Fotos

Ein KFZ-Mechaniker dokumentiert ein Wochenende voller Bier, Schmieröl und Titten-Kalendern

Wenn man einen Automechaniker mit zwei Einwegkameras und der Aufgabe, seinen Arbeitsalltag zu dokumentieren, ausstattet, dann kann man auf jeden Fall mit interessanten Ergebnissen rechnen.

von Julian Master
26 April 2016, 4:01am

Wenn man einen Automechaniker mit zwei Einwegkameras und der Aufgabe, seinen Arbeitsalltag zu dokumentieren, ausstattet, dann kann man auf jeden Fall mit interessanten Ergebnissen rechnen. Deshalb haben wir genau das mit dem 24-jährigen Mechaniker-Azubi Clayton Leavell aus Kalifornien gemacht. Clayton arbeitet nun schon seit gut einem Jahr in einer Werkstatt und hat so sein Hobby zum Beruf gemacht.

Am für uns dokumentierten Arbeitstag hatte Clayton alle Hände voll zu tun: Zuerst musste ein ganzes Wohnmobil repariert werden und dann ging es ab zu einem Flugzeughangar, wo der Mechaniker zusammen mit einem Kollegen namens Slick Vic einen liegengebliebenen Truck wieder auf Vordermann brachte. Anschließend wurde jedoch mit ein paar Bierchen angestoßen und den ankommenden Flugzeugen bei der Landung zugeschaut—somit begann das Wochenende doch relativ entspannt. Ich habe mich mit Clayton zusammengesetzt und über die restlichen Fotos gesprochen, die seinen Arbeitsalltag dokumentieren.

VICE: Was war an dem Freitag, an dem du die Fotos gemacht hast, noch so los?
Clayton Leavell: Normalerweise sind Freitage immer recht stressig und deswegen habe ich mir erstmal ein großes Frühstück gegönnt. Der Großteil des Arbeitstags ging für ein Wohnmobil drauf, das ich mit meinem Kollegen Jose reparierte—Reifenwechsel, Getriebeölaustausch, Bremsenreinigung- und erneuerung und so weiter.

Einer deiner Kollegen scheint mit einer Art Schlauch, der im Wohnmobil steckt, herumzuhantieren. Was genau macht er da?
Er ersetzt ein Bauteil, das sich am besten als Scheißezerkleinerer beschreiben lässt. Der Fäkalientank eines jeden Wohnmobils ist mit einem kleinen Motor sowie einer Art Ventilator ausgestattet, der die menschlichen Ausscheidungen zur besseren Entsorgung zerkleinert. Unser Kunde hatte einen Ausflug nach Colorado unternommen, wo Temperaturen unter dem Gefrierpunkt herrschten. Die gefrorene Scheiße hat den Ventilator schließlich in die Knie gezwungen.

Und warum bist du später zum Flughafen gefahren?
Dort musste ich zusammen mit einem Kollegen in einer anderen Werkstatt ran. Wir haben ein paar Autos umgeparkt und einige Motoren für den Wiedereinbau fertig gemacht. Außerdem gab es dann zusammen mit einem ziemlich coolen alten Typen, der dort rumhängt und Möbel herstellt, ein paar Bierchen. So konnte ich den Arbeitstag letztendlich ganz entspannt ausklingen lassen.

Hängt eigentlich in jeder Autowerkstatt ein Kalender mit nackten Frauen?
Das ist tatsächlich eine Art ungeschriebenes Gesetz. Die Kalender werden immer irgendwo aufgehängt, wo sie die Kunden nicht wirklich sehen können. Immer wenn ich mich in anderen Werkstätten auf die Suche nach besagten Kalendern mache, komme ich mir vor wie an Ostern. Enttäuscht werde ich jedoch nie.

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