Identitäre und Junge Freiheitliche arbeiten nun öffentlich zusammen

Unter dem Ehrenschutz des RFJ Burgenland, sind am Wochenende die Identitären wieder gegen „Asylwahn" auf die Straßen gegangen. Der Obmann des RFJ Burgenland erklärt, dass man ihm dafür dankbar sein sollte.

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Dez. 22 2014, 11:00am

Foto der IBÖ, mit freundlicher Genehmigung

Die Überschneidungen von FPÖ und Identitären sind inhaltlich nicht zu übersehen. Ähnliche Postings und Ansichten haben in der Vergangenheit schon gezeigt, wie gleich beide denken. Es gab zwar einzelne Mitglieder der Identitären, die auch bei der FPÖ (und in Burschenschaften) sind oder waren, aber eine öffentliche Zusammenarbeit gab es bisher nicht.

Nun hat der RFJ, die Jugendorganisation der FPÖ, die Identitäre Bewegung offiziell eingeladen, um „ein Straßentheater gegen Asylwahn und Islamisierung in der Eisenstädter Fußgängerzone" zu veranstalten. Und sie hat die Einladung angenommen.

Posting von HC Strache am 15. Dezember und der Identitären Bewegung am selben Tag.

Der RFJ Burgenland hatte im Vorfeld groß angekündigt, dass einer der bekanntesten Bürgermeister Österreichs den RFJ wegen eines Treffens kontaktiert habe und sie gemeinsam mit dem Bürgermeister am 20. Dezember „die Eisenstädter in der Fußgängerzone besuchen" würden.

Der Bürgermeister und seine Entourage waren Mitglieder der Identitären Bewegung, von denen eines eine Maske von Michael Häupl und andere Burkas trugen. Ziel war, wie auch bei der inszenierten Enthauptung auf dem Stephansplatz im September, die Bevölkerung über „Asylwahn und Islamisierung" aufzuklären.

Alexander Markovics, Obmann der Identitären Bewegung Österreich, sagt dazu: „Masseneinwanderung und Islamisierung sind kein Schicksal—wir gehen heute auf die Straße, damit Österreich auch 2050 noch das Land bleibt, in dem die Österreicher leben!"

Laut Markovics wurden die Mitglieder der IBÖ vom Obmann des RFJ Burgenland, Werner Wassicek, eingeladen, um „eine gemeinsame Aktion gegen die österreichische Asylpolitik und die Umtriebe salafistischer Gruppen in Eisenstadt zu machen". IBÖ und RFJ stehen schon seit 2013 in Verbindung, als die Identitären die Votivkirche besetzten.

Wer die Inhalte der Identitären Bewegung teilt, wird die FPÖ wählen.


Nach dieser Aktion wurden die Mitglieder der Identitären eingeladen, die Bewegung bei einer Veranstaltung mit dem Namen „Kennst du deine Identität?" vorzustellen. Grundsätzlich würde die IBÖ Einladungen anderer patriotischer Gruppen zur Zusammenarbeit gerne annehmen. „Schließlich sind wir als Vertreter des Konzepts einer patriotischen Zivilgesellschaft für die Zusammenarbeit aller patriotischen Kräfte in Österreich um die Bewahrung unserer ethno-kulturellen Identität sicherzustellen."

Auch Werner Wassicek, Landesobmann des RFJ Burgenland, erklärt, wie wichtig es sei, dass patriotische Kräfte zusammenhelfen. Denn: „Von der SPÖ weiß man ja bereits, dass sie eine innige Freundschaft zu den Islamisten pflegt." Und auch die ÖVP Burgenland stünde für eine Islamisierung des Abendlandes. Also „sollte man uns danken, dass wir es geschafft haben, dass zum ersten Mal Identitärer Aktionismus—unter dem Ehrenschutz der burgenländischen RFJ-Landesgruppe—im Burgenland stattgefunden hat," so Wassicek.

Auf die Frage, ob die Identitäre Bewegung durch ihre Aktionen andere Menschen anspricht und so eine gute Ergänzung zur Politik der FPÖ in der Erfüllung ihrer Ziele ist, antwortet Wassicek: „Ich könnte jetzt behaupten, dass die IB dieselben Menschen anspricht. Wer die Inhalte der IB teilt, wird die FPÖ wählen." Dass er Bewegungen wie Pegida oder HoGeSa „sehr gut" findet und nur begrüßen kann, dass solch patriotische Bewegungen immer stärker werden, ist da kaum noch überraschend.

Hanna ist auch auf Twitter: @hhumorlos.

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