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Studenten werden mit My Chemical Romance konfrontiert und ertrinken in Nostalgie—und Emotionen

"Das ist so intensiv und krank."

16 September 2016, 10:41am

My Chemical Romance, die Lieblingsband aller Mitschüler, denen Silverstein zu hart war. Selbstsüchtige Teenie-Ängste euphorisch zu melodramatisieren, gehörte im Emo Mitte der 00er zwar zum Verkaufskonzept, aber MCR übertrieben das mit beängstigender Hingabe. Der unverschämt kitschig singende Gerard Way wurde spätestens mit The Black Parade—ein Konzeptalbum zum Thema Tod (natürlich)—zur Ikone einer Generation verpickelter Kajal-Süchtiger. 2013 löste sich die Band schließlich auf, während ihre Fans ihre Abschlusszeugnisse in der Hand hielten, endlich ihre verhasste Schule verlassen und auf die Uni gehen durften. Wie die ehemaligen Emos wohl als Erwachsene auf die alten Helden zurückblicken? Die YouTuber von Fine Brothers Entertainment wollte das herausfinden und konfrontierten die gereiften Studenten mit alten Videos der Band.

Die bewegenden Bilder von "Helena", "Welcome To The Black Parade" und "Famous Last Words" sorgen bei den Zuschauern sofort für Flashbacks ("Das versetzt mich zurück in die 7. Klasse!"), lässt sie an längst vergessene Dinge wie MySpace denken oder sie freudenstrahlend und mit Hundeblick mitsingen. Durch all die Jahre Abstand bemerken viele, wie ungewohnt aufreibend emotional ("Das ist so intensiv und krank" )und vor allem düster die Songs und Videos doch sind ("Du kannst seine Gefühle durch das Video fühlen").

Da bald das zehnjährige Jubiläum von The Black Parade ansteht, werden die Studenten gefragt, welche Erinnerungen sie mit dem Album verbinden. Eine Studentin bricht in Tränen aus, als sie schildert, wie sie damals in der Schule gemobbt wurde und die Musik ihr Stärke gegeben hat, sich selbst zu akzeptieren. Schon berührend. Vielleicht waren My Chemical Romance ja doch nicht so drüber, wie gedacht. Mal sehen, ob wir in zehn Jahren ein Video sehen dürfen, in dem Studenten mit Gestört aber GeiL konfrontiert werden und unter Heulkrämpfen schildern, wie ihnen "Die immer lacht" über ihre Ketaminsucht geholfen hat.

Bitte nicht.

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