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Popkultur

Die kreativsten Erklärungen, warum wir nicht arbeiten konnten

Vorgetäuschtes Asthma, klemmende Hupen, stinkende Eier: Es hat funktioniert.

von VICE Staff
08 Februar 2017, 4:00am

Foto: Henri Bergius | Flickr | CC BY-SA 2.0

Gibs zu, du hast es ebenfalls schon getan. Auch du bist irgendwann mal früh morgens aufgewacht und hattest absolut keine Lust darauf, dich fertigzumachen, zur Arbeit oder in die Schule zu gehen und anschließend das Genöle deines Chefs oder deines Lehrers anzuhören. Also hast du irgendein Wehwehchen vorgeschoben und auf krank gemacht.

Egal aus welchem Grund, du musst dir auf jeden Fall eine Ausrede für deinen Chef einfallen lassen. Es folgt nun eine Zusammenstellung der absurdesten und schlimmsten Vorwände, die wir in einem solchen Fall schon mal benutzt haben.

Lüge nur dann, wenn du für ein Arschloch arbeitest

Früher arbeitete ich in einem Laden, dessen Chef eine manipulative, kleine Ratte war. Für ihn existierten nur die vier Wände, in denen er das Sagen hatte. Ich befand mich im zweiten Studienjahr und meine Prüfungen standen an. Als ich dann die genauen Prüfungstermine wusste, drückte mein Chef mir natürlich an exakt diesen Tagen eine Schicht aufs Auge. Als ich ihn darauf ansprach, meinte er nur mit erhobenen Händen: "Wir können hier nicht alle auf deine Freizeitaktivitäten achtgeben." Ändern wollte er natürlich nichts.

Also fing ich mir in der Woche meiner Prüfungen eine mysteriöse Krankheit ein, die langsam mit Kopfschmerzen sowie trockenem Husten anfing und schließlich mit einem Zusammenbruch im Warenlager endete. Außerdem trug ich kein Make-up mehr, denn Männer gehen bei ungeschminkten Frauen direkt vom gesundheitlich Schlimmsten aus. Um die ganze Geschichte noch glaubwürdiger zu machen, blieb ich am Tag vor der ersten Prüfung ganz zu Hause. Meinem Chef erzählte ich, dass ich mein Essen weder oben noch unten drin halten könne, um ihm direkt den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ich tauchte dann erst wieder nach meinen Prüfungen auf. Natürlich musste ich weiter lügen und sagen, dass ich auch nicht in die Uni gehen konnte und so weiter. Es war nicht einfach, aus der Sache wieder rauszukommen. Deshalb lautet mein Fazit: Lüge nur dann, wenn du für ein Arschloch arbeitest. – Hannah

Foto: Andrew Butitta | Flickr | CC BY-SA 2.0

Wählerisches Asthma

Während meiner Schulzeit machte ich mindestens zwei Tage pro Woche krank, weil ich absolut keinen Bock hatte. Um meinen finanziellen Zuschuss nicht zu verlieren, musste ich jedoch entweder eine fortlaufende Krankheit oder einen Schrieb meiner Eltern vorweisen können. Also beschloss ich, wieder an meinem längst vergangenen Asthma aus der Kindheit zu leiden. Hat funktioniert und heute geht es mir auch wieder gut, danke der Nachfrage. – Marianne


Auch bei VICE: Die Motivation, jeden Tag zur Schule zu gehen


Pizza ohne Lieferanten

Früher arbeitete ich als Auslieferer für eine bekannte Pizza-Kette. Dabei ließ ich meine Schichten regelmäßig sausen, was rückblickend ein großer Fehler war, denn ich hatte mit Abstand den besten Job aller Zeiten an der Angel. Stell dir nur mal folgendes Szenario vor: Du bist 18 und bekommst neun Euro die Stunde dafür, dass du zusammen mit deinen Freunden rumfährst, schrecklichen Drum'n'Bass hörst und manchmal die kalte BBQ-Thunfisch-Pizza verdrücken darfst, die jemand nur aus Spaß bestellt halt. Ein Traum, oder?

Folgende Ausreden schob ich beim Blaumachen vor:

- Ich habe mir den Norovirus eingefangen (gelogen – und das mindestens 14 mal)

- Ein Geldstück verklemmt die Huptaste meines Autos und es hört nicht mehr auf zu hupen (gelogen)

- Ich habe mir den Knöchel gebrochen und kann nicht fahren (eine Lüge, die komischerweise auch dann niemand anzweifelte, als ich eine Woche später mit zwei gesunden Knöcheln in die Arbeit spazierte)

- Ich muss auf den Klempner warten, weil meine Mutter bei der Arbeit ist (meistens eine Lüge)

Darauf bin ich nicht besonders stolz. Nur die Hupenlüge finde ich bis heute super, weil sie doch ein sehr perfides Täuschungsmanöver darstellt. – Jamie

Foto: Selena N. B. H. | Flickr | CC BY 2.0

Die Eier waren zu viel

Als Teenager arbeitete ich in einer Bäckerei. Ich rede hier aber nicht von einem schnuckeligen Eckladen mit duftenden Croissants und leckerem Kaffee. Nein, ich meine damit den hinteren Bereich einer Billigkette für Sandwiches. Eines Samstags fing ich um sieben Uhr früh an und hatte dementsprechend wenig geschlafen. Dazu kam noch der Restalkohol. Ich stand also völlig verkatert in meinem Arbeitsbereich und strich Unmengen an Margarine auf Unmengen an Weißbrot. Die Käse- und Schinkenscheiben bekam ich auch noch hin. Und die Fässer voller Thunfisch-Mayo konnten mir ebenfalls nichts anhaben. Aber dann kamen die Eier.

Die Eier bei in Massen produzierten Sandwiches sind natürlich nicht frisch. Sie werden in einem Eimer angeliefert, in dem sich ein großer, blauer Sack befindet. Diesen Sack öffnet man und sieht erstmal die ganzen Eier, die in der Konservierungsflüssigkeit herumschwimmen – und auch genauso riechen. Das war zu viel. Ganz instinktiv warf ich mich auf den Boden und täuschte einen Zusammenbruch vor. Meine Kollegen riefen sofort den Manager, der mich in ein Taxi setzte und mir den Rest des Wochenendes freigab. – Anonym

Das Gegenteil vom Blaumachen

Als ich mit 18 nach Buenos Aires flog, wurde ich während des mehrstündigen Flugs immer kränker. Bei meinem Zwischenstopp in Rio de Janeiro war ich schließlich nur noch ein zitterndes und fiebriges Häufchen Elend, das sich durch den Flughafen quälte. Irgendwie schaffte ich es aber trotzdem, meinen Anschlussflug zu erwischen. Kurz vor der Landung drückte mir eine Stewardess dann einen Zettel mit Symptomen und Auswahlkästchen in die Hand. Damals grassierte nämlich die Schweinegrippe und manche Leute saßen deswegen wochenlang am Flughafen in Quarantäne fest. Eigentlich hätte ich auf besagtem Zettel überall einen Haken setzen müssen (egal ob nun bei Fieber, Schüttelfrost, Schnupfen oder Kopfschmerzen), aber ich wollte es unbedingt vermeiden, in Argentinien direkt zu irgendwelchen anderen kranken Menschen gesteckt zu werden. Deshalb kreuzte ich einfach das "Keine Symptome"-Kästchen an, schlich mich durch den Ankunftsbereich des Flughafens und verbrachte meine erste Woche in Buenos Aires erstmal im Bett. – Sam

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