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Österreich auf Platz 1 der Systemerhalter und Mauschler

Eine Studie zeigt, dass Korruption und Nepotismus in Österreich eine gewünschte Folge der Mächtigen sind.

von David Bogner
07 November 2013, 3:00pm


Foto von Claude Truong-Ngoc

Während wir uns dem gläsernen Menschen immer mehr annähern (oder eigentlich eh schon durchsichtiger als ein mit Butter eingeschmiertes Blatt Papier sind, das aber einfach nur noch nicht wissen), hinkt umgekehrt der gläserne Staat in Europa noch ordentlich hinterher.

So erreicht Österreich im Ranking von Access-Info Europe den 1. Platz, was an sich super wäre, wenn wir nicht vom ersten Platz von hinten sprechen würden. Das heißt, Serbien, Liberia, Anthigua, Aserbaidschan und 90 andere Staaten teilen ihre Informationen lieber mit den Bürgern als Österreich. Dieser Umstand, so die Autoren des Berichts, macht es den Mächtigen leicht, zu walten und gestalten, wie es ihnen gerade so beliebt.


Foto von Claude Truong-Ngoc

Ja, wir reden hier von Korruption und Vetternwirtschaft, undurchsichtigen Vergabeverfahren und Postenschacher. Wir sprechen von Grippeimpfstoffen, Eurofightern und der Telekom Austria. Wir denken an Kärnten und Salzburg, Niederösterreich und die Stadt Linz. Nicht zu vergessen das BZÖ, Lobbyistentum, Ernst Strasser und die Buwog-Affäre.

Oh, und da wären noch der ORF, die Wahlkampfkostenberechnung und das Hypodesaster. Wir sprechen also von Österreich. Und genau, wie bei einem anorektischen Teenager oder einer blutigen Darmentzündung braucht es auch hier den Beobachter von außen, damit wir sehen, dass etwas im Inneren nicht ganz normal ist.


Global Right to Information Rating Map 

Während sich also das ganze Land über Moneyka Lindner empört, zeigt das Right to Information-Ranking, dass es nicht einzelnen Personen, Gemeinschaften oder sogar Parteien sind, die diese Machenschaften möglich machen. Ganz im Gegenteil, über Jahre hinweg hat sich ein wohlüberlegtes und gut durchdachtes System entwickelt, das manchmal so kompliziert gestrickt ist, dass, wie der Fall Salzburg zeigte, nicht einmal die eigene Landeshauptfrau tatsächlich wusste, wer wie viel Geld wohin investiert hat.

Hierzulande werden der Bevölkerung unter dem Deckmantel des Beamtengeheimnisses und der Verschwiegenheitspflicht gezielt Informationen vorenthalten, die das ganze Ausmaß an Unter-sich-ausmachen, das so typisch für Österreich ist, nicht nur weiterhin bestehen lässt, sondern sogar begünstigt.

Ich will da nicht krude Verschwörungstheorien in die Welt setzen oder zu einem zweiten Christian Ortner werden, aber die einzelnen Bauernopfer, wie die in Ungnade gefallene Monika Lindner sind nicht mehr als eine Farce. Immer wieder werden der Bevölkerung Knochen hingeworfen, die mit Hilfe des Boulevards zerfleischt werden und uns den Eindruck geben sollen, die 4. Gewalt sei weiterhin ein wirkungsmächtiger Überwachungsfaktor. Die Wahrheit ist jedoch eine ganz andere, wie auch Martin Blumenau in seiner Analyse des Medienshitstorms, der über Lindner hereingebrochen ist, treffend beschreibt.


Foto von Nicolas Fleury

Dementsprechend müssen wir uns weder über die 5,7 % für Frank Stronach und die 4,9 % für die NEOS oder über den erschreckenden Wahlerfolg der FPÖ wirklich wundern. Alle drei Parteien vermitteln das Gefühl, als würden sie die festgefahrenen Strukturen aufbrechen wollen und in allen drei Fällen ist es ähnlich absurd. OK, vielleicht muss man Eso-Strolz da raushalten, aber wenn man einen genaueren Blick auf die Vorgeschichte des Sekten- ähm Parteiführers wirft, ist auch hier die Machtverbundenheit eklatant.

Am wahnwitzigsten ist aber das Kunststück, das die FPÖ vollbracht hat. Nur über den Umweg einer halben Abspaltung haben Strache und die Freiheitlichen es geschafft hat, noch immer als der verlängerte Zeige- oder Mittelfinger gegen die da oben zu gelten, obwohl die Partei sechs lange Jahre an vorderster Front ein Teil von denen da oben war.

Aber jetzt zu etwas Angenehmeren, nämlich dem Wochenende, obwohl wir unlängst gelernt haben, dass nicht einmal unsere Süchte den Staat kaputt, sondern im Gegenteil, ihn reich machen.

DONNERSTAG

Homewerk heißt die Party, die nicht im Werk stattfindet sondern gegenüber in der Forelle. Das heißt Bernhard und Armin außer Rand und Band während Simon der freundliche junge Mann ist, der euch begrüßt und liebevoll die Hand schüttelt (soll aber jetzt nicht heißen, dass die beiden anderen weniger freundlich wären). Es gibt 2x2 Tickets. Mail an win@vice.at mit dem Betreff Ein Trio mit vier Fäusten reicht.

FREITAG

Ja, es handelt sich tatsächlich erst um VIHANNA Nr. 3. Das ist kaum zu glauben, weil mittlerweile kaum ein Wochende ohne Rap vergeht. Falls ihr schon durcheinander kommen solltet, Vihanna sind die, die immer brav ihre Sets auf Soundcloud stellen und deren Mixing-Skillz irgendwo in der Mitte zwischen Ham und Sexy Deutsch liegen. Weil das aber schon mindestens 5 Levels über unseren Skillz ist und das zumindest in unseren Augen nicht das wichtigste ist, schweigen wir jetzt und verschenken 2x2 Tickets. Mail an win@vice.at und im Betreff 777.
Wie wir letzte Woche gelernt haben, ist Innsbruck ein Bumsmekka. Wir wissen nicht genau, ob das der Grund für das Auswärtsspiel von DARK DISKO im PMK ist oder es doch an den Premierentagen 2013 liegt, aber wir geben euch 1x2 Gästeliste-Plätze, wenn ihr ein Mail mit Betreff Gemma Ficken an win@vice.at schickt.

SAMSTAG

Brenk is back. Das solltet ihr schon längst wissen, weil ihr alle Noisey gebookmarked habt. Eine Verlosung gibts auch, aber das findet alles hier statt.
Außerdem machen Die Zwei jetzt einen auf Schimanski und verabschieden sich. Zumindest von der Pratersauna. Ob das ein Grund zum Feiern oder zum Weinen ist, entscheidet ihr. 2x2 Tickets werden unter allen Mails an win@vice.at mit Betreff Horst verlost.

SONNTAG

Wer am Sonntag noch immer nicht genug von Astralreisen hat, sollte mit uns auf den Roadtrip to Outta Space gehen. Ja, es gibt auch gratis Tickets.

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