Party

Rauschhafte Fotos vom karibischen Karneval in New York

Wer feiert ausgelassener? Die Karibik oder Köln?

von Allison Schaller
06 März 2017, 8:10am

Russel Fredericks Urgroßeltern zogen zum Bau des Panamakanals von Barbados und Jamaika in das mittelamerikanische Land. Ihre Heimat ließen sie hinter sich, ihre karibischen Traditionen aber nicht. Auch drei Generationen später trägt der in Brooklyn lebende Fotograf diese Wurzeln in seinem Herzen. Kein Wunder also, dass er seit dem Beginn seiner Karriere den Auftakt des karibischen Karnevals, J'ouvert, und die West Indian Day Parade im September fotografiert.

Mit seiner Kamera möchte er die unterschiedlichen Traditionen in der sich ständig ändernden Metropole am Leben halten. Tatsächlich war es die damals noch dürftige Berichterstattung über das Fest, die ihn zu seiner Arbeit inspirierte. Frederick will diese Traditionen auch mit Menschen außerhalb von Brooklyn teilen, die keine karibischen Wurzeln haben und die ganzen Farben, Geschmäcker und Rhythmen noch nicht kennen.

VICE: Wie ist es, bei diesen Festen zu fotografieren?
Russel
: Bei beiden muss man ständig auf der Hut sein, weil so viel so schnell um dich herum passiert. J'ouvert zu fotografieren, ist ein richtiges Workout! Überall hörst du Musik aus den verschiedenen Ländern, es wird durchgehend getanzt, schöne Menschen, viel Spaß und alle feiern ihre Kultur.

Sind diese Bilder nur dokumentarisch oder erfüllen sie auch andere Zwecke?
Für die Menschen aus der Karibik geht es dabei darum zu feiern, was man ist, sich daran zu erinnern, wo man herkommt – an seinen Kampf und seine Erfolge als Immigrant. Alle anderen inspirieren die Fotos hoffentlich zu Reisen, Neugierde, Austausch und zum Lesen. Die Bilder zeigen, wie New York die karibische Gemeinschaft in ihr Herz geschlossen hat. Die Bilder sind da, um aufzuklären.

Alle Fotos: Russel Frederick

Was sagst du zu den Gewalttaten, zu denen es während J'ouvert kommt?
Ich habe den Eindruck, dass es sich bei dieser Gewalt um isolierte Ereignisse handelt. Jede Straßenparade hat ihre Probleme – viele Menschen, Alkohol und begrenzter Platz sind die besten Zutaten für irgendwelchen Unfug. Manche Menschen wollen einfach, dass es die Parade und J'ouvert nicht mehr gibt. Sie versuchen, den Druck auf den Bürgermeister zu erhöhen, damit er die Veranstaltungen verbietet. Es ist bedauernswert und enttäuschend, dass überhaupt jemand verletzt wird.

Was macht die Feste so wichtig für dich?
Das sind meine Leute. Ich bin mit Trinidadern, Jamaikanern, Puerto Ricanern und Haitianern aufgewachsen. J'ouvert und die Parade erwecken schöne Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend mit diesen Menschen. Ich liebe es auch, wie kreativ und stolz dort jeder seine Herkunft zur Schau stellt.

Mehr Fotos von Russel findest du auf seiner Homepage.

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