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Sex

Wir haben Frauen gefragt, woran sie beim Blasen denken

Spucken oder schlucken? Die wohl häufigste Frage, die sich Frauen dabei stellen. Aber ihnen geht noch mehr durch den Kopf.

von VICE Staff
21 September 2016, 9:32am

Irgendwo müssen die durchschnittlich drei bis vier Milliliter Sperma nach einem Blowjob landen—ob im Spülbecken oder in den Tiefen unseres Verdauungssystems. Diese Entscheidung ist aber schnell gefällt und so bleibt noch genügend Zeit, sich den Kopf über andere Dinge zu zerbrechen.

Aber über was eigentlich? Eine Lösung für den Nahost-Konflikt vielleicht. Oder darüber, ob das Ei zum Frühstück lieber gekocht oder gerührt werden soll. Und verdammt, die wochenlang aufgeschobene Steuererklärung muss morgen endlich in den Briefkasten!

Foto:Kevin Steinhardt|Flickr|CC BY-SA 2.0

Wir wollten es genau wissen und haben deshalb Frauen gefragt, woran sie beim Oralsex denken.

Isabella, 27

VICE: Woran denkst du dabei?
Isabella: Keine Zähne. Ich war 15, da sagte meine beste Freundin zu mir, die damals schon einen Freund hatte: "Nie die Zähne einsetzen!" Und das ist für immer hängen geblieben.

Hast du eine Technik?
Ich stelle mir vor, wie ich eine Orange mit der Zunge schäle. Da muss man sich schon konzentrieren. Ich will ja darauf achten, wie er reagiert, ob er Spaß hat oder nicht. Und dann bringt man das über die Bühne.

Du konzentrierst dich also immer auf die Technik. Schweifst du nie ab, wenn es mal länger dauert?
Im Worst Case schon. Wenn es zu lange dauert schon.

Wie lang ist zu lang?
So 13 Minuten, schwer abzuschätzen, man stoppt ja nicht die Zeit.

Was machst du dann?
Mehr Speichel, mehr Hände. Ich versuche, eine enge, feuchte, warme Höhle zu formen. Das klappt dann meistens.

Martha, 21

VICE: Wann hast du jemandem das letzte Mal einen geblasen?
Martha: Vor knapp zwei Monaten auf einer WG-Party.

Was ging dir dabei durch den Kopf?
Ich habe mich gefragt, wann der Typ endlich zum Höhepunkt kommt und dabei ist mir aufgefallen, dass mein Mund vom Alkohol und den Zigaretten viel zu trocken war. Vor allem von dem Rotwein. Das war übertrieben ekelhaft. Müssen wir wirklich weiter darüber reden?

Unbedingt. Also hast du trotz Mundtrockenheit weitergeblasen?
Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten. Dann bin ich besoffen ins Bad getorkelt, um ein Glas Wasser zu trinken. Da kam ich auch auf die glorreiche Idee, nach der erstbesten Zahnbürste zu greifen und mir die Zähne zu putzen.

Auch drei Minuten lang und mit Zahnseide?
Nein, ich war nicht lange im Bad. Als ich zurück ins Zimmer bin, lag er auch immer noch mit einem harten Schwanz im Bett. Kurz nachdem er gekommen ist, habe ich mir die Zähne aber nicht mehr geputzt. Hätte ich vielleicht besser machen sollen.

Hast du im nüchternen Zustand wenigstens bessere Erfahrungen gemacht?
Ja, da sind die Blowjobs deutlich zufriedenstellender. Für beide Seiten. Ich schalte meinen Kopf dann am liebsten aus und konzentriere mich völlig auf den Typen.

Aylin, 22

VICE: Woran denkst du beim Blasen?
Aylin: An alltägliche Dinge wie die Uni, Arbeit, meine Pläne fürs Wochenende.

Das klingt alles ziemlich unsexy.
Ja, das stimmt. Ich bin seit vier Jahren in einer festen Beziehung und mit der Zeit ist der Sex zur Routine geworden. Wenn ich meinem Freund einen Blowjob gebe, dann nur, weil er so sehr drauf steht.

