Anzeige

Bevor sie berühmt wurden: Die ersten Konzerte deiner Lieblingsacts

Egal, ob Fler, Green Day oder Kraftklub, sie alle haben mal klein angefangen. Außer Cro, der war schon immer Hype.

28 Oktober 2016, 9:19am

Was würdest du machen, wenn du eine Zeitmaschine in deiner Wohnung stehen hättest? Würdest du sie benutzen, um die größten Fehler deines Lebens zu vermeiden? Oder würdest du einfach ins Jahr 2015 springen, um auf Hoverboards zu fahren? Wir wüssten ganz genau, was zu tun ist: die frühen Konzerte von Acts angucken, bevor sie berühmt wurden und uns tausende Menschen, Security und eine riesige Bühne von ihnen trennen würde. Geht aber leider nicht. Deswegen haben wir auf YouTube nach alten Aufnahmen gesucht und zeigen sie euch. Weil früher eben früher war.

Green Day (1990)

Green Day spielen ein Open-Air-Konzert in einer High School und niemand beachtet sie. Diesen Satz muss man auch erstmal kurz sacken lassen. Die Pop-Punk-Legenden genau da spielen zu sehen, wo so gut wie jeder ihrer Fans sie auf Dauerschleife gehört hat, treibt uns nostalgische Tränen in die Augen. Jeder wollte in seiner Schulzeit doch in einer Band spielen, die wie Green Day klingt. Die Aufnahmen zeigen leider, dass du auch damit nicht deine Teenie-Liebe hättest beeindrucken können.

Nirvana (1991)

Die erste Station unserer Zeitreise wäre natürlich Nirvana. Um auf eine Bühne zu gucken, auf der ein quicklebendiger Kurt Cobain steht und sich noch befreit von allem Ruhm und übermäßigen Drogenkonsum die Scheiße aus dem Karo-Hemd spielt. Und um diesen Song zu hören, als er zum ersten Mal gespielt wurde. Dieses Gefühl, genau den Song live zu erleben, der später eine Generation prägen wird, muss unglaublich sein.

Rage Against The Machine (1991)

Stell dir vor, Rage Against The Machine spielen an deiner Uni und keinen juckt es. Könnte 2016 nur passieren, wenn irgendein bescheuerter Zombie-Film Realität werden würde und niemand mehr einem aufgedreht tänzelnden Zack de la Rocha beim Abgehen zuschauen könnte. Aber gut, vor 25 Jahren kannte man die Band noch nicht. Trotzdem will man dem apathisch mit dem Kopf nickenden Publikum zuschreien, dass sie verdammt nochmal ausrasten sollen, weil sie gerade Musikgeschichte miterleben.

Samy Deluxe (2000)

Rap ist wie kaum ein anderes Genre sehr darum bemüht, sich stetig weiterzuentwickeln und immer neue Grenzen zu sprengen. Umso interessanter, mal einen riesigen Schritt zurück zu machen und sich den Rap von 2000 anzuhören. Und siehe da, wäre die schlechte Videoqualität nicht Beweis genug, dass da niemand das Samy Deluxe-Konzert mit der HD-Kamera seines Smartphones gefilmt hat, wir hätten fast keinen Unterschied bemerkt. Samy rappt halt immer noch derbe wie eh und je—nur hat sich die Welt um ihn weitergedreht.

Bushido und Fler (2003)

Im Oktober 2002 kam Bushidos und Flers Kollabo-Album Carlo Cokxxx Nutten und fickte deutschen HipHop. Ehrensache, dass die beiden Jungs von Aggro Berlin im Sommer des nächsten Jahres auf der Bühne des splash! Festivals standen und in ein Meer von wippenden Armen blicken durften. "Seid ihr enttäuscht von den ganzen anderen Rappern?", fragt Bushido irgendwann. "Ja!" schallt es aus 1000 Kehlen zurück. Der Rest ist Deutschrap-Geschichte.

K.I.Z. (2005/2006)

Die meisten Videos der Marke "Throwback" erfüllen uns mit einem bittersüßen Gefühl. Süß, weil die Nostalgie ein wohlig-kribbelndes Gefühl in uns auslöst. Bitter, weil wir vielleicht Einiges von dem, wie es damals war, vermissen. Das Aussehen, den Enthusiasmus, das Lebensgefühl ... Wenn man sich dieses Video von K.I.Z. aus dem Jahre 2005 ansieht, geht es einem ähnlich—mit dem Unterschied, dass die unangenehm bittere Geschmacksnote ausbleibt. Wir haben bereits darauf gewartet, aber da kommt nichts. Und das ist vermutlich auch der Grund, warum K.I.Z. zu den erfolgreichsten Livebands der Nation zählen. Nur süß, kein Platz für Bitterkeit.

Kraftklub (2010)

Wenn man auf die doch überschaubar kurze Bandgeschichte der Jungs aus Chemnitz zurückblickt, wird eines offensichtlich: Die haben echt alles richtig gemacht. Schon 2010 hatten sie mit ihren uniformen College-Jacken ein Image zementiert, das sich gut vermarkten lässt—und auch wurde. Nachdem sie den New Music Award gewonnen hatten, unterschrieben sie bald beim Major und tourten sich den Arsch ab. Das Debüt erschien über ein Jahr später—und chartete auf die Eins.

Cro (2011)

Sucht man nach ersten Auftritten von Cro, wird das romantische Bild eines maskenlosen Jünglings, der in einem spärlich besuchten AJZ steht, schnell zerstört. Nachdem er sich einige Jahre als Lyr1c durchschlug, wurde er 2011 von Chimperator entdeckt, in die Pandamaske gesteckt und als Support von Madcon auf deren Deutschlandtour geschickt. Volle Hallen, textsicheres Publikum, gekonnt lässiges Auftreten—viel hat sich da in den fünf Jahren nicht verändert. Nur Psaiko Dino, der musste damals noch eine Maske tragen.

Header: Screenshot via YouTube.

**

Folgt Noisey bei FacebookInstagram und Twitter.