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Blunts für 180 Euro und noch mehr Exklusives aus Marihuana-Apotheken

Was darf's denn sein? Eine Sorte namens God's Vagina 2.0? Vielleicht lieber etwas Cannabis-Erdnussbutter oder „Chrontella"?

Manisha Krishnan

Manisha Krishnan

God's Vagina 2.0 sehr exklusiv und relativ teuer | Foto mit freundlicher Genehmigung von 416 Medicinal Health Center

An einem schicken Abschnitt der King Street West in Toronto, wo man auch Wellness-Center für Hunde und Cupcake-Bäckereien findet, steht das 416 Medicinal Health Center, eine der teuersten Marihuana-Apotheken Kanadas.

Aktuell gibt es dort einige der gefragtesten—und teuersten—Cannabis-Produkte im gesamten Land, darunter eine Sorte, die komplett mit einer mythischen Herkunftsgeschichte daherkommt: „Afghani Bullrider" soll in den 80ern von einem weit gereisten Bullenreiter eingeführt worden sein.

Die Nachfrage boomt aufgrund der fortschreitenden Legalisierung, und Gras-Geschäfte sind vollauf damit beschäftigt, neue Produkte zu kreieren, die mehr zu Prominenten und Investment-Bros passen als zu Jugendlichen, die sich auch mit einem Bröckchen Standard zufriedengeben würden.

Hier ist eine Auswahl der High-End-Produkte, die du zur Zeit erstehen kannst, wenn du in Kanada bist:

Afghani Bullrider | Foto mit freundlicher Genehmigung von 416 Medicinal Health Center

God's Vagina 2.0
Afghani Bullrider
Preis: 13 Euro pro Gramm

Diese zwei Sorten kommen beide von dem Grower Jef Tek aus Vancouver und sind hochgradig exklusiv. 416 Medicinal ist womöglich die einzige Marihuana-Apotheke in Kanada, die sie verkauft. Ihr Preis liegt etwa beim Doppelten des marktüblichen Preises. God's Vagina 2.0 wird als „erhebende Sativa" beschrieben, die „wenig bis gar kein Burnout verursacht und dich den ganzen Tag belebt", während Afghani Bullrider eine bei Kiffern legendäre Hybridsorte mit Indica-Schwerpunkt ist, die „ein starkes körperliches High liefert, ohne die sedierende Wirkung, die manche Indicas haben können".

Aber warum zur Hölle kosten sie so viel?

„Das ist die Liebe, die da mit drinsteckt", sagte Amy Weinstein, die im 416 arbeitet. „Nicht viele Leute kümmern sich derart gut um ihre Pflanzen." Weinstein sagt, es habe 30 Jahre gedauert, bis Jef Tek die Sorte Afghani Bullrider auf ihren aktuellen Stand gebracht hat. Das Gras wird an „Prominente" verkauft und ist sehr schwer aufzutreiben. Es gibt auch keine Fälschungen: Jef Tek ist der einzige Grower, der die Sorten anbietet.

Lies auf MUNCHIES, wie kalifornische Polizisten sich bei einer Razzia in einer Marihuana-Apotheke über Kekse hermachten

„Die Leute sind gewillt, mehr zu bezahlen, weil diese Sorten sehr gefragt sind", sagte Weinstein VICE gegenüber, und fuhr fort: „Viele Leute wissen nicht einmal etwas darüber, aber es ist teuer und deswegen wollen sie es." Während unseres Interviews kam der DJ Matt Jones vorbei, um Afghani Bullrider zu kaufen. Er war aus der Arbeit ins 416 geeilt, als er gehört hatte, dass es die Sorte dort gibt.

„Der Geschmack ist unbeschreiblich. Es schmeckt nicht nach Gras. Es hat irgendwie einen fruchtigen Geschmack."

Dieser Blunt kostet mehr als 130 Euro

Thai Stick
67–180 Euro pro Stick oder 18 Euro pro Gramm

Dieser Blunt besteht komplett aus Cannabis; jeder Bestandteil ist rauchbar.

„Da ist alles drin: Kief, Hasch, Shatter, Wachs", sagte Jamie Carlton, leitende Angestellte der Marihuana-Apotheke Qualimeds. Diese leckere Mischung wird um ein Spießchen gewickelt, mit einem Hanfdocht in Cannabis-Fächerblätter gehüllt und getrocknet.

Jeder Stick enthält vier bis zehn Gramm Gras; Carlton sagte, ein Thai Stick von sechs bis sieben Gramm würde mindestens sechs Stunden lang brennen.

„Das ist definitiv etwas für den ganzen Tag oder für eine Party mit Freunden."

Wie das glänzt!

Live Resin mit Limonen
67 Euro pro Gramm

Dieses Zeug wird von dem Extraktionsspezialisten Horatio Delbert aus Vancouver hergestellt. Delbert hat seinen eigenen Extraktions-Thinktank und produziert Limonen-Haschöl (LHO), ein lösungsmittelfreies und potentes Cannabis-Konzentrat.

Mit Limonen sind nicht die grünen Zitrusfrüchte gemeint, sondern das pflanzliche Monoterpen. LHO ähnelt Butan-Haschöl (Shatter), doch anstatt Butan bei der Extraktion einzusetzen, verwendet Delbert Limonen, was sich zum Beispiel in Orangenschalen findet und laut seinen Befürwortern besser für die Gesundheit ist.

Qualimeds verkauft Live Resin, welches mit demselben (kompliziert klingenden) Vorgang gewonnen wird wie LHO.

„Man nimmt die lebende Pflanze, gefriertrocknet sie mit flüssigem Stickstoff und extrahiert das Öl an dieser Stelle mithilfe von Limonen", sagte Carlton.

Was dabei herauskommt, ist ein geschmacklich besseres Produkt.

„Es ist viel sauberer", sagte Carlton und verglich den Geschmack mit Lakritze.

Caviar/Cavi Kush
20 Euro pro Gramm

Caviar, wie sie manchmal genannt werden, sind extrem potente kleine Grasbuds. Sie werden hergestellt, indem Buds in Öl gewälzt, in Kief (die Harzdrüsen der Graspflanze) getaucht und dann vakuumversiegelt werden. Dann kann man sich einen schnappen und rauchen. Der Rapper Kurupt hat seine eigene Version, die er „Moon Rock" nennt.

Das nenne ich mal gutes Marketing

Chrontella/Pif
20 Euro pro Glas mit 300 mg Cannabis-Extrakt

In der Edible-Szene gibt es zur Zeit unheimlich viele Entwicklungen, und Chrontella und Pif, die jeweils auf Nutella und die Erdnussbuttermarke Jif anspielen, sind eine Erwähnung wert. Die Gläser kosten etwa 20 Euro und sind recht klein: Der Inhalt reicht nur für ungefähr drei Portionen.

„Das hat die Cannabis-Community im Sturm erobert", sagte Carlton. „Das ist nicht einfach ein Cookie. Ich kann mir meine Medizin jetzt auf meinen Frühstückstoast schmieren."