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Sex

Menschen erzählen von ihren wildesten One-Night-Stands

Koks, Macheten und jähzornige Väter mit Alkoholproblemen – man weiß vorher nie so genau, worauf man sich einlässt.

von Nilu Zia
22 Mai 2018, 1:57pm

Foto: Jacob Lund | Alamy Stock Photo

Ah, One-Night-Stands. Haben wir fast alle schon erlebt. Und weil nur noch die Wenigsten von uns möglichst schnell sesshaft werden wollen, erleben wir immer mehr davon. Manche sind ein kompletter Reinfall, andere überraschend großartig und wieder andere schlichtweg unheimlich. Aber selbst wenn der Sex allerhöchstens semigut war, sind wir später um eine aufregende Anekdote reicher, die uns gegebenenfalls sogar weitere One-Night-Stands verschafft.

Wir haben mit ein paar Menschen über ihre wildesten One-Night-Stand-Erlebnisse gesprochen.


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Kim, 23

Wir lernten uns auf Tinder kennen – er 38, ich 21 – und verabredeten uns zum Mittagessen in einem hippen Restaurant. Während wir auf unsere Gerichte warteten, erzählte er mir, dass er einen 19-jährigen Sohn habe. Er wollte vorher klären, ob ich ein Problem damit habe, dass sein Kind und ich etwa im gleichen Alter seien. Ich fühlte mich so sehr zu ihm hingezogen, dass mir das egal war. Nach dem Mittagessen fuhren wir mit dem Taxi zu seinem schicken Haus, das bis oben hin mit moderner Kunst gefüllt war. Er machte uns Gin Tonics, ließ ein Bad ein und zündete ein paar Kerzen an.

Nach dem gemeinsamen Bad legte er ein Prince-Album auf und zündet seinen Kamin an. Natürlich war es ein Holzkamin. Wir hatten Sex auf dem Teppich vor dem Kamin und er bot mir Koks an. Bis Mitternacht vögelten und koksten wir weiter – erst im Wohnzimmer, dann schließlich im Schlafzimmer. Irgendwann ging die Sonne auf. Er machte mir einen Kaffee, rief mir ein Taxi und schickte mich nach Hause. Am nächsten Tag bekam ich eine Nachricht von ihm. Ich hätte ihn in eine Midlife-Crisis gestürzt und er solle besser nicht mit Mädchen abhängen, die im gleichen Alter wie sein Sohn sind. Seitdem habe ich nie wieder etwas von ihm gehört.

Nick, 25

Als Student war ich auf einer Party eingeladen, auf der auch dieses Mädchen war, das wie Sasha Grey aussah. Alle Typen waren scharf auf sie. Während der Großteil der Gäste aber ums Lagerfeuer saß und ödem Akustikgitarren-Geklimper lauschte, vernichtete ich mit einem anderen Typen den Biervorrat und versuchte, mit dem Mädchen zu flirten.

Irgendwann dösten wir alle im Schlafzimmer des Gastgebers ein. Gegen 5 Uhr morgens musste ich pinkeln, als es plötzlich an der Tür hinter mir klopfte. Es war "Sasha", ich ließ sie rein. Ich hatte noch gar keine Zeit, Wasser zu lassen, aber sie fing einfach an, meinen Schwanz zu küssen. Wir hatten Sex im Badezimmer – so leise wie möglich. Als wir fertig waren, gingen wir zurück zum Schlafzimmer. Als wir reinkamen, waren alle hellwach und lachten. Wir hatten ausgerechnet an der Wand zum Schlafzimmer gevögelt.

Sasha, 25

Dieser Typ war viel auf meinem Snapchat aktiv und hat ständig meine Selfies mit zweideutigen Augen-Emojis kommentiert. Nachdem das etwa zwei Wochen so gegangen war, lud ich ihn zu mir ein. Er sah so verdammt gut aus – wunderschönes Gesicht, wunderschönes Lächeln. Eins führte zum anderen, wir hatten Sex und er kam in meinem Mund. Doch damit war es nicht vorbei. Er ließ seinen Schwanz drin, hielt meinen Kopf fest und sagte: "Lutsch weiter. Genau so. Ja." Ich konnte mich keinen Zentimeter bewegen und auch er blieb komplett still. Also blieb mir nichts anderes übrig, als an seinem Schwanz zu nuckeln. Etwa fünf Minuten ging das so, bis er ein zweites Mal abspritzte.

