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​Bezirkowitsch interpretiert Tanja Playner – eine Liebeserklärung

Was der Malerin hier gelingt, ist eine Parodie des Stilllebens, ist die radikale Kritik an überkommenen Kunstformen.

von Maximilian Zirkowitsch
31 Juli 2016, 5:00am

Über die Person Tanja Playner ist genug gesagt worden. Vielleicht treiben sie morgen eine andere Sau durchs Dorf. Bis es soweit ist, hat sich die Pop Art Artistin Tanja Playner Pop Art Famous Artist Paint allerdings eine Würdigung ihres künstlerischen Oeuvres verdient. Der arrivierte Famous-Pop-Art-Kritiker Maximilian "Bezirkowitsch" Zirkowitsch hat deshalb getan, was sonst keiner wagt und Playners Bilder ohne Brille oder Instagram-Filter einer eingehenden Betrachtung unterzogen. Und um Odin Wiesinger, seines Zeichens Lieblingsmaler von Playner-Verehrer Norbert Hofer, zu zitieren: "Das ist Satire. Das darf!" Und bitte:

"Die Kunstwerke des Künstlers sind der Spiegel seiner Seele", sagt Playner—und meint damit vorrangig ihre eigenen Bilder. Pop Art ist als Reaktion auf den steigenden Wohlstand entstanden und wandte sich mit Hingabe dem Konsum zu—um ihn ziemlich bald zu kritisieren. Die Verhältnisse und ihre Produkte wurden wieder gegenständlich, alltäglich und greifbar.

Pop Art war der Spiegel einer Gesellschaft, die Individualität durch Konsum möglich machen wollte. Tanja Playners Seele scheint sehr stark auf diese künstlerischen Interventionen reagiert zu haben. So umgibt sie ihre Hauptmotive gerne mit Alltagsgegenständen wie Tischen, Bäumen, Herzen und Champagner. Und wenn ich Hauptmotiv sage, meine ich Famous Pop Art Artist Tanja Playner. Beinahe jedes ihrer nie verkauften Bilder zeigt eine ihr sehr ähnliche, blonde Frau, mal halbnackt und lasziv, dann wieder als zufriedenen Genussmenschen.

Das große Dilemma am Künstlerdasein ist, dass die Wahrnehmung fast nie vom Künstler getrennt wird. Schreibst du über Krebs, glauben alle, du hast Krebs. Meißelst du einen Löwen, glauben alle, dass du dir einen Löwen wünschst und schenken dir Staubfängerstofftiere. Und wenn du als schlanke, blonde Malerin schlanke, blonde Frauen malst, glauben alle, das seist du, auch wenn du in einem Interview sagst, dass das nicht du bist und du einfach nur gerne schlanke, blonde Frauen malst, die zufällig sehr ähnlich aussehen. Zumindest ich glaube das, denn ich habe Tanja Playners Bilder interpretiert. Und ich lass mir von einem Künstler nicht vorschreiben, was ich wie zu verstehen hab! Auch das ist künstlerische Freiheit.

Dem Betrachter springt die Wahrheit aus den Bildern mit beiden Beinen ins Gesicht und fordert ihn dazu auf, sie anzuerkennen. Diese Künstlerin ist zutiefst zerrissen zwischen den Annehmlichkeiten eines Lebens als Famous Pop Art Artist und dem Alltag als sensibler Mensch, der gesellschaftliche Veränderungen wahrnimmt und analysiert. Neben Stefanie Sargnagel gibt es keine Kunstschaffende in Österreich, die sich so regelmäßig und pointiert zur Tagespolitik zu Wort meldet—und zwar nicht nur, wenn sie oder ihre Popular Pop Art im Mittelpunkt steht.

Das Bild mit dem Titel http://www.paint-art.at/images/popular-contemporary-artists-_-contemporary-ar.jpg zeigt den Kopf der Künstlerin, wie er auf einem silbernen Penis mit mächtiger Eichel thront. Im Hintergrund schweben ein Flakon Chanel No.5, ein Hochhaus, ein Vorhang und ein Baum, der eine apfelartige Herzfrucht trägt. Ihr Antlitz mit wallender blonder Mähne wird von Blumen und flatternden Herzen umschwirrt. Es scheint fast so, als seien die Herzfrüchte des Apfelbaums gereift und geschlüpft.

