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Motherboard

Diese Inselstaaten wird der steigende Meeresspiegel verschlucken

„Wenn der Rest der Welt diese Krise bemerkt, dann sind wir längst ertrunken.“

von Stephen Leahy
30 Mai 2014, 7:44am

Die Straße in der du lebst steht knietief unter Wasser. Soweit dein Auge reicht wird von der Flut alles langsam zerstört. Nun stell dir vor, dass diese Flut sich nicht mehr zurückzieht und statt dessen das Wasser immer weiter steigt—bis dein Haus und schließlich dein ganzes Land untergegangen ist. Genau dieses Szenario droht nach den neuesten Berichten zur unaufhaltsamen Eisschmelze in der Antarktis und in Grönland nun tatsächlich mehreren Inselstaaten.

„Wir haben bereits einige Atolle verloren. Auf anderen zerstört das ansteigende Meer das Zuhause von Menschen und spült Särge und Skelette aus den Gräbern.” erzählte mir Tony de Brum, Aussenminister der Marshall Inseln:

„Mit jedem Vollmond bringt die Springflut Salzwasser in unsere Straßen. Wir ziehen weiter landeinwärts, aber bald sind wir am höchsten Ort angelangt.”

Die Marshall Inseln liegen im nördlichen Pazifik und sind die Heimat von etwa 70.000 Menschen, die über 24 tiefliegende Korallenatolle verteilt leben. Tiefliegend heisst in diesem Fall zwei Meter über Normalnull. Nicht nur erodieren die Fluten die Küsten, sie versalzen auch das Grundwasser und vergiften so das Ackerland. Nicht einmal Kokospalmen wachsen inzwischen mehr in manchen Teilen des Landes.

Nachdem kürzlich der Zusammenbruch des Westantarktischen Eisfeldes begonnen hat, kann inzwischen ein Anstieg des Meeresspiegels um mindestens drei Meter als garantiert gelten. Eine Studie besagt, dass die Eisschmelze heute 31% schneller verläuft als zwischen 2005 und 2011. Und einem neuen Bericht in Nature Geoscience zufolge geschieht im hohen Norden Grönlands das gleiche. Obendrein verkündete auch die kürzlich veröffentlichte nationale Klimaeinschätzung der USA, dass die Gletscher Alaskas und Kanadas weiterhin große Mengen Wasser ins Meer pumpen. Auch das Pentagon hat inzwischen seinen eigenen Guide mit dem es sich auf die gravierenden Veränderungen durch den Klimawandel vorbereitet.

Für kleine Inselstaaten wie die Marshall Inseln bedeuten all diese Entwicklungen schlicht und einfach nur, dass sie vom Meer verschluckt werden—und ihnen das gleiche Schicksal droht wie auch den Bewohnern der Malediven, von Tuvalu, Mikronesien, Kiribati Palau und anderen Inselstaaten.

Ganze Atolle werden im Meer versinken. Was mit den Bewohnern passieren wird, erzählt euch Motherboard.

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