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Sex

Die Top 5 besten Methoden, dich zum Kinderkriegen zu verführen

Regierungen lassen sich schon komische Sachen einfallen, damit das Volk brav reproduziert.

von Jolien Deckers
13 März 2013, 12:05pm


Photo von Uwe Kaufmann1

Der demographische Wandel ist nicht nur in Deutschland eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Allein die Homo-Ehe sorgt bei so manchen Politikern für Sorgenfalten, weil sie befürchten, dass es dann noch weniger Kinder geben wird.

Auch andernorts ist das mit der demographischen Entwicklung nicht so einfach. Ein Land wie China spürt schon die negativen Folgen seiner strikten Ein-Kind-Politik und plagt sich nun mit einer viel zu alten Bevölkerung herum: Die 1979 eingeführte Maßnahme zur Eindämmung des Bevölkerungswachstums sorgte dafür, dass die Zahl der erwerbsfähigen Chinesen im Alter von 15 bis 59 Jahren um 3,45 Millionen auf nur noch 940,72 Millionen Menschen sank. Die Vergreisung der chinesischen Bevölkerung führt zu Arbeitermangel in der Wirtschaft.

War diese Methode zur Regulierung der Geburtenrate allseits verhasst unter den Chinesen, werden andere Länder unheimlich kreativ, um aus ihren Bürgern Babymaschinen zu machen. Hier sind unsere Top-5 mit den bescheuertsten Ideen:


Photo von Funny and Happy

1) JAPAN—Gegen hässliche Japaner

Es gibt immer weniger junge Japaner und dafür viel mehr alte Säcke. Und zusätzlich haben sie die weltweit höchste Lebenserwartung. Das stellt den Inselstaat vor ein wachsendes Problem: Kinderlosigkeit. Dass Japaner Workaholics sind, ist bekannt, doch in Sachen Zeugung scheinen sie weniger fleißig. Schuld an der sinkenden Geburtenrate sind angeblich die schönen Männer der Nation, die den hässlichen Männern die Frauen wegschnappen, sich aber dennoch keine Ehe oder Nachwuchs wünschen.

Der japanische Wirtschaftsexperte und Professor an der Dokkyo-Universität Morinaga Takuro glaubt, die Lösung für Japans sinkende Geburtenrate gefunden zu haben: „Wenn wir eine Steuer für gutes Aussehen einführen, um die Ungerechtigkeit nur ein wenig zu korrigieren“, erklärte Morinaga der japanischen Tageszeitung Asahi Shimbun, „dann wird es leichter für hässliche Männer, Liebe zu finden und die Zahl der Menschen, die heiraten, wird ansteigen.“ Bei solchen Worten ist dem frisch gekürten „Mr. Japan 2013“ Takayuki Suzuki,
garantiert das Lachen vergangen. Morinaga sagt den japanischen Adonissen den Kampf an. Des Öfteren beschwerte er sich schon über allzu kosmetikaffine 20- bis 30-Jährige, die mehr Interesse an ihrem Aussehen als an Sex, Kindern und Frauen haben. Aufgrund der geringen Einkommen und der langen Arbeitszeiten leben viele sogenannte hässliche „Parasitensingles“ noch bei ihren Eltern und die deprimierende Suche nach einer Frau wird durch Pornos, Sexspielzeuge und virtuellen Cyber-Sex auf dem eigenen PC behoben.

Von Natur aus gutaussehende Männer verdienen ihre Schönheit nicht und sollen 100 Prozent mehr zahlen. Dafür müssen durchschnittlich Hässliche zehn Prozent weniger und richtig Hässliche sogar zwanzig Prozent weniger bezahlen. Diese neue Steuerverteilung soll hässliche Männer für Frauen attraktiver machen, was natürlich impliziert, dass japanische Frauen geldgeile Weiber wären. Eine Jury aus fünf Japanerinnen soll die männliche Bevölkerung in vier Kategorien einteilen: schöne Männer, durchschnittliche, durchschnittlich hässliche und hässliche. Somit hätten wir dann auch direkt ein neues Konzept für eine Casting-Show im Fernsehen.

