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Dieser Dating-Coach hilft Kiffern, die große Liebe zu finden

Molly sagt, sie kann dir helfen, den Grasliebhaber oder die Grasliebhaberin deiner Träume zu finden.

von Sophie Saint Thomas
04 September 2015, 5:00am

Als frischgebackene Singlefrau hatte ich schnell die unerwünschten Fisting-Angebote auf OKCupid und Tinder satt—und als frischgebackene Single-Kifferin macht mich die bloße Vorstellung, mir nicht nur einen neuen Partner zu suchen, sondern auch noch einen neuen Partner, der an Gras interessiert ist, völlig erschöpft. Die meisten Cannabisfreunde werden das Gefühl verstehen: Manchmal fühlt es sich an, als müssten wir uns entweder angestrengt an den Lebensstil eines nichtrauchenden Partners anpassen oder wir haben jemanden an der Backe, mit dem wir nichts als die Vorliebe für Gras gemeinsam haben.

Foto: See-ming Lee | Flickr.com | CC BY-SA 2.0

Molly Peckler hat es sich zur Mission gemacht, Leuten wie mir zu helfen. Sie ist Dating-Coach und die Gründerin von Highly Devoted, einem neuen Dienst, der darauf abzielt, Kiffern einige dringend benötigte Dating-Ratschläge zu geben. „Wenn Cannabis ein wichtiger Teil deines Lebens ist, dann muss deine Beziehung das auch widerspiegeln", verkündet ihre Website. Amen.

Um mehr über ihre Firma zu erfahren—und hoffentlich ein paar Gratis-Tipps abzustauben—habe ich mit Peckler telefoniert.

Dein neuer Kiffer-Dating-Coach, Molly Peckler | Foto mit freundlicher Genehmigung von Peckler

VICE: Warum hast du Highly Devoted gegründet?
Molly Peckler: Ich habe Highly Devoted gestartet, weil ich weiß, dass es da draußen Millionen verantwortungsbewusste Cannabis-Konsumenten gibt, die ein bisschen Hilfe brauchen können, was Beziehungen angeht. Sie wollen sich jemandem anvertrauen, der sie versteht und respektiert. Es gibt viele Verkuppler und Therapeuten, die auf Gras herabblicken. Sie verstehen nicht, dass es seinen Platz in einem gesunden Lebensstil und einer gesunden Beziehung haben kann. Marihuana hat mir und meinem Mann geholfen, eine viel tiefere Verbindung einzugehen, als wir es ohne jemals getan hätten. Das ist einer der Gründe, warum wir so gut zusammenpassen.

Gras kann Beziehungen wirklich versüßen. Wie bist du also auf diese Idee gekommen?
Ich hatte schon immer eine besondere Beziehung zu Männern. Ich verstehe, wie sie kommunizieren und ich habe auch die Fähigkeit, alle in meiner Umgebung dazu zu bringen, ganz locker und entspannt zu sein. Ich habe viel emotionale Intelligenz, bin sehr neugierig und großartig im Zuhören, weswegen die Leute immer zu mir kommen, wenn sie Beziehungsrat brauchen. Irgendwann hat mich eine Luxus-Partnervermittlung rekrutiert. Ich habe mehrere Jahre in diesem Bereich gearbeitet, wobei ich haufenweise Ehen und glückliche Beziehung in die Wege geleitet habe.

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Wie ist das Cannabis dazugekommen?
Ich habe schon lange eine Leidenschaft für Cannabis. Natürlich ist es ein wichtiger Teil [meiner] Beziehung [mit meinem Mann], aber ich habe auch ein junges Familienmitglied mit einer lebensbedrohlichen Krankheit, und seine Eltern haben unaufhörlich dafür gekämpft, dass er die Medizin bekommt, die er braucht. Ich weiß, dass es so viele Menschen [wie ihn] da draußen gibt, und dass Cannabis sehr viel weniger gefährlich ist als Alkohol und viele Pharmazeutika. Ich hatte die Gelegenheit, einer Cannabis-Beratungsfirma beizutreten. Ich habe mir diesen Hintergrund in der Cannabis-Beratung erarbeitet und wenig später ging mir auf, dass ich mein größtes Talent—meine Fähigkeit, Menschen mit ihrem Liebesleben zu helfen—auf Cannabis-Konsumenten anwenden wollte. Ich habe einfach gesehen, dass es da extrem viel Bedarf gibt.

Die Leute sind immer total überrascht, wenn sie herausfinden, dass ich total auf Gras stehe. In ihren Augen sehe ich nämlich nicht wie die typische Kifferin aus. Ich finde es super, solche Klischees zu entkräften, denn ich kenne viele Menschen, die Verantwortung tragen und respektiert werden und gleichzeitig gerne mal ein bisschen kiffen. Deshalb habe ich meine ganzen Erfahrungen zusammengenommen und bin so auf Highly Devoted gekommen.

