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Ein nordkoreanischer Deserteur hatte 30 Zentimeter lange Würmer im Bauch

Ein nordkoreanischer Soldat lief in der demilitarisierten Zone nach Südkorea über und wurde dabei schwer verwundet. Jetzt erschweren Parasiten die Behandlung.

von Tim Hume
20 November 2017, 10:16am

In der Joint Security Area stehen sich nord- und südkoreanische Soldaten direkt gegenüber | Foto: imago | photothek

Am vergangenen Montag ist ein nordkoreanischer Soldat nach Südkorea übergelaufen und wurde bei der Flucht schwer verwundet. Zwar konnte er in ein Krankenhaus gebracht werden, aber dort fällt es den Ärzten nun laut eigener Aussage schwer, den Nordkoreaner zu behandeln. Der Grund: In seinem Inneren befindet sich "eine Vielzahl" von Parasiten.

"Wir haben Probleme mit der Behandlung, da wir im Magen des Soldaten eine große Menge Parasiten gefunden haben, die sich in den verwundeten Körperstellen breitmachen und diese wegfressen", erklärte Lee Cook-jong, der leitende Chirurg, am Dienstag gegenüber der Presse. "In meiner 20-jährigen Laufbahn als Chirurg habe ich so etwas bis jetzt nur in Lehrbüchern gesehen."

Laut Cook-jong war der längste Wurm, der aus dem Inneren des Nordkoreaners entfernt wurde, fast 30 Zentimeter lang.

Der Zustand des nordkoreanischen Soldaten gibt Aufschluss darüber, wie es in dem verarmten und isolierten Staat um die Hygiene und Ernährung der Bevölkerung steht. Dort werden menschliche Exkremente häufig als Düngemittel verwendet, weil es keine chemischen Alternativen gibt. Durch das mit dem Fäkaldünger verunreinigte Essen gelangen solche Parasiten schließlich in die Körper der Konsumenten.

Der unbekannte Soldat – ein Feldwebel Mitte 20 – befand sich in kritischem Zustand, nachdem er am Montag die Grenze zwischen Nord- und Südkorea überquert hatte und dabei von seinen ehemaligen Kameraden angeschossen worden war.

Der Deserteur war anfangs noch in einem Geländefahrzeug unterwegs, ging dann aber zu Fuß weiter, nachdem der Jeep im Straßengraben steckengeblieben war. Dabei trafen ihn Kugeln ins Gesäß, den Rücken, die Schulter, die Armbeuge und ins Knie.

Ein südkoreanischer Soldat fand den Nordkoreaner schließlich zusammengebrochen in einem Gebüsch südlich der militärischen Demarkationslinie, die die beiden Länder trennt. Der Verletzte wurde per Helikopter sofort in ein Krankenhaus in der Provinz Gyeonggi-do gebracht und dort notoperiert.

Vor dem Zwischenfall am Montag hat es in der sogenannten Joint Security Area, wo sich die verfeindeten Armeen direkt gegenüberstehen, seit über zehn Jahren keinen Überlauf mehr gegeben.

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