Anzeige
News

Hangover-News

Das Oktoberfest brauchte nur 80 Minuten für seine erste Alkoholvergiftung, VW wurde in der USA beim Betrügen erwischt und es brennen wieder Flüchtlingsheime.

von VICE Staff
21 September 2015, 5:12am

O'zapft is! 80 Minuten nach Bier-Anstich glänzt die Wiesn mit erster Alkoholvergiftung

Foto: Imago | Ralph Peters

Mit nur zwei Schlägen um Punkt 12:00 Uhr gelang es Oberbürgermeister Dieter Reiter, das weltweit größte Volksfest zu eröffnen. Dies war der offizielle Startschuss für ein Rennen, bei dem ein rund 50 Jahre alter Mann als Sieger hervorgehen sollte. Im gelang es am allerschnellsten, den eigenen Körper derart in den Grenzbereich zu fahren, dass dieser vor lauter Druckbetankung in sich zusammenbrach. Der Motorschaden ereignete sich um 13:20 Uhr direkt vor den Augen der Festzelt-Security, die für den Bewusst- und Regungslosen das Safty-Car des Roten Kreuzes alarmierte. Im letzten Jahr musste die rote Pannenhilfe ganze 45 Minuten länger warten, bis sie zu ihrem ersten Alk-Einsatz ausrücken durfte.

IN UGANDA WURDEN DIE MISS UND MISTER HIV GEWÄHLT

Foto: Imago | Science Photo Libary

Sie heißt Robina Babirye, er Silas Lubangakere, und beide sind sie Sieger des diesjährigen Schönheitswettbewerbs Y+ in Uganda. Das ,Y' und ,+' stehen für ,Youth' und ,HIV positiv'. Wie die übrigen Kandidaten zwischen 16 und 25 Jahren tragen auch Robina und Silas den Virus in sich—die neue Miss HIV sogar von Geburt an. Doch heutzutage kann dank moderner Medikamente ein Ausbruch der Aids-Erkrankung in Schach gehalten werden, sodass die 1,5 Millionen Betroffenen in Uganda ein fast ,normales Leben' führen könnten, wenn das Stigma der Erkrankung und die damit verbundene Diskriminierung nicht wären. Genau dagegen versuchen die Organisatoren von Y+ mit ihrem Schönheitswettbewerb anzukämpfen.

Die SPÖ ist jetzt auch für Asyl auf Zeit

Foto: Franz Johann Morgenbesser | Flickr| CC BY 2.0

Zu Beginn der sich zuspitzenden Flüchtlingsthematik war die österreichische Bundesregierung in einer relativ angenehmen Position. Da die überwiegende Mehrheit der fliehenden Menschen nach Deutschland wollte und der Weg dorthin offen war, konnten die österreichischen Behörden die zigtausenden Flüchtlinge durchwinken. Nach der Einführung von Grenzkontrollen muss sich die Regierung nun aber konkret damit beschäftigen, Menschen auch bei uns aufzunehmen und zu integrieren.

Von der ÖVP appelliert man dabei schon länger an den „Hausverstand" und dass man nicht alle aufnehmen könne. Ausgehend vom oberösterreichischen Wahlkampf will nun auch Innenministerin Mikl-Leitner ein neues Konzept für „Asyl auf Zeit" präsentieren. Auch von der SPÖ kam dafür am Sonntag von Kanzlerminister Josef Ostermayer Unterstützung. Asyl auf Zeit sei eine „ehrliche" Option für die Menschen, der Status müsse nach drei Jahren jeweils erneut geprüft werden. Ob man damit eine sinnvolle Maßnahme für Integration setzt, sei dahingestellt. Man erhofft sich wohl eher die Absicherung von Wählerstimmen.

Griechenland hat einen neuen, alten Ministerpräsidenten

Foto: Imago | ZUMA Press

Alexis Tsipras hat am Sonntag seine zweite Wahl zum Ministerpräsidenten innerhalb eines Jahres gewonnen. Erneut wurde seine Syriza-Partei die stärkste Kraft im Land mit 35,53 Prozent der Stimmen und wieder musste sich die liberal-konservative Nea Dimokratia geschlagen geben—diesmal mit 28,05 Prozent der Stimmen. Bei den Wahlen am 25. Januar wurde ein ähnliches Ergebnis mit 36,3 zu 27,8 Prozentanteilen erzielt. Als Koalitionspartner wünscht sich Tsipras auch wieder die rechtspopulistische Anel an seine Seite, um der fortbestehenden Aporie weiter zu begegnen: Der Erfüllung auferlegter EU-Reformen bei gleichzeitiger Entlastung des griechischen Volkes von den Sparauflagen.

SVP-Song wird vom SRF nicht gespielt

Bild: Screenshot via YouTube

Der SVP-Song „Welcome to SVP" stürmt die Schweizer Hitparade. Letzte Woche sprang der Wahlkampfsong von DJ Tommy auf Platz 6 der Musik-Charts. Wie die NZZ am Sonntag berichtet, wird das Schweizer Radio und Fernsehen den Song nicht spielen: Das Radio- und TV-Gesetz verbietet Werbung für politische Parteien und Personen, die politische Ämter innehaben.

Auf Radio SRF 3 wurde das Lied in der Hitparade am Sonntag nur angespielt: „Wir spielen den Wahl Song der SVP nicht in voller Länge, weil für die SRG ein generelles Verbot für politische Werbung gilt und wir so kurz vor den Wahlen zu besonderer Sorgfalt verpflichtet sind." Zürcher SVP-Nationalrat Thomas Matter findet dies „skandalös", schliesslich handle es sich um keinen Werbespot der SVP.

In Deutschland brennen wieder Flüchtlingsheime

Foto: Imago | Joachim Sielski

Dem respektablen Ansehen, das sich Deutschland im humanitären Umgang mit den Flüchtlingen mühevoll verdient hat, wurden am Wochenende ein paar tiefe Risse versetzt. Während im sächsischen Bischofswerda die tagelangen Proteste bis in die Nacht zum Samstag hineingingen, wobei ankommende Flüchtlingsbusse trotz Polizeischutz mit Flaschen beworfen und mit Hitlergrüßen willkommen geheißen wurden, haben sich im baden-württembergischen Wertheim Unbekannte dazu entschlossen, die Unterkunft von 330 anreisenden Flüchtlingen gleich ganz in Brand zu setzen.

Nachdem die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle gebracht hatte, erwies sich die Sporthalle als einsturzgefährdet und fortan nicht mehr bewohnbar. In Breesen (Kreis Rostock) ist ebenfalls ein Feuer in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft gelegt worden, nur dass dort das Gebäude vielleicht noch gerettet werden kann. Im brandenburgischen Neuhardenberg bewiesen die polizeilich gesuchten Täter ganz besondere Kreativität, indem sie nicht nur zwei Fahrzeuge von Angehörigen einer Flüchtlingsinitiative abbrennen ließen, sondern zudem die Haustüren und Laternen in der gesamten Ortschaft mit Aufklebern und Wurfzetteln versehen haben—Aufschrift: ,REFUGEES NOT WELCOME'.