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ÖBB

Homophobe Rassisten wollen nicht mehr mit der ÖBB fahren

Gute Nachrichten für alle außer homophobe Rassisten.

von Isabella Radich
16 August 2018, 2:38pm

Collage aus Screenshots von VICE Media

Während den Behörden in Österreich die Menschen offenbar gar nicht schwul genug sein können, glänzt die FPÖ wieder einmal aufs Neue mit einem menschenverachtendem Facebook-Posting. Auch wenn sich die Überraschung über homophobe und rassistische Äußerungen der Freiheitlichen nach vielen Jahren bereits in Grenzen hält, ist es doch jedes Mal wieder erstaunlich, wie ekelerregend und furchtbar die Kommentare auf der Plattform sein können – vor allem wenn sie vom Amstettener FPÖ-Stadtrat höchstpersönlich kommen.

Der Shitstorm an rassistischen und homophoben Kommentaren wurde ursprünglich durch den Linzer FPÖ-Gemeinderat Manfred Pühringer ausgelöst, der auf seinem privaten Facebook-Profil das neue Werbeplakat der ÖBB veröffentlicht hat. Auf besagtem Plakat wird für die Family Vorteilscard geworben – und das mit einem gleichgeschlechtlichen männlichen Paar mit Baby im Arm. Die ÖBB ergänzt ihre Werbung noch mit dem Satz: “Für Mütter, Väter, Partner oder Freunde, die mit Kindern unterwegs sind.”

Während jeder Mensch, der bereits im 21. Jahrhundert angekommen ist, dabei höchstens mit den Achseln zuckt und sein Leben weiterlebt, bricht die Welt der rechten Rückwärtsdenker dadurch abermals zusammen. So auch die des FPÖ-Stadtrats Bruno Weber, der aus Schock über die “2 vermeintlichen Schwuchteln mit Baby und davon noch ein Neger” sofort zur Westbahn wechseln will. Mal ganz abgesehen davon, dass Herr Weber die Bedeutung des Wortes “vermeintlich” besser noch mal googeln und sein Emoji-Game eventuell professionalisieren sollte, ist das einzig Erfrischende daran wahrscheinlich die Klarheit, die er in Bezug auf seine persönlichen Ansichten damit schafft.

Bei der ÖBB wird ihm wohl niemand nachtrauern; die Westbahn hat dafür jetzt potenziell einen neuen hoffnungslosen Homophoben und Rassisten mit an Bord. Natürlich war der gute Herr Weber nicht der Einzige, der das Plakat der ÖBB mit einem volksverdummenden Post kommentiert hat. Hier ein paar seiner Brüder und Schwestern im Geiste.


Auch auf VICE: Facebook's Ethnic Affinity Marketing


Heteros und Frauen werden diskriminiert

Genauso wie Heinz-Christian Strache in Zeiten des Schächtens plötzlich zum Tieraktivisten wird, werden die rechtskonservativen Facebook-Trolle offenbar in Zeiten der Bedrohung durch Gleichberechtigung von gleichgeschlechtlichen Paaren plötzlich zu Feministen. Jedenfalls zeigt sich Heinz sehr besorgt, was die Repräsentation von Frauen auf dem Plakat angeht. Wie sagt man so schön? In der Not frisst der Teufel Fliegen.

Ebenso besorgt ist auch Erik. Bedeuten die zwei Männer und ihr Baby etwa, dass ab sofort alle heterosexuellen Menschen diskriminiert werden? So wie seiner Logik zufolge bisher ebenfalls sämtliche Menschen diskriminiert wurden, die nicht auf einem ÖBB-Plakat zu sehen waren? Ist die ÖBB in der Tat Teil der homosexuellen Agenda, die alle Straighties ein für allemal ausrotten will, um die Weltherrschaft mit Hilfe von Regenbögen, Einhörnern und Bundesbahn-Werbungen an sich zu reißen? So weit kommt’s noch!

Jeder hat Rechte – oder ist einer

Achtung, Achtung, eine Durchsage: Auf Bahnsteig 2 befindet sich ein selbsternannter Pädagoge, der meint, ganz genau zu wissen, wie schädlich eine liebevolle und stabile Familie für ein Baby ist. Schnell, ruft das Jugendamt an!

Auch Gerry könnten wir gar nicht mehr zustimmen. Es ist eine absolute, bodenlose Frechheit, die sich die ÖBB hier erlaubt. Wo kommen wir denn da hin, wenn wir eine Vorteilscard um 19 Euro kaufen müssen? Das ist wirklich unter aller Sau. Hätten wir den Schilling und den Adolf noch, wäre sowas nicht passiert.

Herrgott, lass es Hirn regnen

Falls ihr, so wie wir, vor Dummheit und Ignoranz bereits am Heulen und Schreien seid – verzagt nicht. Denn es gibt unter dem Posting des Linzer Gemeinderats doch noch Menschen mit Herz und Hirn, die sich mutig in den rechten Mob werfen.

Auch auf der Facebook-Seite “FPÖ Fails” haben sich viele Leute versammelt, um die Hate-Speeches der Rechtskonservativen mit poetischem Humor zunichte zu machen.

Der Facebook-User Karl trifft zuletzt den Nagel noch auf den Kopf: Auf die Westbahn und ihre neuen homophoben und rassistischen Fahrgästen können wir in Zukunft mit bestem Wissen und Gewissen verzichten.

Oder auch wie das äußerst passende Foto von Susi bereits sagt: Lasst uns nach Hause fahren – und zwar mit dem ÖBB-Zug.

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