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Popkultur

Der Serienmörder, der seine suizidalen Opfer über Social Media anlockte

Takahiro Shiraishi​ hat gestanden, seit August in der Nähe von Tokio neun Menschen getötet und zerstückelt zu haben.

von Allie Conti
03 November 2017, 8:20am

Der Verdächtige, Takahiro Shiraishi, verdeckt sein Gesicht | Foto: The Asahi Shimbun | Getty Images

Diesen Dienstag verhaftete die japanische Polizei Takahiro Shiraishi. Wie die New York Times berichtet, hatte der 27-Jährige gestanden, seit Ende August neun Menschen getötet zu haben. Zuvor hatte die Polizei abgetrennte Köpfe und Körperteile von acht Frauen und einem Mann in seiner Wohnung in Zama, etwa 40 Kilometer vor Tokio, entdeckt.

Die Beamten stießen bei der Suche nach einer vermissten 23-Jährigen auf Shiraishi. Die Frau hatte am 20. September bei Twitter geschrieben, dass sie jemanden sucht, "der mit ihr sterben will". Nach ihrem Verschwinden am 23. Oktober hatte sich ihr Bruder in ihren Account eingeloggt und gesehen, dass sie mit Shiraishi geschrieben hatte, berichtet Kyodo News. Mithilfe einer anderen Frau, mit der Shiraishi ebenfalls bei Twitter in Kontakt stand, lockte die Polizei den Verdächtigen zu einer Bahnstation, von wo aus sie ihn bis zu seinem Apartment verfolgten. Dort angekommen entdeckten die Beamten in der Einzimmerwohnung Leichenteile von neuen Menschen – inklusive abgetrennter Köpfe in Tiefkühltruhen, teilweise bedeckt mit Katzenstreu.

Wie Kyodo News berichtete, hatte Shiraishi der Polizei erklärt: "Ich konnte die Leichen nicht wegwerfen, weil ich Angst hatte, erwischt zu werden."


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Niemand habe sich über den "abwasserähnlichen Geruch" beschwert, der seit Monaten von seiner Wohnung ausströmte, heißt es bei der New York Times. Neben den Köpfen und Leichenteilen fand die Polizei etwa 240 Knochen und eine Säge, die offensichtlich zum Zerteilen der Körper benutzt wurde, berichtet Asahi Shimbun. Nachbarn beschreiben den Verdächtigen wahlweise als "fröhlich" und "unheimlich". Als eines der wenigen biographischen Details ist über den Verdächtigen bekannt, dass er eine Zeit lang als "Scout für einen Escort-Service" gearbeitet habe.

Als der Freund des ersten Opfers ihn kontaktierte, tötete er auch ihn

Japan hat eine der höchsten Selbstmordraten der Welt und die Polizei geht davon aus, dass Shiraishi mithilfe von Twitter suizidale Frauen in seine Wohnung lockte. Bei dem männlichen Opfer handelt es sich offenbar um den Freund seines ersten Opfers. Als dieser sich bei Shiraishi nach deren Verbleib erkundigt habe, habe ihn der Verdächtige anscheinend in seine Wohnung eingeladen und ihn dort ermordet.

Laut Mainichi Shimbun verwendete Shiraishi unterschiedliche Accounts, um mit seinen Opfern zu kommunizieren. Nach den Morden löschte er sie wieder. Als Motiv nannte er Geld und "obszöne Gründe" – er sei gegenüber einigen Opfern übergriffig geworden.

Der Fall hat Japan erschüttert. Das Land hat eine der niedrigsten Mordraten der Welt. Laut Independent hat die Polizei Shiraishi bislang nur wegen der Lagerung der Leichen angezeigt, die Anklage wegen Mordes wird jedoch jeden Augenblick erwartet.

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