"Hate Fuck": Leute erzählen von ihrem besten Sex mit Menschen, die sie eigentlich hassen

"Ich spuckte ihm ins Gesicht, er zerriss meine Unterwäsche. Was dann kam, war wahrscheinlich der beste Sex, den ich je hatte. Oh, wie ich ihn hasse."

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06 Juli 2018, 7:38am

Foto: imago | momentphoto | Röhner 

Hasserfüllter Sex, wütender Sex: Das ist Sex mit einer Person, die du in diesem Moment eigentlich nicht ausstehen kannst. Das kann jemand sein, den du früher geliebt hast oder immer noch liebst. Oder eine völlig fremde Person, die du in einer Bar getroffen hast und eigentlich unsympathisch findest, von der du dich aber trotzdem sexuell angezogen fühlst.

Der Sex selbst ist meist hart. Er verkörpert den Hass oder die Verachtung, die du für die andere Person empfindest. Am besten ist der Sex, wenn beide Parteien sich gleichermaßen hassen und dabei aller Anstand und Moral beiseite gelassen wird – vorausgesetzt natürlich, das alles passiert einvernehmlich.

Wir haben mit ein paar Leuten über ihre besten oder schlechtesten Erfahrungen mit wütendem Sex gesprochen.

Mario, 34

Vor vier oder fünf Jahren etwa brachte ein Freund zwei Typen mit zu meiner Einweihungsparty. Einer der beiden betrank sich und spritzte Rotwein gegen meine Wand. Als ich ihn zum Taxistand schleppte, um ihn loszuwerden, wollte er, dass ich ihn im Park ficke. Den anderen Typen fand ich ganz interessant, wir knutschten in meiner Küche wild herum. Was, wie sich später herausstellte, wohl nur möglich war, weil wir vorher kaum miteinander gesprochen hatten.

An dem Abend hatten wir keinen Sex – ich hatte am Ende einen Dreier mit zwei anderen Leuten. Aber er machte den klassischen Cinderella-Move und ließ ein Kleidungsstück in meiner Wohnung liegen. Weil ich neugierig war, fuhr ich quer durch die Stadt zu seiner Wohnung, merkte aber schnell, dass das ein Fehler war. Er war schrecklich: seine Ansichten, seine Stimme, seine Angewohnheiten. Er nannte Beyoncés Ehemann mehrmals "Jay-Zed" und bestand darauf, dass er das als Brite dürfe.

Natürlich küsste ich ihn nochmal – einfach damit er endlich die Klappe hielt – und fickte ihn. Zwanzig Minuten später stieg ich in den Nachtbus, ich habe ihn nie wieder gesehen. Ich glaube, ich habe hauptsächlich mit ihm geschlafen, weil ich sehen wollte, ob gesunder Menschenverstand und Anstand sexuell übertragbar sind. Sie sind es nicht.

Lucy, 26

Ich hatte gerade wieder was mit meinem Ex angefangen, nachdem er sich von seiner letzten Freundin getrennt hatte. Das lief schon seit Jahren so: Wir trennten uns und kamen wieder zusammen, die Beziehung tat keinem von uns gut. Ich schlief mit ihm und wusste, dass es das letzte Mal sein würde. Wir hatten schon früher wütenden Sex miteinander, aber das war total anders. Statt des romantischen Sexes von früher, bei dem wir uns gegenseitig zum Orgasmus bringen wollten, betrachtete er mich jetzt eher als eine Sexpuppe mit Öffnungen an den richtigen Stellen. Er wollte mich nicht mehr befriedigen, es ging nur noch um ihn. Er nannte mich "Schlampe" und kritisierte meinen Körper, während er mich fickte. Ich fühlte mich wie ein Objekt.

Ich glaube, dass Menschen nicht immer klar ist, was es mit ihnen macht, wenn sie mit jemandem schlafen, den sie eigentlich hassen. Sie sollten lieber zweimal nachdenken, bevor sie sich darauf einlassen.


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Sonny, 23

Vor ein paar Jahren verbrachte ich den Sommer in New York. An einem besonders heißen Abend ging ich in eine Bar mit dem erklärten Ziel, jemanden aufzureißen. Nach ein paar Drinks kam ich mit dieser wirklich heißen Frau ins Gespräch. Nach ein paar weiteren Drinks wurde klar, dass sie eine ehemalige israelische Soldatin war und ich ein Muslim aus dem Nahen Osten. Die nächste Stunde stritten wir lautstark auf dem Parkplatz der Bar über Israel und Palästina. Als ich gerade abhauen wollte, drückte sie mich plötzlich gegen eine Wand und küsste mich. Ich war überrascht und ekelte mich ein bisschen vor mir selbst, aber ich war erregt und betrunken – also rief ich ein Taxi und wir fuhren zu ihr. Die restliche Nacht hatten wir unglaublichen, wütenden Sex. Ich bin nicht stolz darauf.

Josh, 25

Den besten hasserfüllten Sex meines Lebens hatte ich mit einer Ex, die mich betrogen hatte. Wir hatten uns gestritten und in den zwei Wochen, in denen wir nicht miteinander sprachen, schlief sie mit irgendeinem Typen aus ihrem Büro. Ich war extrem wütend und sagte ihr, sie solle sich verpissen. Doch zwei Wochen später sah ich sie wieder, nachdem wir ein paar mal telefoniert hatten. Dann fingen wir wieder was an und zu meinem Geburtstag blies sie mir einen. Ganz ehrlich, das mit ihr war der beste Sex, den ich je hatte. Das war wie, wenn du seit Wochen nicht zum Schuss gekommen bist und total geladen bist und dann sagt die Frau, bei der du seit Jahren landen willst: "Hey, komm rüber und tob' dich aus." So fühlte sich das jedes Mal an, wenn wir in diesen zwei oder drei Wochen fickten. Dann hab' ich sie geghostet.

Rae, 27

Mein erster Freund und ich hatten eine echt kranke Beziehung, die sich noch ein Jahr hinzog, nachdem wir Schluss gemacht hatten. In Form von überwältigendem, wütendem Sex. Zu dem Zeitpunkt respektierten wir einander nicht mehr und provozierten uns absichtlich. Er baggerte auf Partys ständig andere Frauen vor meinen Augen an und ich tat das Gleiche.

Einmal, nachdem wir dieses Spiel stundenlang bei einer Party gespielt hatten, zog er mich in einen Raum und ich spuckte ihm ins Gesicht. Er drückte mich gegen eine Wand, legt mir eine Hand an die Kehle und zerriss meine Unterwäsche (ich trug einen Rock). Ich will nicht weiter ins Detail gehen, aber das war wahrscheinlich der beste Sex, den ich je hatte. Oh, wie ich ihn hasse.

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