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Beziehung

Das Sinnloseste, was Menschen getan haben, um einen Schwarm zu beeindrucken

Interessen für blöde Serien vorgaukeln, Programmieren lernen, Noise-Musik ertragen: Kommt dir davon etwas bekannt vor?

von Daisy Jones; fotos von Emily Bowler
17 Juli 2019, 7:47am

Fotos: Emily Bowler für VICE 

"Sei einfach du selbst" oder "Such dir jemanden, der dich so liebt, wie du bist". Diese Ratschläge hat schon jeder von uns gehört. Und so blöd sind sie auch gar nicht. Denn erstens fühlst du dich früher oder später leer, wenn du dich ständig verstellst, und zweitens geht das auf lange Sicht nicht gut. Du kannst dir noch so viel Mühe geben, einen auf ausgeglichene, Badminton liebende Frohnatur zu machen – spätestens nach drei Monaten kommt die neurotisch-verkopfte Sporthasserin, die du in Wahrheit bist, wieder durch.

Manchmal brauchst du allerdings eine kleine Abkürzung ins Herz deines oder deiner Auserwählten. Deine Mutter wird mich dafür hassen, aber der schnellste Weg, um bei jemandem zu landen, ist manchmal nicht deine Persönlichkeit – sondern zu beobachten, was er oder sie mag und sich selbst heimlich interessanter zu machen. Solche Ratschläge gibt man eigentlich nicht, oder? Ja, wahrscheinlich besser nicht.

Wie auch immer. Die meisten von uns dürften mindestens einmal komisches Zeug gemacht haben, um jemanden zu beeindrucken, auf den sie standen. Manchmal vergessen wir den Scheiß sofort wieder, sobald die Beziehung in die Brüche geht. Aber manchmal hält es, und sieben Jahre später begeistern wir uns immer noch für Hacking, Hautpflegewissenschaften oder was auch immer. Ein paar Leute haben uns erzählt, was sie schon alles für ihre Verflossenen gemacht haben.


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Lux, 27: Programmieren

"Mein Ex wusste alles über Computer und Technologie und ich war superparanoid, weil sein Ex wiederum einen hochdotierten Tech-Job hatte. So hatten sich beide kennengelernt und blieben jahrelang zusammen. Ich war immer total verunsichert, weil ich dachte, dass er mich in diesem Bereich für komplett ahnungslos hält. Er selbst hat natürlich nie etwas in der Art gesagt. Ich hatte einfach so ein Gefühl. Also habe ich mich für einen Programmierkurs angemeldet und Programmieren gelernt. Ich habe mich sogar für ethisches Hacking interessiert. Am Ende waren wir nur ein Jahr zusammen – offensichtlich doch nicht so kompatibel. Aber ich bin wirklich dankbar, dass ich Programmieren gelernt habe. Egal warum ich es gelernt habe. Ich kann es jetzt."

Sophie, 31: Studium

"Ich hatte auf 'Gaydargirls' ein Mädchen kennengelernt. Wir konnten voneinander nicht genug bekommen. Dann ging sie nach Ibiza und ich klammerte zu viel. Also behauptete sie, dass sie einen Dreier mit zwei anderen Mädchen hatte (hatte sie nicht), um die Sache mit mir zu beenden. Sie wollte auch deshalb schlussmachen, weil sie plante, in Exeter Sportwissenschaften zu studieren. Auf eine Fernbeziehung hatte sie offensichtlich keinen Bock.

Also dachte ich mir: Ich gehe auf deine Uni. Und ich werde besser sein als du. Ich werde mehr Freunde und mehr Spaß haben. Ich werde beliebter sein und viel mehr Mädchen abschleppen. Und mein Studium werde ich auch richtig gut machen. Exeter gehörte zu den fünf besten Unis für Englisch, also war es nicht die allerdümmste Entscheidung. Es hat mir definitiv geholfen, mich zwischen Exeter und Sussex zu entscheiden."

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Andy, 25: Die Sitcom Frasier

"Vergangenes Jahr lernte ich diesen Typen kennen, der erschreckend gut meine schlimmsten Wünsche erfüllte: verdammt gut aussehend, muskulös, hypermaskulin und reich. Ich stand total auf ihn, aber wir hatten wirklich kaum etwas miteinander gemein. Seine Hobbys waren Fitnessstudio, MDMA und … Frasier. Er war richtig besessen von Frasier. Wir hatten Dates, bei denen er stundenlang von Frasier schwadronierte. Er erzählte seine Lieblingsfolgen nach, während ich an seinen Lippen hing. Am Ende habe ich sieben Folgen runtergeladen. Nur wegen ihm. Ich mag Frasier noch nicht mal. Ich finde es gekünstelt und versnobbt."

Izzy, 25: Blumen pressen

"Meine Ex war ein sehr spirituelles, erdverbundenes Wesen. Sie bastelte Papierlaternen, sagte Zaubersprüche auf, sammelte Muscheln und solches Zeug. Ich bin selbst ein bisschen so drauf, aber für unser erstes Date habe ich mich noch einmal richtig ökomäßig ins Zeug gelegt. Ich erinnere mich, wie ich einen Haufen Blumen gepresst habe. Als sie vorbeikam, sagte ich zu ihr: 'Schau dir mal mein Pressblumen-Buch an. Sind diese Arrangements nicht wunderschön?' Unsere Beziehung hielt etwas über zwei Jahre. "

Jo, 27: Bitcoin

"Ich hasse Bitcoins! Ich verstehe das Zeug noch nicht mal, trotzdem habe ich jetzt welche. Vor drei oder vier Monaten hatte ich was mit diesem Typen, der total besessen von Bitcoins war. Er redete ständig von einem dezentralisierten Währungssystem und wie Bitcoins die Macht wieder in die Hand des Volkes legen würden und so weiter. Und er schaffte es wirklich, mich davon zu überzeugen. Vielleicht war es auch nur seine leidenschaftliche Art, darüber zu reden. Ich stand total auf ihn. Wie auch immer. Ich habe schließlich selbst in Bitcoins investiert und versucht, das alles irgendwie zu verstehen. Dann hat er schlussgemacht. Ich verstehe es noch immer nicht so ganz, aber hey: Vielleicht hocke ich ja jetzt auf einer Goldmine?"

Remi, 24: Noise-Musik

"Die Person, mit der ich zwei Jahre zusammen war, hat Musik studiert und stand natürlich auf total abgedrehtes Zeug. Ich hatte damals so wenig Selbstbewusstsein, dass ich einfach ihre Interessen übernommen habe. Die Musik, auf die die Person stand, klang, als würde jemand mit den Fingernägeln fies über eine Tafel kratzen. Ein paar Sachen gefielen mir tatsächlich, aber das meiste habe ich einfach nur ausgehalten. Als es mit uns aus war, habe ich eine Menge Julia Holter gehört und geheult. Ich hasse Noise-Musik immer noch."

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