(Skeptischer Blick der VICE-Mitarbeiterin.)

Versteh mich nicht falsch, ich würde ihm keinen blasen, wenn ich es ganz, ganz schlimm finden würde. Es ist mehr so ein "OK, dann bringen wir das jetzt mal hinter uns".

Denkst du dabei an andere Typen, weil du eigentlich gar keine Lust aufs Blasen hast?
Ist sicher schon vorgekommen, aber ich habe keine wirklichen Fantasien fremdzugehen. Ich fühle mich immer noch zu meinem Partner hingezogen, aber mehr Spontaneität würde unserem Sexleben sicher gut tun.

Svenja, 25

VICE: Woran denkst du beim Blowjob?
Svenja: "Bitte versuch erst gar nicht, mir deinen Schwanz bis zum Anschlag in dem Mund zu rammen." Ich hasse es, wenn Typen das machen.

Klingt so, als würde das öfter passieren.
Ja, das ist schon drei oder vier Mal vorgekommen. Vielleicht liegt das an dem Einfluss der Pornoindustrie, an den ganzen Hardcore-Filmen. Bei jedem Blowjob hoffe ich, dass der Typ mich einfach mein Ding durchziehen lässt, ohne einen Pornofilm daraus machen zu wollen.

Woran denkst du denn, wenn du den Blowjob genießt?
An den Typen, dessen Schwanz ich gerade im Mund habe.

Isabel, 32

VICE: Woran denkst du beim Blasen?
Isabel: Wenn ich selbst erregt bin, dann vor allem daran, das richtig gut zu machen. Die Zunge und die Hand gut dabei einzusetzen. Das Tempo seiner Erregung anzupassen, manchmal vielleicht ein bisschen mit seiner Erregung zu spielen. Aber klar, manchmal denke ich auch: Hauptsache, er kommt schnell.

Und dann?
Wenn mir langweilig wird, zähle ich manchmal, wie oft er laut aufstöhnt. Es gibt ja diese Unterschiede zwischen starkem Atmen und richtigem Stöhnen. Für richtiges Stöhnen gebe ich mir quasi selbst einen Punkt.

Blasen als Sport?
Na ja, aber nur für mich. Ich sag ihm das nicht. Aber dann bin ich leichter motiviert. Aber im Normalfall, wenn ich auch erregt bin, gebe ich mir schon mehr Mühe, dann brauche ich auch kein Punktesystem.

Lea, 27

VICE: Was spielt sich beim Blowjob in deinem Kopf ab?
Lea: Das kommt auf die Tageszeit an. Früh morgens überlege ich mir, was ich anziehe oder frühstücke. Mittags plane ich meinen Nachmittag und wenn es spät am Abend ist, reflektiere ich meinen Tag.

Langweilig! Wieso denkst du beim Blasen nicht an versaute Dinge?
Wenn nur mein Freund Bock auf Sex hat, dann ziehe ich es eben vor, ihm einen Blowjob zu geben. Das finde ich zumindest besser, als regungslos im Bett zu liegen und falsche Lust vorzutäuschen. Das erklärt vielleicht meine wenig heißen Gedanken.

Gab es Momente, in denen du zu sehr abgeschweift bist? Hast du beim Blowjob schon mal an Mami und Papi gedacht?
Nein, zum Glück nicht! Die Vorstellung ist krass ekelhaft. Frag mich schnell etwas anderes.

Was war denn der unangenehmste Gedanke, den du bei einem Blowjob hattest?
Also wenn sein Penis nicht richtig sauber ist und ich das schmecke, muss ich die ganze Zeit nur ans Kotzen denken. Das ist auf jeden Fall mehr als unangenehm. In diesen Momenten versuche ich sogar krampfhaft, meinen Tag durchzuplanen, um mich von dem unappetitlichen Geschmack in meinem Mund abzulenken.

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