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Identitäre

Banken wollen nichts mit den rechtsextremen "Identitären" zu tun haben

Auch Banken können moralisch richtig handeln, wenn ihnen genügend Kunden sagen, wie.

von Florian Kutej
21 Juni 2017, 3:36pm

Foto von: Thomas Knapp | flickr | by CC 2.0

Foto von: Thomas Knapp | flickr | by CC 2.0

Die selbsternannten "Identitären" werden vielleicht bald wieder behaupten, sie seien vom "linken Meinungsdiktat" eingeschränkt worden. Für ihren menschenverachtenden Bootsausflug ins Mittelmeer brauchen die selbsternannten Aktivisten nämlich Geld, um ein Boot zu mieten, mit dem sie dann NGOs daran hindern wollen, Menschen vor dem Ertrinken zu retten.

Deshalb baten und bitten sie um Spenden. Martin Sellner, der sonst gerne Hoffmannsthal im Wald rezitiert, behauptet, die Aktion sei bereits mit 30.000 Euro unterstützt worden und es könnte mittlerweile sogar mehr Geld geflossen sein. Die NGO SumOfUs geht von 60.000 Euro aus.

Aber da gibt es ein kleines logistisches Problem: Kaum ein Geldinstitut will das Geld der Idis haben. Zuerst hat Paypal ein Konto gesperrt. Dann wollte Kickstarter nichts mit den rechten Hipstern und ihren kruden App-Ideen zu tun haben. Daraufhin kam der Wechsel zur Steiermärkischen Sparkasse, die jetzt wohl auch Abstand genommen hat.

Birgit Pucher, eine Pressesprecherin der Bank, ließ gegenüber VICE durchblicken, dass es wohl zur Auflösung des Kontos gekommen ist. Auf das Bankgesetz verweisend erklärt sie: "Wenn es aufgrund von Vorkommnissen Handlungsbedarf in einer Geschäftsbeziehung gibt, handeln wir rasch und gesetzeskonform. Es sind Abläufe und Fristen einzuhalten, die sich auch durch eine große Anzahl von Unmutsäußerungen nicht verkürzen lassen. Wenn Sie nun jedoch die konkrete Homepage ansehen, werden Sie feststellen können, dass sich dort etwas verändert hat."

Etwas kryptisch, aber wenn man die Website des Projektes "Defend Europe" besucht, ist die Bank dort inzwischen nicht mehr angeführt. Stattdessen findet man an der Stelle jetzt die Kontodaten einer italienischen Bank. Das Konto dort läuft auf Actis Perino Umberto, den Vizepräsidenten des italienischen Zweigs der sogenannten "Identitären". Wie lange die rechtsradikale Gruppierung ihr neues Konto offen halten kann, wird die Zeit zeigen. Die Poste Italiane S.p.A freut sich aber sicher genau wie ihre österreichischen Bankenkollegen über Hinweise. Damit auch hier rasch und gesetzeskonform gehandelt werden kann, versteht sich.

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