Sex

Gedehnte Harnröhren und malträtierte Hoden: Eine Sadistin erzählt, wie sie Männer quält

"Mir gefällt es, wenn es den Männern nicht gefällt."

von Manisha Krishnan
06 August 2019, 10:42am

Foto: Henry Giggenbach

Hast du schon mal von Sounding gehört? Nicht schlimm, ich bis vor Kurzem auch nicht. Dabei handelt es sich um eine Form der Harnröhrenstimulation, die vor allem bei der BDSM-Spielart Cock and Ball Torture zum Einsatz kommt. Dazu werden Metallstifte, oft medizinische Sonden, in die Harnröhre eingeführt. Bei Frauen geht das übrigens auch.

Allein wenn ich diese Zeilen schreibe, kneife ich unweigerlich die Beine zusammen. Neugierig war ich trotzdem. Also habe ich Julie kontaktiert. Die 37-jährige Sozialarbeiterin aus Toronto hat in Sachen Cock and Ball Torture schon so ziemlich alles gemacht – auch Sounding.

"Wenn du mit Cock and Ball Torture anfangen möchtest, solltest du Bücher dazu lesen und mit anderen darüber sprechen. Pornos sind vielleicht unterhaltsam und schön anzusehen, aber du solltest die Sachen nicht einfach nachmachen", sagt Julie. Außerdem hole sie sich immer das Einverständnis ihrer Partner ein, bevor sie etwas Neues ausprobiert.

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Kein Sounding-Equipment, sieht aber auch schmerzhaft aus | Foto bereitgestellt

Ich habe mit Julie über ihre Erfahrungen mit malträtierten Penissen und Hoden gesprochen und darüber, Metallstäbe dort einzuführen, wo sie eigentlich nicht hingehören.

VICE: Wie bist du bei Cock and Ball Torture gelandet?
Julie: Vor über zehn Jahren habe ich in der San Francisco Bay Area gelebt und dort gab es eine sehr große Kink-Szene. Mein damaliger Partner war auch mein 24/7-Sub. Ich stand schon immer auf Sadismus und wollte verschiedene Techniken lernen. Ich habe ein paar Bücher gelesen und bin über Family Jewels gestolpert, ein bekanntes Buch über Cock and Ball Torture. Dann habe ich angefangen, mir Videos auf der Fetischseite Kink.com anzuschauen. Ein Model dort fand ich richtig gut. Ihr dominanter Stil hat mir sehr gefallen und ich habe ein paar Dinge von ihr gelernt.

Womit hast du angefangen?
Schlagen, also mit der flachen Hand. Dann kamen Wäscheklammern, Beißen, Abrasion Play – also das Zufügen von Schrammen – und Kratzen. Irgendwann habe ich gelernt, wie man jemandem in die Eier tritt, ohne ihn zu verletzen. Dann kam das Sounding.

Was machst du mit Wäscheklammern?
Du befestigst sie entlang der losen Haut an den Hoden. Das ist noch nicht schmerzvoll. Aber wenn du sie abnimmst und versetzt wieder befestigst, wird es unangenehm. Dort ist dann nämlich das ganze Blut hingeflossen.

Und wie fest trittst du den Typen in die Eier?
Ich trete sie nicht so hart, dass sie sich übergeben müssen, außerdem nur mit der flachen Oberseite des Fußes, nie mit den Zehen oder der Kante. Ich würde auch nicht mit spitzen Schuhen treten. Selbst wenn die Typen darauf stehen, sind sie immer schockiert. Vieles davon sieht meiner Meinung nach schmerzhafter aus, als es ist.

Wie beim Wrestling?
Ja. Alle sind von Cock and Ball Torture immer total schockiert, aber im Grunde ist es einfach nur eine weitere Methode, jemandem Schmerzen zuzufügen. Und es macht Spaß.


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Wie bist du zum Sounding gekommen?
Viele Männer sind wirklich zimperlich, wenn es darum geht, etwas in ihren Penis einzuführen. Deswegen fand ich, dass das ein toller Hirnfick ist. Ich musste es einfach lernen. Mein damaliger Partner hat mir dann zum Valentinstag ein Sounding-Set mit sogenannten Hegarstiften geschenkt. Das ist quasi das rudimentärste Sounding-Set, das es gibt. Es enthält verschiedene Dilatatoren, von sehr klein bis recht groß.

