Anzeige
Alkoholismus

Alkoholismus zerstört Leben – und wird bei jungen Frauen immer noch unterschätzt

Am Anfang trank Silvia nur, um ihren stressigen Berufsalltag zu vergessen. Jetzt ist sie 30 und trockene Alkoholikerin. Frauen wie sie gibt es viele, man sieht sie nur nicht.

von Sinah Edhofer
25 März 2017, 5:00am

Ein Glas Wein zum Mittagessen, abends ein paar Cocktails, um den Alltagsstress zu vergessen, und am Wochenende ordentlich Party machen: Wer als junger Mensch regelmäßig und viel trinkt, der tut dies oft unter dem Deckmantel einer gesellschaftlichen Akzeptanz. Alkohol ist omnipräsent und einen Grund, um zu trinken, gibt es immer. Wer nicht trinkt, wird komisch beäugt und muss sich oft rechtfertigen. 

Trotzdem scheint Alkoholismus etwas zu sein, das man vor allem mit älteren Menschen in Verbindung bringt. Mitte 20 muss man doch quasi noch das Leben genießen. Da ist eine Flasche Sekt im Park eher Ausdruck allgemeiner Lebensfreude als Hinweis auf ein ernsthaftes Problem. Oder? Doch der Weg in die Sucht ist kürzer als man denkt – unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung und sozialem Status.

In Österreich gibt es laut Statistik Austria etwa 95.000 Alkoholikerinnen. Im Jahr 2015 wurde Alkoholabhängigkeit in österreichischen Krankenanstalten in 28.411 Fällen diagnostiziert, in 8.497 davon bei Frauen: Ein Wert, der sich seit 1992 fast verdoppelt hat, während er bei den Männern seit Ende der 00er-Jahre sinkt. 

In Deutschland ist die Zahl der Alkoholiker_innen 2014 auf 1,8 Millionen gestiegen, immer mehr junge Menschen unter 25 Jahren sind süchtig. Der Anteil der Menschen mit riskantem Alkoholkonsum war 2012 bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren am höchsten: Bei Frauen lag der Wert bei 33 Prozent, bei Männern bei 42 Prozent. Dass man ein wirkliches Problem hat, merken viele junge Menschen erst dann, wenn es zu spät ist. Eine von ihnen ist Silvia*...

...weiterlesen auf Broadly.