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akademikerball

Die Organisatoren des Akademikerballs haben Angst vor der Burschenschaft Hysteria

Und verschärfen deswegen die Sicherheitsvorkehrungen.

von Verena Bogner
19 Jänner 2018, 11:00am

Foto von Christopher Glanzl

Am Mittwoch verkündete der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl, dass man bei den Protesten gegen den bevorstehenden Akademikerball am 26. Jänner die Vergeltung für den Einsatz österreichischer WEGA-Einheiten beim G-20-Gipfel in Hamburg fürchte. Und Pürstl ist nicht der Einzige, der sich dieser Tage wohl ein wenig fürchtet: Wie am Freitag bekannt wurde, verstärken die Organisatoren des Akademikerballs die Sicherheitsvorkehrungen in Form von hochauflösenden Kameras und Gesichtserkennung. Neben der "deutlich erhöhten Gewaltbereitschaft", von der die Exekutive schon im Vorfeld fantasiert, ist ein Grund dafür die Burschenschaft Hysteria.

Statt der Burschenschaft dankbar dafür zu sein, den Akademikerball schon im vergangenen Jahr gerettet und ihn zum Männerschutzball ernannt zu haben, wollen die Organisatoren nun dafür sorgen, dass die Hysteria den Ball kein zweites Mal besucht.

Am Dienstag veröffentlichte die Burschenschaft Hysteria nämlich ein Facebook-Posting, in dem sie dazu aufruft, sich Tickets für den Ball zu besorgen, sogar welche verlost und außerdem ankündigt, beim diesjährigen Ball die Mitternachtseinlage zu gestalten. Die Autorin Stefanie Sargnagel, Mitglied der Burschenschaft Hysteria, äußerte sich am Donnerstag auf Facebook zur Wichtigkeit, einerseits gegen den Akademikerball zu demonstrieren, als schlagende Burschenschafterin jedoch auch auf dem Ball zu erscheinen.

Eine Nachfrage bei der Burschenschaft Hysteria, wie sie zu den erhöhten Sicherheitsmaßnahmen beim Akademikerball steht, blieb bis zur Veröffentlichung dieses Artikels unbeantwortet. Bei einer Reaktion aktualisieren wir den Text an dieser Stelle. In der Zwischenzeit verweisen wir auf dieses Posting von Stefanie Sargnagel:

Dass die Organisatoren des Akademikerballs dieses Jahr ein Auge darauf haben, wer ihren Ball besucht, ist kein Wunder, wenn man an die Resonanz denkt, die die letztjährige Hysteria-Aktion ausgelöst hat.

Und auch, wenn Heinz-Christian Strache damals versucht hat, dem Ganzen seinen eigenen Spin zu geben und zu behaupten, der Akademikerball stehe jedem offen, zeigt die Reaktion der Organisatoren, dass das Bullshit und auf dem Ball definitiv nicht jeder willkommen ist.

Verena auf Twitter: @verenabgnr

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