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Spanische Bergleute stürmen Madrid!

Sie wanderten drei Tage, um sich dann einen Nachmittag lang mit der spanischen Polizei zu bekriegen.

von Jairo Vargas Martin
13 Juli 2012, 7:45am

Gestern gingen tausende spanische Bergarbeiter auf die Straße, um gegen die von der Regierung beschlossenen Änderungen im Bergbausektor zu protestieren. Änderungen wie ihn komplett auszulöschen. Wer braucht auch schon einen Lebensunterhalt?

Die Demo begann als Solidaritätsbekundung mit den knapp 200 Bergarbeitern, die in den letzten drei Wochen knapp 400 Kilometer oder so nach Madrid marschiert sind. Sobald sie am Dienstag Abend im Herzen der Hauptstadt ankamen, versammelten sich ihre Unterstützer entlang der Straße und Tränen flossen in Strömen. Doch wie immer in solchen emotionalen Situationen braucht es nicht viel und die ganze Sache wird plötzlich ziemlich unangenehm.

Der Plan sah eigentlich vor, bis zum Industrie-Ministerium zu marschieren, wo die Bergleute darauf hofften, mit José Manuel Soria, dem Minister für Industrie, Energie und Tourismus zu sprechen. Aber dieser lehnte das natürlich schroff ab. Wie man sich vorstellen kann, waren die Bergleute ziemlich frustriert und protestierten solange, bis die Polizei damit begann mit Gummigeschossen auf sie zu feuern und die Menge mit Schlagstöcken zu bearbeiten. Die Bergleute antworteten darauf mit fliegenden Steinen und Feuerwerkskörpern. Die Schlacht dauerte bis Nachmittags um 15 Uhr, als die Busse ankamen, die die Minenarbeiter wieder nach Hause bringen sollten.

Der Tag endete schließlich mit 70 verletzten Bergleuten, die nun die Sympathie der breiten Öffentlichkeit genießen. Einer der Arbeiter drückte es folgendermaßen aus: "Wir fordern nur, dass sie zehn Prozent kürzen, statt den veranschlagten 60 … wenn sie uns kein Gehör schenken, dann kommen wir zurück. Mit Dynamit." 

Text: Henry Langston