Anzeige
News

Was Trumps Präsidentschaft verändern könnte

Nur Amerika zählt und den Klimawandel gibt es nicht—was uns mit Trump an Politik bevorsteht.

von VICE Staff
10 November 2016, 8:00am

Erst der Schock, dann die Frage: Was passiert jetzt? | Foto: imago | Levine-Roberts

Die erste Fassungslosigkeit ist vorbei. Daran gewöhnt haben wir uns trotzdem nicht. Zu lange haben wir uns amüsiert über Trumps bizarre Frisur, haben über die Witze über den "ersten orangefarbenen Präsident" gelacht und haben uns empört, dass ein Mann mit "Grab her by the pussy"-Mentalität gegenüber Frauen tatsächlich Präsident von Amerika werden wollte. Und jetzt haben wir den Salat. Ein Präsident, der den Klimawandel leugnet, die Globalisierung verweigert und dessen Höschen jedes Mal ein bisschen feucht wird, wenn er ein oberkörperfreies Bild von Putin findet.

Dann kommt die Frage: Was heißt das denn jetzt überhaupt? Für das politische Klima, für das reale Klima, für Europa? Wohl noch viel weniger als bei jedem anderen Kandidaten ist bei Trump abzuschätzen, was wirklich passieren wird. Wahlversprechen bleiben in diesem Fall hoffentlich einfach Wahlversprechen (wie die Mauer an der Grenze zu Mexiko). Wenn man einmal überlegt, wie lange Obama brauchte, um seinen wichtigsten Plan—die Krankenversicherung für alle—umzusetzen, lässt das hoffen, dass vieles von dem, was Trump so will, in den nächsten vier Jahren einfach heiße Luft bleibt.

Aber was genau will er eigentlich (außer Obamas größte Leistung sofort abzuschaffen)? Hier sind Trumps Forderungen, die auch uns betreffen—und erste Einschätzungen von Experten, was wirklich passieren könnte:

Wirtschaft: America first

Trump holt Wähler ab, denen vor allem wichtig ist, dass es dem eigenen Land—den USA—gut geht. Für eine Studie befragte das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln Leute, die von Wirtschaft eigentlich nichts verstehen. Das Wirtschafts-Laien finden einen Arbeitsplatz im eigenen Land wichtiger als fünf oder zehn neue Arbeitsplätze in einem anderen. Trump würde da vermutlich zustimmen. Vielleicht kein Wunder, dass er denkt wie die Laien, immerhin hat der nächste Präsident der größten Volkswirtschaft der Welt bisher vier Insolvenzen hinter sich.

Trump will unter anderem: Zölle für ausländische Produkte hochziehen. Nach dem Motto: "Die Globalisierung hat es nie gegeben!" Als Trump in New York seinen Wirtschaftsplan vorstellte, erzählte er erst mal schön plakativ von der Stadt Flint in Michigan mit hoher Arbeitslosigkeit. Ford will dort eine Fabrik schließen und nach Mexiko verlagern. Trump kenne viele "großartige" Amerikaner, die keinen Job haben. Seine völlig wahnsinnige "Lösung": Mexikaner raus und eine Mauer um Mexiko.

Die Frage ist: Wird er seine irrsinnigen Pläne wirklich durchziehen? An der Börse stürzten die Kurse unmittelbar ab. Leute verkaufen Aktien und kaufen Gold. Anleger mögen keine Unsicherheit und wenn Trump mit seinen Mal-so-mal-so-Aussagen, seinem mangelnden Wissen und seiner mangelnden politischen Erfahrung eines nicht ist, dann verlässlich.

Angst haben nicht nur Anleger, sondern auch die deutschen Auto-Firmen. Wenn es teurer wird, die Wagen in die USA zu exportieren, verlieren sie Geld. Nach Großbritannien gibt es jetzt also noch einen großen Handelspartner, bei dem es schwer abzuschätzen ist, wie es weiter geht.

Ein Wirtschaftsexperte der New York Times prophezeit: "Wir können uns auf eine weltweite Rezession einstellen, ohne Ende in Sicht. (...) Für die Wirtschaft ist gerade—wie in allen anderen Belangen—etwas Schreckliches passiert." Das ist ziemlich viel Pathos für einen Wirtschaftsartikel, aber: We feel you.

Klimawandel: gibt es nicht

Der Klimawandel ist eine Erfindung der Chinesen, um die amerikanische Wirtschaft zu schwächen. Das ist die Meinung des nächsten amerikanischen Präsidenten.