Danach fing er an, sich eine Tüte zu bauen, sein Handy aufzuladen und machte ein paar Anrufe. Plötzlich fragte er: "Hast du ein Wischtuch?" Ohne mir weiter etwas dabei zu denken, fischte ich ihm ein Babyfeuchttuch aus der Packung neben mir. Als ich mich wieder zu ihm umdrehte, sah ich, dass er ein verflucht großes Messer ausgepackt hatte – das größte Messer, das ich je gesehen habe. Wortlos reichte ich ihm das Babytuch. Ich wusste auch nicht, was ich hätte sagen sollen: In meinem Bett saß ein Typ, der eine verdammte Machete putzte. Er stand auf, steckte die Machete in die Hülle, zog sich an, ließ die Machete in sein Hosenbein gleiten und fragt mich, ob ich irgendwas vom Laden möchte.

Als er weg war, sah ich, dass er sein iPhone vergessen hatte. Eine halbe Stunde danach kam er zurück, einer meiner Mitbewohner gab ihm sein Handy und schickte ihn weg. Eine weitere halbe Stunde später bekam ich eine Snapchat-Nachricht von ihm: "Sorry, ich musste nur kurz zum Laden." Das war's. Ich habe ihn und seine Machete nie wieder gesehen.

Seb, 29

Eines Abends kam ich von der Arbeit nach Hause, ging duschen und stellte mich auf einen gemütlichen Fernsehabend ein, als mein Handy klingelte. Es war das Mädchen von Tinder. Wir hatten bisher nur ein bisschen geschrieben, uns aber noch nicht getroffen. Sie war ganz aufgebracht und sagte, dass jemand in ihr Haus einbrechen würde. Ich überlegte noch panisch, was zur Hölle ich jetzt machen solle, als langsam durchschien, dass sie einfach Bock auf Sex hatte. Eigentlich war ich nicht so wirklich in der Laune dafür, aber mein Schwanz überredete mich. Ich stieg ins Auto und fuhr quer durch die Stadt in den Westen Londons. Von hier an wurde es immer absurder: Zuerst sagte sie mir, dass ich sie an einer Sitzbank in ihrer Straße treffen sollte, dann lotste sie mich zum Parkplatz einer Freizeitanlage.

Ich stellte mein Auto ab und folgte ihr zu einem nahegelegenen Ufer. Dort zog sie mit einem riesigen Metallrad ein Floß heran, das an einer Kette hing, die bis rüber zum anderen Seite gespannt war. Wir setzten über und befanden uns auf einer kleinen Insel mit mehreren Holzhütten, von denen sich eine als das Haus ihrer Familie entpuppte. Ich sage ihrer Stiefmutter Hallo. Alles war ziemlich krampfig. Danach gingen wir in ihr Zimmer und sie eröffnete mir, dass ihr Vater ein Säufer ist, aber nicht vor 3 Uhr Morgens nach Hause kommt. Er würde auch nicht aufstehen, bevor wir wieder weg wären, also würde ich ihn nicht treffen und alles sei cool. Wir machten eine Flasche Portwein auf und hatten ohne viel zu reden Sex. Dann wollte sie duschen gehen. Sie fragte mich noch, ob ich ihr Gesellschaft leisten wolle, aber ein ungutes Gefühl brachte mich dazu, dankend abzulehnen.

Plötzlich ging die Haustür auf: ihr Vater – drei Stunden zu früh. Ich hörte ihn grummeln: "Wer zur Hölle duscht um diese Zeit?" Er riss die Tür zum Badezimmer auf und sofort brach ein handfester Streit los. Ich befand mich hinter einer hauchdünnen Tür, die sich nicht abschließen ließ und dachte nur "Scheiße! Scheiße! Scheiße!". Für den Fall, dass er reinkommen sollte, zog ich mich so leise wie möglich an und verfluchte das bescheuerte winzige Hüttenschlafzimmer dafür, dass es kein Fenster hatte, aus dem ich abhauen konnte.

Zum Glück kam er nicht rein, dafür musste ich mir aber 40 Minuten lang anhören, wie sie sich wegen meiner Anwesenheit anschrieen. Nachdem er noch eine halbe Stunde in der Küche rumgepoltert hatte, ging er schließlich ins Bett. Gegen 6 Uhr schlich ich mich raus und setzte mit dem Floß zu meinem Auto über. Das Auto war jetzt von etwa 30 Menschen in bunten Elastan-Klamotten umringt. Aus einer Anlage wummerte Deep-House, die Herrschaften machten offensichtlich Morgengymnastik. Ich stieg ein und fuhr mit einem Abstecher bei McDonald's durch die Stadt zurück nach Hause.

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