2) RUSSLAND—R&B soll für Sexstimmung sorgen

Russlands Bevölkerungsdichte sinkt wegen seiner niedrigen Geburten- und hohen Sterberate schon seit den 90ern. Also erklärte die Regierung 2007 den 12. September zum nationalen Tag der Empfängnis. Wenn Pärchen an diesem Tag nicht arbeiten müssten, so hofften die Politiker, würden diese sich ihrer Bürgerpflicht widmen und neun Monate später ein Baby hervorzaubern.

Weil die Russen ihre Idee so grandios fanden, machten sie direkt einen Wettbewerb daraus: Genau neun Monate nach dem Tag der Empfängnis feiern die Russen am 12. Juni ihren Nationalfeiertag. Wer es schaffte, genau am Nationalfeiertag sein Baby zur Welt zu bringen, konnte unter anderem einen Kühlschrank gewinnen. Da die Russen aber immer noch zu viel saufen und von Schreihälsen wenig angetan sind, lud Wladimir Putin 2010 die amerikanische R&B-Gruppe Boys II Men nach Moskau ein. Ihre Show sollte die Russen in den richtigen Sex-Vibe bringen und damit vor dem Aussterben retten. Im ersten Halbjahr 2012 ging die Sterberate in Russland zwar um 1,9 Prozent zurück, doch die Zahl der Gestorbenen ist mit 962 700 nach wie vor höher als die der Neugeborenen. Mal schauen, was als nächstes kommt.

3) SÜDKOREA—Südkoreaner werden mit Geschenken und Kohle verführt

Im Jahr 2010 lag Südkoreas Geburtenrate mit 1,2 Kindern pro Frau sogar unter der von China, die bei 1,6 lag. Schuld daran ist die Regierung, die in den 70er und 80er Jahren für kleinere Familien warb. In letzter Zeit können sich viele Südkoreaner aus finanziellen Gründen keine Kinder leisten. Neben Geldgeschenken und Leistungsprämien für Mitarbeiter, die mehr als ein Kind haben, entschied die südkoreanische Regierung 2010, das Licht in den Büroräumen des Gesundheitsministeriums an jedem dritten Mittwoch im Monat ab sieben Uhr abends abzuschalten, damit sich das Personal dem Nachwuchs widmen kann. Vielleicht haben sich die Südkoreaner aber eh schon mit ihrem bevorstehenden Untergang abgefunden und warten nur noch darauf, dass Nordkorea endlich seine Atombombe abwirft.

4) SINGAPUR—Mit Kitsch zum Sex verhelfen

In Singapur schreibt einem die Regierung nicht nur am Valentinstag vor, wie Romantik auszusehen hat. Der Staat hat sich auf Partnerschaftsvermittlungen, Flirttipps im Internet und Tangopartys spezialisiert. 2004 bot die Regierung den Singles von Singapur staatlich geförderte Romantik zum Valentinstag—der Spaß ging natürlich auf die Kosten der Steuerzahler. Das Festival „Romantik in Singapur“ wurde von einem Monat einfach mal auf neun ausgedehnt—da vergeht einem doch vor lauter Kitsch die Lust! Verheirateten Paaren wurden günstigere Häuser angeboten und sie bekamen bis zu 6.000 Singapur-Dollar (2.800 Euro) für das dritte Kind. Wer 2004 noch im Februar heiratete, bekam von den Behörden ein extra für das Festival entwickelte Parfum. Bestimmte Gerüche sollen ja sexuelle Lockstoffe ausstrahlen—man denke nur an Patrick Süskinds Roman Das Parfüm ...

5) RUMÄNIEN—Krieg Kinder oder stirb!

In den 1960ern näherte sich Rumänien dem demographischem Stillstand, so dass die Regierung drastische Maßnahmen einführte. Versuchte man auf der einen Seite, die Bevölkerung mit Steuervorteilen und Fördergeldern zu mehr Nachwuchs zu motivieren, wurden die kinderlosen Bürger auf der anderen Seite bestraft: Kinderlose Männer und Frauen über 25 mussten teilweise bis zu 20 Prozent ihres Einkommens abgeben. Ob sie verheiratet oder ledig waren, hat da keinen interessiert. Die Möglichkeit, sich scheiden zu lassen, wurde enorm erschwert: Nur 28 Scheidungen wurden im Jahr 1967 zugelassen. Die Polizei drang bis in die Krankenhäuser vor und sorgte dafür, dass keine illegalen Abtreibungen vollzogen wurden. Legale Geburtenkontrolle war auch nicht mehr erlaubt.