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Sex

Das Beste nach einer Trennung: Mit dem Ex saufen gehen

"Zumindest wirst du morgen nicht alleine einen Kater haben. Auch er wird leiden, der Scheißkerl."

von Kristine Ringe
11 August 2016, 11:00am

Schön wird der Morgen danach nicht—aber möglicherweise hilft gemeinsames Saufen, schneller über die Trennung hinweg zu kommen | Foto: imago | Science Foto

Alleine zu saufen nach der Trennung, ist nicht wirklich ein Quantensprung der Trauerarbeit. Aber Saufen mit dem, der dir eine Minute zuvor offengelegt hat, dass du doch nicht ganz sein Typ seist, katapultiert dich auf eine viel höhere Stufe der Liebeskummerverarbeitung. Ihr werdet es mir nicht glauben, aber ja: Es hilft.

Auf die Frage, wann er wusste, dass es nicht "gefunkt" hat, sagte der Kerl, mit dem ich noch wenige Minuten zuvor mein Bett geteilt habe: "Eigentlich schon ziemlich früh." Ich dachte: "Danke, dass du diese Breaking News während all unserer gemeinsamen Monate aufgespart hast." Danach beschloss ich, mich nur an den Teil des Abends erinnern zu können, an den ich mich erinnern will (also an nichts). Als der frischgebackene Ex auch noch anfing, mir zu erklären, dass sicher irgendwann jemand kommen werde, der mich zu schätzen weiß, nahm ich diese Prophezeiung dankend mit einem "Halt die Klappe" entgegen, und wir gingen zum guten Teil des Abends über: der ersten Bar.

Ich bestellte "Move Bitch" beim DJ, dann viele Gin Tonics beim Barkeeper mit einem tollen Namen, an den ich mich dank eben dieser Drinks nicht mehr erinnern kann. Und nun die Gründe, aus denen du es genau so machen solltest.

1. Wenn's aus ist, kann es nicht noch außer werden.
Nein, ihr werdet euch nicht plötzlich bierselig über eure Getränkegläser hinweg angucken und feststellen, dass da doch etwas zwischen euch ist. Gib die Hoffnung auf. Es ist aus. Aber das Gute ist: Es ist aus. Du kannst also nichts mehr vermasseln. Jetzt hast du die Chance, absolut alles zu sagen und zu fragen, eine Vorbestellung bei scheißeschenken.at zu machen und zu "Move Bitch" deinen Emotionen freien Lauf zu lassen. Pack alles aus! Schlimmer kann es nicht werden.

2. Keiner kann den Scheiß besser mit dir analysieren als der, der dabei war.
Du willst wissen, wem diese schwarzen Haare in seinem Bad gehört haben? (Du bist blond, und seine Haare waren's auch nicht). Du fragst dich, was gewesen wäre, hättest du eine andere Persönlichkeit, würdest aussehen wie Megan Fox und hättest ihm nach einer ausbleibenden WhatsApp-Antwort nicht 15 Memes geschickt? Weißt du, wer es dir sagen kann? Er. Also komm in die Gänge, bevor der Pegel absinkt und diese Fragen nie wieder legitim stellbar sind.

3. Jetzt ist der beste Zeitpunkt dafür, ihm zu erklären, was für ein Depp er war.
Du wirst ihm vermutlich nie wieder so ungefiltert und unmittelbar erzählen können, was er verkackt hat. Also tu es. Glaub mir, es gibt nichts, das befreiender wäre, es sei denn, ein Baseballschläger ist involviert.

4. Du kannst daraus Erkenntnisse über deine eigene Kaputtheit ziehen.
Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit gab es auch Dinge, die du in den Sand gesetzt hast. Jetzt ist einer dieser seltenen Zeitpunkte, in denen ein Mensch sie dir ehrlich offenbart. Denn auch er hat jetzt nichts mehr zu verlieren (siehe Punkt 1). Du kannst daraus Erkenntnisse für die florierende Entwicklung deiner Persönlichkeit ziehen. Oder dir danach trotzdem einreden, dass die Trennung nicht an dir lag. Das hat der Jetzt-Ex-Freund dir schließlich so gesagt, also muss da sicher was dran sein.

5. Ihr könnt jetzt Freunde bleiben.
Haha, nein. Werdet ihr wahrscheinlich nicht. Aber wenn ihr es geschafft habt, nicht aus der Bar zu stürmen, nachdem ihr euch besoffen die Abgründe eurer Seele offenbart habt (und auch nach dem fünften Getränk nicht miteinander geknutscht habt), steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ihr wie zwei zivilisierte Menschen miteinander redet, wenn ihr euch zufällig über den Weg läuft.

FAZIT
Torkle mit Stolz der Wahrheit entgegen. Denn wenn du alle Informationen hast, kannst du weitaus schneller genug Hass für dieser Person aufbauen, um die Trennung sinnvoll erscheinen zu lassen und über die Sache hinwegkommen. Und auch wenn es nicht klappt: Ich bin der festen Meinung, dass es trauriger ist, sich alleine zu betrinken als mit der Person, wegen der du alleine bist. Zumindest wirst du morgen nicht alleine einen Kater haben. Auch er wird leiden, der Scheißkerl.