Das sind die aktuellen Pillenwarnungen für Anfang November

Während in Deutschland ein neues Projekt für Drogentests gestartet ist, warnen europäische Institute vor Ecstasy in Form von Kim Jong-un und Donald Trump.

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02 November 2018, 1:33pm

Pillenfotos: Checkit! | DIB+ | DIZ | Drogenarbeit Z6 | The Loop | Trimbos || Hintergründe, sofern nicht anders angegeben unter CC0

Woche für Woche sind die Easyjet-Flieger nach Berlin vollgestopft mit Menschen in schwarzen Zara-Mänteln und schweren Boots, die es kaum erwarten können, ein ganzes Wochenende durch die Techno-Clubs Berlins zu tanzen. Dass Menschen dort Drogen nehmen, ist kein Geheimnis. Doch was von vielen Konsumierenden – egal ob Touristen oder Einheimische – als Partydrogen verharmlost wird, kann unter Umständen tödlich enden. Auch deshalb ist nun Berlins neues Drug-Checking Projekt offiziell gestartet. Ein solches Angebot gibt es bisher nicht in Deutschland.

Bis man bei "Sonar" seine Drogen auf Reinheit und Zusammensetzung checken kann, wie z.B. bei Checkit! in Wien ,wird es aber noch dauern – wenn es denn überhaupt zustande kommt. Denn für ein solches Testangebot braucht es erst eine Ausnahmegenehmigung des deutschen Bundesinstituts für Arzneimittel- und Medizinprodukte.

Wie jede Woche sammeln wir die Testergebnisse und Warnungen europäischer Drug-Checking-Institute für Ecstasy. Getestet wurden die Pillen von The Loop, Eurotox in Belgien, dem niederländischen Trimbos Institut, "Checkit!" von der Suchthilfe Wien, der Innsbrucker Drogenarbeit Z6, Energy Control auf Mallorca, dem Drogeninformationszentrum der Stadt Zürich (DIZ) und der Drogeninfo Bern Plus (DIB+).

Die folgenden Pillenwarnungen wurden in den letzten sieben Tagen veröffentlicht. Alle Warnungen seit Mai dieses Jahres – einschließlich der neuen – haben wir in diesem Artikel zusammengefasst. Jede Pille ist entweder hoch oder extrem hoch dosiert, oder sie enthält gar kein oder nicht nur MDMA. Wenn eine Pille nicht gelistet ist, heißt das nicht, dass sie rein und niedrig dosiert ist. Der Artikel enthält zudem eine Reihe sogenannter Safer-Use-Regeln, um unnötige Risiken und mögliche Schäden durch Ecstasy-Konsum zu reduzieren. Wir erklären dort auch, warum wir überhaupt Pillenwarnungen veröffentlichen.

Die Pillenwarnungen der ersten November-Woche 2018

Roter oder orangefarbener Trump

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Pillenfotos: Checkit! | DIB+ | DIZ | Drogenarbeit Z6 | The Loop | Trimbos || Hintergründe, sofern nicht anders angegeben unter CC0

Unberechenbar wie der US-amerikanische Präsident ist eine solche Pille, die Ende Oktober von Z6 in Innsbruck getestet wurde. Sie enthielt eine hohe Dosis von 177 Milligramm MDMA. Ein orangefarbener extrem hoch dosierter Trump-Kopf erreichte Mitte Juli bei einem Test durch Eurotox sogar mehr als 200 Milligramm MDMA.

Orangefarbener Kim Jong-un

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Mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un ist nicht zu spaßen, mit einer orangefarbene Ecstasy-Pille seiner Kopfform auch nicht. In Innsbruck fanden Forscher und Forscherinnen Ende Oktober 168 Milligramm MDMA in einer solchen Pille.

Beigefarbene oder orangefarbene "Nespresso"

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Verschiedenfarbige Pillen mit dem Kaffee-Logo von Nestlé findet man in vielen europäischen Städten. Z6 analysierte eine beige "Nespresso" Ende Oktober auf eine hohe Dosis von 197 Milligramm MDMA. Im September tauchten in Wien gelbe "Nespressos" auf, mit hohen Dosen von 125 und 144 Milligramm MDMA. Ende Mai testete das DIZ in Zürich ein grünes Exemplar mit einer extrem hohen Dosis von 233 Milligramm MDMA.

Beigefarbene oder braune "Moncler"

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Pillenproduzierende scheinen eine Vorliebe für Luxus-Modemarken wie Philipp Plein und Moncler zu haben. Eine beigefarbene oder braune "Moncler" wurde Ende Oktober in Innsbruck beim Z6 abgegeben. Sie enthielt eine extrem hohe Dosis von 214 Milligramm MDMA.

Weiße "Moncler"

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Eine "Moncler" in Weiß kam in Innsbruck bei einem Test Ende Oktober sogar auf 305 Milligramm MDMA. Das ist eine extrem hohe Dosis.

Wenn du schon einmal ambulant behandelt werden musstest, nachdem du Drogen genommen hast, (oder Freunde von dir) und du mit VICE über deine Erfahrung sprechen möchtest, erreichst du unseren Redakteur Thomas Vorreyer per E-mail oder Twitter-DM.

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