DIE LITERATURAUSGABE 2017

Warum die besten Eltern keine Kinder haben (sondern junge Wohnungskollegen)

40 Übungen zur Optimierung ihres Nachwuchs.

von Gerald Hartwig & Georg Hartwig
20 Februar 2017, 5:00am

Illustration: Gerald Hartwig

Aus der Literaturausgabe 2017.

Flugreisen mit Abstand

Die allermeisten Eltern machen schon bei der Buchung ihrer Flugreise den Fehler, denselben Flug für sich wie für ihre Kinder zu buchen. Das führt vor Urlaubsbeginn zu einem tiefenpsychologischen Abhängigkeitsverhältnis, welches es eigentlich zu vermeiden gilt.

Wenn Sie sich nun schon in diese Situation begeben haben, so bestehen Sie jedenfalls bei der Sitzplatzwahl auf Ihrer und Ihrer Kinder Souveränität und reservieren Sie die Sitze möglichst weit auseinander.

Heutzutage ist es durch die Möglichkeit des Online Check-in viel leichter geworden, weit voneinander gelegene Sitzplätze zu wählen, ohne skeptische bis ablehnende Blicke des Bodenpersonals erwarten zu müssen. Das ermöglicht Ihnen, sich schon bei Urlaubsantritt zu entspannen und auch Ihre Kinder werden den Freiraum genießen.

Es gibt schließlich keinen Grund, warum nicht auch andere Fluggäste sich an Ihrem aufgeweckten Nachwuchs während des Fluges erfreuen können. 

Ich will ein Eis, Papi!

Jeder Vater, jede Mutter kennt die Situation zur Genüge:

Sobald es warm, ja auch nur sonnig ist, wird ihr Kind ein Eis wollen und Sie so lange drangsalieren, bis Sie nachgeben und ein Eis kaufen, welches dann zu gleichen Teilen auf dem frischgewaschenen T-Shirt, auf dem Asphalt und um den Mund ihres Kindes verteilt wird.

Hierzu gibt es eine gute Übung: Wenn ihr Nachwuchs Sie löchert, sagen Sie einfach: "Gerne kaufe ich Dir ein Eis. Aber eigentlich habe ich eine bessere Idee: Ich kauf Dir gleich alle Eise, die Du den ganzen Sommer essen willst. Du kannst Dir alles aussuchen, dann hast Du gleich jetzt alle."

Ihr Kind wird aller Voraussicht nach auf das Angebot eingehen, wenn nicht, müssen Sie noch etwas Überzeugungsarbeit leisten. Wenn Ihr Kind nun vor geschätzten 55 Eislutschern sitzt, und diese sich in der Sonne rasch in buntes Zuckerwasser verwandeln, sollte selbst bei Ihrem Kind ein gewisser Erkenntnisprozess stattfinden. Beim nächsten Mal, da ihr Kind ein Eis will, haben Sie nun alle Karten in der Hand, keines zu kaufen.

Bieten Sie ihrem Kind aber unter Umständen ein Glas Wasser oder eine Reiswaffel als Trostpflaster an. 

Bohne ist nicht Bohne

Wir alle wissen: Zucker ist schädlich, Milch sehr oft unverträglich und die Kakao-Bohne wird in den seltensten Fällen ethisch korrekt produziert. Warum also sollten wir unserem Nachwuchs dieses teuflische Dreiergespann in Form von heißer Schokolade (Kakao) zumuten beziehungsweise es überhaupt daran gewöhnen?

In der Tat ist es wesentlich ratsamer, nach dem Abstillen (Falls Sie sich das Stillen überhaupt angetan haben) ihre Kinder gleich an Kaffee zu gewöhnen. Es erspart Ihnen am Morgen wesentliche Zeit, denn Sie müssen nicht zwei verschiedene Getränke zubereiten und Sie müssen beim Einkauf etwas weniger nachdenken.

Die Kinder kommen übrigens meist schon ab dem dritten Lebensjahr mit Nespresso-Kaffeemaschinen zurecht. Diese sind ja, das wurde uns von Nestlé bestätigt, speziell niederschwellig für alle Intelligenzklassen und Altersstufen entwickelt worden.

Also machen Sie es sich und Ihren Kindern leicht, gerade am Morgen. 

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