Wenn dir Cannabis wichtig ist, dann muss sich das nicht nur in deiner Beziehung widerspiegeln, sondern auch in der Art und Weise, wie du dir deinen Partner aussuchst.

Wie läuft eine solche Coaching-Stunde dann ab?
Der wichtigste Teil meines Coachings ist die Fähigkeit, zusammen mit meinen Klienten Dinge zu entdecken und ihnen dabei zu helfen, vergangene Erfahrungen zu analysieren und daraus zu lernen. Sie sollen genau verstehen, was sie in der Gegenwart brauchen und tun müssen, um eine erfolgreiche Zukunft zu haben. Ich will sie vor allem dabei unterstützen, selbstbewusst zu werden. Dieser Aspekt ist so wichtig, weil viele Menschen gar nicht so wirklich viele Gedanken an ihre spezifischen Bedürfnisse verschwenden. Ohne Selbstbewusstsein trifft man diverse Entscheidungen aus den falschen Gründen. Das hat dann einen großen Einfluss auf den Rest des Lebens. Ich bin eigentlich eine Art natürliche Cheerleaderin: Ich gebe den Leuten ein gutes Selbstwertgefühl und helfe ihnen dabei, die Dinge hinter sich zu lassen, die sich wie ein Klotz am Bein anfühlen.

Es geht also darum zu handeln und sein Leben tatsächlich zu ändern, anstatt zu viel über die Vergangenheit nachzudenken?
Der Blick zurück bleibt trotzdem wichtig. Eine unglaublich wichtige Sache ist es, die Muster seiner Beziehungen erkennen zu können. Man kann keinen Schritt nach vorne machen, wenn man das nicht unter Kontrolle hat und wenn irgendetwas vor sich geht, das sich negativ auf einen auswirkt. Deshalb muss man auch die Vergangenheit mit einbeziehen. Es geht darum, für die richtige Beziehung bereit zu sein—denn wenn die richtige Person in dein Leben tritt und du noch nicht bereit bist, dann wird das Ganze nicht funktionieren. Aus diesem Grund ist es extrem wichtig, sich auf sich selbst fokussieren zu können. Die gesündesten Beziehungen bestehen aus zwei Menschen, die unabhängig voneinander sind, die Selbstvertrauen haben und die sich mit ihrem eigenen Leben zufrieden zeigen.

Hast du jemals darüber nachgedacht, auch einen Kuppelservice für Kiffer zu erschaffen?
Diese Möglichkeit halte ich mir offen. Jetzt gerade geht es nur darum, die Leute zu ihren eigenen Kupplern zu machen. Wenn jemand ein gutes Leben führt und genau weiß, was er oder sie will, dann kann ich dabei helfen, das Online-Dating-Profil zu verbessern. Außerdem führe ich noch Dating-Rollenspiele durch und biete meine Unterstützung bei der Planung von Verabredungen an. Mein Coaching deckt also so gut wie alle Bereiche ab.

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Wenn Cannabis ein wichtiger Teil deines Lebens ist, sollten potenzielle Partner deiner Meinung nach deshalb ebenfalls aufs Kiffen stehen?
Ja. Wenn dir Cannabis wichtig ist, dann muss sich das nicht nur in deiner Beziehung widerspiegeln, sondern auch in der Art und Weise, wie du dir deinen Partner aussuchst. Viele Leute befinden sich in einer Beziehung, in der die eine Person kifft und die andere nicht. So entstehen dann kleine Geheimnisse und genau diese Geheimnisse sind Gift für jede Beziehung. Da kann einfach nichts Gutes dabei rumkommen. Es ist jetzt zwar auch nicht so, dass man als Kiffer unbedingt mit einer Kifferin zusammenkommen muss, aber wenn das Ganze für dich so wichtig ist, dann muss das für dein Gegenüber auch OK sein. Das ist eigentlich sogar fast noch zu wenig, du solltest richtig unterstützt werden.

Meiner Erfahrung nach ist eine Beziehung manchmal nicht so spaßig, wenn nur eine Person kifft.
Nun, wenn man sich zum Beispiel auf einer Party befindet und jemand zückt einen Joint, dann fühlt es sich irgendwie so an, als bestünde da sofort diese gewisse Geborgenheit. Es wird eine Art Verbindung aufgebaut und man hat das Gefühl, sich dieser Person öffnen zu können. Für eine Beziehung kann das extrem wichtig sein. Viele Cannabis-Konsumenten—ich will hier jetzt jedoch auch nicht zu sehr verallgemeinern—haben den gleichen Sinn für Humor oder ähnliche Weltanschauungen. Man muss in gewissen Punkten einfach auf der gleichen Wellenlänge liegen. Gegensätze ziehen sich zwar an, aber langfristig gesehen wird eine solche Beziehung nicht bestehen.

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