oder?

Ähnliches muss sich auch das estnische Design-Kollektiv Kodasema gedacht haben, als sie KODA, das Haus zum Mitnehmen, entwarfen. Die gesamte Konstruktion lässt sich binnen sieben Stunden transportfertig machen. Spontanes Abhauen ist fortan möglich, falls sich die neuen Nachbarn als Arschmaden erweisen sollten oder der anliegende Fluss nach tagelangen Regenfällen das Wohnzimmer zu überschwemmen droht.

Dabei kann der 25 Quadratmeter große Kubus weit mehr als ausschließlich ein Eigenheim sein: "In unseren Köpfen kann KODA zu dem werden, was sie wollen—ein Haus im Stadtzentrum, ein Sommerhaus am See, ein gemütliches Café, ein Büro, eine Werkstatt oder auch ein Klassenzimmer", so das Design-Kollektiv.

Zugegeben, 25 Quadratmeter klingen nicht gerade nach viel Wohnraum, aber die Designer nutzen nahezu jeden vorhanden Zentimeter davon. So ist das "Schlafzimmer" als Raum an der Wand über der Küche befestigt. Eine Leiter führt zum Bett in der Schwebe hinauf. Nur auf Wasser- und Elektrizitätsanschlüsse ist der Wohnkubus angewiesen, obwohl er für kurze Perioden auch selbst Energie generieren und speichern kann.

Der Vorwurf lautet, wir haben Angst, uns mit großen Entscheidungen festzulegen? Na und? Wer sagt, dass wir es müssen und der Wunsch nach Flexibilität eine Schwäche ist?