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Wie im Film

"Kevin – Allein zu Haus" in echt: Killer-Rollstuhl schießt FBI-Agent an

Mit einem Whirlpool, Stolperdrähten und mehreren Selbstschussanlagen wollte ein Mann sein Grundstück in einen real gewordenen Horrorfilm verwandeln.

von Drew Schwartz
04 Oktober 2018, 12:52pm

Links: Polizeifoto von Arre.st || Rechts: Szene aus Indiana Jones | Lucasfilm 

Nagelbänder in der Auffahrt. Ein Whirlpool, der sich in eine Walze verwandelt. Eine Rattenfalle, die ein Schrotgewehr auslöst. Das waren nur einige der absurden Fallen, denen ein FBI-Agent und ein Bombenräumteam im vergangenen Monat in einem Haus in Oregon gegenüberstanden. Das FBI beschrieb den Einsatz als etwas, "wie aus einer Indiana Jones-Szene".

Wie die Lokalzeitung The Oregonian berichtet, wird Gregory Lee Rodvelt dringend verdächtigt, sein gut sechs Hektar großes Grundstück wie in Kevin - Allein zu Haus gegen Eindringlinge gesichert zu haben. Der 66-Jährige musste sein Haus abtreten, nachdem er einen Rechtsstreit gegen seine Mutter verloren hatte. Wegen Missbrauch und Vernachlässigung der 92-Jährigen muss er 2,1 Millionen US-Dollar zahlen.


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Rodvelt sitzt bereits im Gefängnis, weil er sich vergangenes Jahr im Bundesstaat Arizona mit einer Waffe im Auto vor Polizisten verschanzt hatte. Die Behörden gaben ihm zwei Wochen Hafturlaub, damit er sein Grundstück verkaufsfertig machen konnte. Einen Großteil der Zeit nutzte Rodvelt jedoch offenbar dazu, sein Haus in eine Todesfalle zu verwandeln.

Ende August entdeckte der für den Verkauf zuständige Jurist ein Schild am Grundstück, das Unbefugte vor "improvisierten Vorrichtungen" warnte. Er entschloss sich daraufhin, die Polizei einzuschalten.

Als der FBI-Agent und die Mitglieder des Bombenräumdienstes das Grundstück betraten, entdeckten sie zahlreiche tödliche Fallen. Neben den Nagelbändern in der Auffahrt war ein Minivan mit Bärenfallen präpariert worden. Ein großer hölzerner Whirlpool war so aufgestellt, dass er Eindringlinge plattwalzen würde wie der berühmte Felsbrocken in Jäger des verlorenen Schatzes .

Foto mit freundlicher Genehmigung von Joe Charter

"Bei näherer Untersuchung entdeckte das Räumteam, dass der Whirlpool so präpariert worden war, dass die Öffnung des Eingangstores einen Mechanismus auslösen würde, der die Wanne auf die Person am Tor zurollen lässt", heißt es in der Strafanzeige der Behörden.

Nachdem sie die Fallen im Außenbereich umgangen hatten, sprengten die Beamten die verbarrikadierte Haustür auf und begaben sich vorsichtig hinein. Dabei stießen sie jedoch versehentlich gegen einen unscheinbar aussehenden Rollstuhl, der mit einer Angelleine und einer Schrotpatrone präpariert war. Die ausgelöste Explosion jagte dem FBI-Agenten eine Kugel ins Bein.

Die Behörden machen Rodvelt für den lebensgefährlichen Parcours verantwortlich. Er muss sich nun wegen Angriff auf einen Bundesbeamten verantworten. Dazu kommen aus seiner Konfrontation mit der Polizei 2017 die Anzeigen wegen versuchter schwerer Körperverletzung mit einer tödlichen Waffe, Widerstand gegen die Staatsgewalt und dem "Versäumnis, Sprengstoff zu kennzeichnen".

Wie der Guardian berichtet, hat inzwischen ein Experten-Team aus früheren Militärs das Gelände auf weitere tödliche Fallen untersucht. Meldungen über herabfallende Bügeleisen oder selbstgebaute Flammenwerfer gab es bislang jedoch keine.

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