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ausraster

Zürcher Vermieter rastet aus und schreddert alle Schuhe im Treppenhaus

Die Genossenschaft machte die Drohung wahr, die sich dein Mami nie durchzuziehen traute – vor den Augen der Bewohner.

von Kamil Biedermann
14 September 2017, 8:27am

Symbolbild: Screenshot von thymark | YouTube

Kannst du dich noch erinnern, wie dein Mami dir gedroht hat, all deine Sachen aus dem Fenster zu schmeissen, wenn du dein Zimmer nicht aufräumst? Wahrscheinlich ging dir das spätestens nach dem dritten Mal zu einem Ohr rein und zum anderen sofort wieder raus, weil du sowieso wusstest, dass Mami ihre Drohungen niemals durchziehen würde. So muss es wohl auch den Bewohnern der Zürcher Genossenschaftssiedlung Röntgenhof gegangen sein, als die Verwaltung sie immer wieder aufforderte, endlich ihre Schuhe aus dem Treppenhaus zu entfernen.

In dem Fall vertrauten Bewohner wohl zu sehr auf ein mutterhaftes Wohlwollen der Hausverwaltung. Was passierte, nachdem die Verwaltung die Bewohner jedes Jahr mehrfach schriftlich dazu aufforderte, die Schuhe zu entfernen, geht definitiv in die Kategorie "No Chill": Ende August machten Angestellte der Hausverwaltung Nägel mit Köpfen und sammelten alle Schuhe im Treppenhaus ein. Vor dem Hauseingang stand bereits ein Schredder bereit, in dem die Schuhe für alle Bewohner sichtbar in ihre Einzelteile zerlegt wurden, berichtete der Beobachter. Weder die Fragen des Beobachters, noch die von VICE wollte die Genossenschaftsverwaltung beantworten.

Gegenüber der Konsumentenzeitschrift sagte ein Bewohner, dass sie die Drohungen nicht so ernst nahmen. Weil die Wohnungen in der Genossenschaft klein sind, stellten viele ihre Schuhe im Gang ab, erzählte der Bewohner der Siedlung, die mehrheitlich von einkommensschwachen Familien bewohnt wird. Diese schlugen der Verwaltung auch schon vor, Schuhschränke auf eigene Kosten dafür aufzustellen, um das Problem zu lösen. Die Verwaltungs-Mutti kannte aber kein Erbarmen und antwortete gemäss dem Bewohner stets, sie sollten dankbar sein, dass sie hier so günstig wohnen können und wenn es ihnen nicht passen würde, dann können sie ja gehen. Jetzt halt Barfuss.

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