Ein italienischer Priester veranstaltete Orgien auf dem Kirchengelände und ließ sich dabei filmen

"Er trug ständig einen Koffer voller Vibratoren, Sexspielzeug, Masken und Bondage-Equipment mit sich herum", sagt eine der Klägerinnen.

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07 Februar 2017, 2:00pm

Symbolfoto: Graeme Churchard | Flickr | CC BY 2.0

Am Anfang waren es drei Frauen im norditalienischen Padua, die sich über die Orgien des Priesters Andrea C. im Dezember beschwert hatten, berichtete der Independent. Inzwischen haben sich über 30 Frauen den Vorwürfen gegen den Geistlichen der Sankt Lazarus Gemeinde angeschlossen.

Eine der Frauen, die auch angab, einen Sohn von C. zu haben, sagte den Ermittlern, dass der Geistliche sie zu Sex mit einem Pferd ermutigt habe, außerdem habe er sie zweimal im Pfarrhaus geschlagen. C. habe außerdem Frauentausch-Portale im Internet benutzt, um seine Liebhaberinnen an andere Männer zu vermitteln, berichtete die britische Times.

Ursprünglich hatte der Priester die Vorwürfe abgestritten, bis die Polizei schließlich Festplatten voll mit Pornos und Videomaterial der Bacchanale in seinem Besitz fand. Gefilmt hatte die ausschweifenden Gelage ein anderer Priester, Roberto C. Laut der britischen Boulevardzeitung Sun hätten die Sexpartys immerhin im Pfarrhaus stattgefunden und nicht etwa auf dem Altar unter dem Kreuz. Beide Männer zeigten sich schließlich geständig und gaben letzte Woche auch gegenüber dem Gemeindebischof, Claudio Cipolla, alle Anschuldigungen zu.

"Das Verhalten von Vater Andrea stand in totalem Kontrast zu den Gelöbnissen, die er gegenüber der Kirche abgegeben hatte", sagte Cipolla in einer Pressekonferenz. "Er führte einen verwerflichen Lebensstil und ist dadurch nicht geeignet, sein Priesteramt weiter auszuführen. Seine Taten haben ihn dermaßen in Verruf gebracht, dass er selbst nach seiner Buße nicht länger als Priester auftreten kann."

Der Würdenträger hatte angeblich über 30 Liebhaberinnen, die er in schicke Restaurants ausführte oder mit in den Urlaub in ein Nudistencamp nach Frankreich nahm. "Er trug ständig einen Koffer voller Vibratoren, Sexspielzeug, Masken und Bondage-Equipment mit sich herum", sagte eine seiner Klägerinnen den Beamten.

Als katholischer Priester hatte sich C. natürlich dem Zölibat verpflichtet, die Liste seine Vergehen könnte allerdings weit darüber hinausgehen. Die Polizei ermittelt nun jedenfalls wegen psychischer und physische Gewalt sowie der Unterstützung von Prostitution gegen den Geistlichen. Ein Haftbefehl wurde bislang aber nicht ausgestellt.

"Selbst wenn sein Verhalten am Ende keine rechtlichen Konsequenzen hat, sind wir nach dem Kirchenrecht dazu verpflichtet, Disziplinarmaßnahmen zu ergreifen", sagte Cipolla, der den Prozess der Amtsenthebung C.s bereits in die Wege geleitet hat.

Seinem filmendem Komplizen drohe wahrscheinlich kein Ausschluss aus der Kirche, so Cipolla. Er sei nur "teilweise und gelegentlich" involviert gewesen, allerdings sei auch sein Verhalten "inakzeptabel". Zwei weitere Priester sollen ebenfalls an den Orgien teilgenommen haben.

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