Wie bist du es dann angegangen?
Ich bin mit Freunden zu einer Party gegangen und die haben mir dann die ganzen Sicherheitsvorkehrungen gezeigt. Du solltest unbedingt Handschuhe tragen, damit keine Bakterien eindringen. Vor der ersten Benutzung solltest du das Set abkochen und desinfizieren. Mit Reinigungsalkohol hältst du es steril. Beim Sounding musst du eine Menge Gleitgel benutzen, keine Spucke.

Und wie geht es weiter?
Du lässt die Dilatatoren von selbst reinrutschen. Wenn du schiebst, kannst du die Harnröhre oder sogar die Blase verletzen. Ich lasse die Stifte einfach reinfallen. Das ist auch nicht schmerzhaft. Du kannst sie dann raus und reinbewegen, drehen und den Penis mit der Hand stimulieren, bis er damit zum Orgasmus kommt.

Wir groß sind die Stifte?
Die kleinsten sind nur wenige Millimeter breit, die Enden sind immer etwas größer. Es gibt glatte, es gibt hubbelige und es gibt Stifte mit besonders großen Köpfen. Es gibt auch welche, die etwas rauer sind und in der Harnröhre etwas kratzen. Das ist allerdings etwas riskant und liegt jenseits meiner Fähigkeiten.

Was haben die Typen davon?
Mein aktueller Partner findet das Gefühl sehr erregend. Ihm gefällt es einfach. Außerdem möchte er seine Harnröhre dehnen, für ihn ist das eine Art Wettbewerb. Ich persönlich stehe nicht auf extrem geweitete Harnröhren. Anderen Typen sehen es als eine Art Herausforderung, weil man sich eigentlich nichts in seine Harnröhre stecken sollte.

Was ist mit dir?
Mir gefällt es, wenn es den Männern nicht gefällt. Sie lassen es mich machen, aber sie selbst mögen es eigentlich nicht. Das macht mir Spaß. Außerdem mag ich, dass es bei ihnen ein paar Tage danach beim Pinkeln noch etwas brennt, so als kleine Erinnerung. Weil die Stifte aus Metall sind, kannst du sie übrigens unter Strom setzen.

Was?
Wenn du elektrisches Sexspielzeug im Körper anwendest, führt das in der Regel dazu, dass sich unweigerlich die Muskeln zusammenziehen und das Spielzeug wieder rauskommt.

Mit wie vielen Menschen hast du das schon gemacht?
Zwischen fünf und zehn. Ich würde mich noch nicht als Expertin bezeichnen, eher als fortgeschrittene Anfängerin. Es gibt Menschen, die die Sonden noch weiter reinschieben und damit ihre Prostata stimulieren. Das mache ich nicht, weil es mir zu riskant ist. Ich habe keine Lust auf medizinische Notfälle.

Hattest du schon Unfälle?
Ich habe mal jemandem so hart aufs Schambein geschlagen, dass ihm die Luft weggeblieben ist. Aber was Ernstes ist noch nicht passiert.

Was stellst du sonst noch mit Schwänzen an?
Ich stehe auf Trampling. Du kannst dich auf einem Penis stellen und dann deine Füße drehen. Ich füge Typen auch gerne kleine Schnitte zu. Ich habe letztens Urin über meinem Partner ausgekippt und ihn dann dafür bestraft, dass er voller Urin war. Also habe ich ihn in ein Eisbad gesteckt und mit einer Klobürste abgeschrubbt. Die Bürste war neu und unbenutzt, aber hat ihm überall am Körper kleine Schnitte zugefügt. Die nächsten Tage haben die Schnitte immer sehr gebrannt, wenn er geschwitzt hat. Ich habe auch mal zur Bestrafung Zahnpasta in die Harnröhre meines Partners getan. Ich kenne Leute, die dafür Chilisoße benutzen, aber das ist vor allem bei der dünnen Haut etwas riskant.

Gibt es noch etwas, das die Leute unbedingt über Cock and Ball Torture wissen sollten?
Es gibt zahlreiche schöne und schmerzhafte Dinge, die du mit Schwänzen anstellen kannst, die keine bleibenden Schäden nach sich ziehen.

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