Alles, was wir über den Selbstmordanschlag in Manchester wissen

Bei der Explosion auf einem Ariana-Grande-Konzert gab es mindestens 22 Tote und 59 Verletzte.

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23 Mai 2017, 8:29am

Ersthelfer in der Manchester Arena. Foto: Peter Byrne/PA Wire/PA Images

Auf einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande in Manchester sind bei einer Explosion mindestens 22 Menschen getötet und etwa 60 weitere verletzt worden. Unter den Opfern sind viele Kinder und Jugendliche. Der Vorfall werde als "terroristische" Tat eingestuft, erklärte die Polizei. Der mutmaßliche Attentäter trug den Sprengstoff bei sich. Laut den britischen Behörden ist er selbst bei dem Anschlag ums Leben gekommen. Derzeit geht die Polizei von einem einzelnen Attentäter aus, Ermittlungen laufen, ob er zu einem terroristischen Netzwerk gehörte.

Die englische Premierministerin Theresa May sagte am Dienstagvormittag, die Sicherheitskräfte glauben, die Identität des Attentäters zu kennen. Es sei aber zu früh, um Namen zu nennen. May sagte, der Attentäter wollte "das größtmögliche Blutbad" anrichten, er habe mit "kaltem Kalkül" auf Kinder gezielt. "Das ist eine ganz neue Kategorie der Feigheit." Im Zusammenhang mit dem Anschlag hat die Polizei einen 23 Jahre alten Mann in Manchester festgenommen worden. Das teilte die Polizei der nordenglischen Stadt am Dienstagmittag mit.

Die Explosion ereignete sich am späten Montagabend in der Manchester Arena, in die bis zu 21.000 Menschen passen. Zeugen berichteten von einem lauten Knall kurz nach dem letzten Song gegen 22.30 Uhr Ortszeit (23.30 Uhr in Deutschland). "Und dann sind plötzlich alle schreiend und heulend auf uns zu gerannt", sagte eine Konzertbesucherin der BBC. "Die sind einfach über uns drüber gerannt, um da rauszukommen."

In der Konzerthalle spielten sich Augenzeugenberichten zufolge dramatische Szenen ab. "Der Knall hallte durch das Foyer der Arena und die Leute fingen an zu laufen", berichtete ein 17-Jähriger, der mit seiner zwei Jahre älteren Schwester das Konzert besucht hatte. "Ich sah, wie die Leute schreiend in eine Richtung rannten und sich plötzlich viele umdrehten und wieder in die andere Richtung liefen", sagte er dem Nachrichtensender Sky News.

Andy Holey, der gekommen war, um seine Frau und seine Tochter von dem Konzert abzuholen, erzählte der BBC: "Die Explosion hat mich knapp zehn Meter zurückgeschleudert. Als ich aufstand, sah ich Körper am Boden."

Die BBC berichtet unter Berufung auf die Polizei, die Explosion habe sich im Foyer der Halle ereignet. Der Veranstalter sprach von einer Explosion außerhalb der eigentlichen Konzerthalle. Krankenwagen rasten zur Manchester Arena. Hubschrauber kreisten über dem Areal.

Rund um die Halle zogen bewaffnete und maskierte Polizisten auf. Auch Sprengstoffspezialisten waren im Einsatz. Der unmittelbar neben der Halle liegende Bahnhof Manchester Victoria wurde gesperrt. Die Polizei forderte die Menschen via Twitter auf, sich aus der Gegend um die Halle fernzuhalten.

Grande sagte angesichts der Ereignisse, ihr "fehlten die Worte". Die 23-Jährige blieb unverletzt. Ariana Grande stand an diesem Abend im Rahmen ihrer Dangerous Woman-Tour auf der Bühne.

Augenzeugen berichteten von Menschen, die blutüberströmt auf dem Boden lagen. Auf Bildern waren Konzertbesucher mit Beinverletzungen zu sehen. Andere Zeugen berichten von Nägeln und Schrauben, die am Explosionsort verstreut gewesen seien. Videos aus Sozialen Netzwerken zeigen, wie Menschen in Panik aus der Halle flohen.

Gegen 6.30 Uhr Ortszeit veröffentlichte der britische Innenminister Amber Rudd eine Stellungnahme: "Das war ein barbarischer Angriff, der mit auf die Verletzlichsten unserer Gesellschaft abzielte – junge Leute und Kinder bei einem Pop-Konzert. Manchester war schon vorher das Ziel von Terror, ohne dass er den Geist und die Gemeinschaft der Stadt hätte brechen können. Das Ziel dieses Anschlags war es, Angst zu säen, seine Absicht, uns zu trennen. Aber das wird nicht gelingen."

Obwohl noch niemand für den Anschlag die Verantwortung übernommen hat, haben IS-Anhänger in den sozialen Medien den Anschlag heute morgen gefeiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ über ihren Sprecher mitteilen: "Dieser mutmaßliche terroristische Anschlag wird nur unsere Entschlossenheit stärken, weiter gemeinsam mit unseren britischen Freunden gegen diejenigen vorzugehen, die solche menschenverachtenden Taten planen und ausführen."

Der Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker sprach auf Twitter sein Beileid aus:

Da die Ereignisse sich fortlaufend entwickeln, werden wir den Artikel regelmäßig aktualisieren, wenn es neue Informationen gibt.

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