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Occupy Turkey

Abseits des Aufstands

Der Fotograf Marko Mestrovic war in Istanbul und hat uns ein paar sensationelle Fotos abseits der üblichen Demo-Bilder mitgebracht.

von Marko Mestrovic & Alexandra Stanic
12 Juni 2013, 9:30pm

Vergangenes Wochenende war der Fotograf Marko Mestrovic in Istanbul, um sich ein Bild (und uns eine ganze Reihe von Bildern) von der Lage rund um den Taksim-Platz zu machen. Herausgekommen ist dabei das Portrait einer Stadt im Wandel, die nicht nuraber auchaus Gasbomben, Polizei-Dominanz und vermummten Demonstranten besteht. Hier lest ihr einen kurzen Bericht davon, wie sich Istanbul kurz vor dem erneuten Clash angesichts der Räumung des Gezi-Parks angefühlt hat.

Als wir Vorort waren, erlebten wir einen der ruhigeren Tage rund um den Taksim-Platz—was uns zugute kam, weil wir so das Leben und die Leute abseits der reinen Krawalle einfangen konnten. Die generelle Stimmung war ausgelassen. Dazu gehörten schaulustige Touristen mit kratzigem Hals—etwas Tränengas lag noch in der Luft—, die vor verbrannten Bussen für Fotos posten und Anonymous-Masken zu horrenden Preisen kauften.

Es wirkte, als wäre der Taksim-Platz nicht mehr nur Revolutionsschauplatz, sondern längst auch zu einer riesigen Touristenattraktion geworden. Alle ließen sich dort bereitwillig fotografieren, nahmen Fahnen in die Hand, von denen sie nicht wussten, was sie bedeuteten und grinsten freundlich in die Kameras.

An jeder Ecke gab es Stände mit Köfte oder Miesmuscheln, die Verkäufer mit Gasmaske und Taucherbrille am Kopf anboten. Nebenbei gab’s auch Kleingruppen, die durch die Straßen zogen und feministische, kommunistische oder pro-kurdische Agenden an den Mann bringen wollten. Also alles ganz entspannt, bis auf den Händler, der beim Verkauf einer Atatürk-Fahne nicht mit sich handeln ließ.

Und noch etwas fiel auf: Man konnte erkennen, dass die Menschen am Platz  alle ein wenig stolz auf sich selbst waren. Bisher hatten sie schließlich noch nie demonstriert, waren nie für sich und ihre Rechte, geschweige denn für die Rechte anderer aufgestanden.

Marko Mestrovic

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