Bundestagswahl 2017

Die Wahl in Deutschland erklärt in 10 Tweets

Ein gespaltenes Land wegen einer gespaltenen Partei.

von VICE Staff
25 September 2017, 8:26am

Foto: Screenshot twitter.com/thodenk

Schon beim Frühstück am Wahltag war allen klar, dass Merkels Union die Wahl nach Hause bringt und SPD-Herausforderer Martin Schulz keine Chance hat. Aber langweilig war das Ganze trotzdem nicht.

Die Wahlgewinner von CDU und CSU brachen um 8,6 Punkte auf 32,9 Prozent ein – das schlechtestes Ergebnis seit 1949. Die SPD erreichte mit 20,5 Prozent (-5,2 Prozent) ebenfalls einen historischen Tiefstwert.

Und der AfD-Zirkus geht in die nächste Runde: Die AfD wurde drittstärkste Kraft (12,6 Prozent) und ihr Spitzenkandidat Alexander Gauland will nun "Frau Merkel jagen". Die FDP meldete sich eindrucksvoll mit 10,7 Prozent (das sind 6 Prozentpunkte mehr) zurück im Bundestag. Grüne (8,9 Prozent) und Linke (9,2 Prozent) konnten ihr Ergebnis der letzten Wahl leicht verbessern.

Welche Konsequenzen diese Wahl sonst hat, erklärt in zehn Tweets:

Das Wahlergebnis ist eine Zäsur für die deutsche Politik.

87 Prozent der Deutschen geht es nun beschissen.

In Berlin, Köln und Frankfurt gehen Menschen auf die Straße, um gegen die AfD zu demonstrieren.

Das Land ist gespalten – in Ost und West und Männer und Frauen.

Die AfD ist schon jetzt tief gespalten.

Und was plant die übrige AfD so für die Menschen, die sie gewählt haben?

Die SPD will nicht mehr mit der Union regieren.

Als Martin Schulz vor seiner Partei verkündete, dass die SPD nicht mehr als Juniorpartner mit der Union koalieren will, brandete im Willy-Brandt-Haus Applaus auf. Vor allem aus Erleichterung. Die SPD befürchtet, mit vier weiteren Jahren als Juniorpartner unter Merkel zerstört sich die Partei völlig. Positiver Nebeneffekt: Die AfD darf nicht direkt nach Angela Merkel im Bundestag sprechen.

Das Problem der SPD: Kommt Jamaika, eine Koalition aus Union, FDP und Grünen aber doch nicht zustande, wird die SPD eine Große Koalition machen müssen.

Das größte Problem an Jamaika heißt: CSU.

Geht es um Gesellschafts- und Flüchtlingspolitik, haben Grüne und CSU nichts gemeinsam. Horst Seehofer erlebte in Bayern ein Debakel, das schlechtesten Ergebnis seit 1949 mit 38,5 Prozent. Das Letzte, was Seehofer ein Jahr vor der Bayern-Wahl braucht, ist ein Kuschelkurs mit den Grünen. Als wäre diese Aussicht für die CSU nicht schlimm genug, zieht nicht einmal Seehofers Spitzenkandidat, Joachim Herrmann, in den Bundestag ein.

Funfact einer Jamaika-Koalition:

Merkel steht nun die härteste Legislaturperiode ihrer Amtszeit bevor.

Mit dem schlechtesten Unions-Ergebnis seit 1949 und einem Horst Seehofer, der sich verhalten wird wie ein Hund, dem auf den Schwanz getreten wurde.

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