In rosa und rot schmeicheln sie der zufrieden lächelnden Paint Art Artist Tanja Playner und scheuen den Vergleich mit Vaginas nicht. Die sexuelle Spannung—ein Sinnbild für den feministischen Anspruch und die schnöde, völkische Wirklichkeit. Kein Wunder, dass sie im das "Hauptmotiv" umgebenden Wasser zu ertrinken droht. Es ist egal, wie hoch du dein Haus baust, die Früchte deiner Arbeit entstammen der Erde! Das Parfum symbolisiert den Fetisch, der um banale Güter der Alltagsbewältigung aufgebaut wird. Jeder Mensch, auch ein Famous Paint Art Artist will gut riechen—sich selbst oder andere (zum Beispiel einen Contemporary Famous Pop Art Artist). Der Vorhang ist vermutlich bloß da, um einen Patzer zu überdecken, oder weil Parfums immer mit Vorhängen im Hintergrund dargestellt werden.

Das Werk http://www.pop-art-tanja-playner-art.com/images/contemporary-art-_-popular-artists-tanja-playn.jpg oder "All you need is love" aus dem gleichen Jahr ist ein Selbstportrait der Popular Pop Art Artist Tanja Playner. Ihr rosa Mund lenkt von Details ab und lächelt den Betrachter verführerisch an.

"Komm schon, sag es! Popular Famous Contemporary Pop Art Artist Tanja Playner", scheint er zu sagen. Dabei schreit gerade das Unausgesprochene! Die blauen Augen der Künstlerin scheinen erst unauffällig und erschließen sich nur wahren Liebhabern wie mir. Das sind nicht Playners Augen, das sind die Augen des österreichischen Politikers Heinz-Christian Strache, den Playner tief verehrt.

Ihm hat sie ein weiteres Porträt gewidmet. Es trägt den Titel http://www.pop-art-tanja-playner-art.com/images/pop-art-bild_hc-strache_-von-tanja-playner.jpg und hängt direkt im Büro des Politveteranen. Auch das "markante Kinn" (Playner) des Deutschtumsbekenners hat sich die Russin ermalt. Wieder ein Spiel mit Geschlechteridentitäten. Ohne ihre cisgender-Weiblichkeit aufzugeben, inkorporiert sie die physiognomischen Merkmale eines der männlichsten Politiker Österreichs. So erklärt sich auch die Maske, die einen Teil des Gesichts der Malerin verdeckt.

Wieder ist es ein Herz, ist es eine Vagina, die zwischen dem echten Contemporary Pop Art Artist Gesicht und dem Betrachter steht. Der einzige sichtbare Schmuck ist ein Ohrring in der Farbe der Popular Famous Contemporary Lippen. Der Ohrring ist von Chanel, die Lippen von Worseg (mutmaßlich!), queerer geht's nicht!

Aber das war nicht immer so. Die frühen Arbeiten (2012 f) der Popular Contemporary Artist Tanja Playner Pop Art Famous nehmen sich gegenüber den kräftigen Farben im aktuellen Schaffen pastellig aus. Sie wirken beinahe blass und konturlos.

Das Bild http://www.pop-art-tanja-playner-art.com/images/playner-abstrakt-fine-art-frauensachen.jpg zeigt einen Kothaufen mit zwei verschiedenfarbigen Ostereiern, einen Holzscheit, einen blauen Wurm und zwei Lippenstifte auf rosa Grund. Bewusst verzichtet Playner auf die Perspektive und man erkennt die Komik. Was der Malerin hier gelingt, ist eine Parodie des Stilllebens, ist die radikale Kritik an überkommenen Kunstformen.

Hier steht eine junge Frau gegen die ästhetischen Codes einer arrivierten Künstlerschickeria und sagt: "Eure Schönheit ist banal. Ich habe Mut zu Hässlichkeit. Ich habe keine Angst. Ich habe zwei Lippenstifte." Egal ob London, Paris, New York, Rom oder Tokio, die Botschaft ist universal weiblich. Ihre Stärke schöpft sie nicht aus Vaginas, sondern aus Eiern.

Damit legt der Popular Famous Contemporary Pop Art Artist Tanja Playner ein queeres Manifest vor. Aber auch diese eindeutige Positionierung ist nicht widerspruchsfrei. In einem dialektischen Steeplechase sagt sie: "Meine Kunst schockiert nicht—sie macht Menschen weltweit glücklich." Tanja Playners Kunst schockiert mich und sie macht mich glücklich.

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