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Hongkong: Fotos von den wohl winzigsten Wohnungen der Welt

Wer in der sonst so schillernden Metropole unterhalb der Armutsgrenze lebt, wohnt oft in einer sogenannten "Sargbox". Der Fotograf Benny Lam hat die Enge dokumentiert.

von Harriet Renn
02 Mai 2018, 7:17am

Alle Fotos: Benny Lam 

Imposante Skylines, leckeres Street Food und wichtige Finanzgeschäfte – diese Bilder hat man im Kopf, wenn man an Hongkong denkt. In der schillernden Weltmetropole herrscht allerdings auch eine extreme Schere zwischen Arm und Reich, man findet dort auch mit die schlimmsten Lebensbedingungen der Welt.

2016 stieg die Anzahl der Bewohner von Hongkong, die unterhalb der Armutsgrenze leben, auf 1,36 Millionen. Das entspricht fast 20 Prozent der gesamten Bevölkerung der Stadt. Zwar hat die Regierung ein relativ grosszügiges Sozialhilfeprogramm eingeführt, aber dieser Schritt soll nur etwa 356.000 Menschen aus der Armut geholfen haben. Die Mehrheit muss weiterhin in extremen Bedingungen leben.

Unter anderem in winzigen Wohnungen – auch als "Sargboxen" bekannt. Für sie werden Einzimmerwohnungen in einzelne Einheiten aufgeteilt, in denen sich mehrere Holzquader als nochmals kleinere Wohneinheiten befinden. So stehen in einem 37 Quadratmeter grossen Apartment schon mal bis zu 20 dieser Holzquader, je 1,80 mal 0,75 Meter klein.

Die Innenansicht einer der winzigen Wohnungen in Hongkong

Der Fotograf Benny Lam hat diese winzigen Wohnräume dokumentiert. Lam ist in Hongkong aufgewachsen und interessiert sich schon lange für die Wohnungsknappheit des Landes. "Ich wollte etwas gegen diese soziale Problem tun", sagt er.

"Da drin gibt es keine Fenster zum Lüften und wegen der zu kurzen Betten können sich die Bewohner nicht mal gerade hinlegen."

Zusammen mit der Nichtregierungsorganisation Society for Community Organization (SoCO) hat Lam einige der Bewohner von Hongkongs Sargboxen gefragt, ob er sie zu Hause besuchen darf. Die meisten hatten kein Interesse, aber ein paar hiessen ihn auch in ihren – Zitat Lam – "erdrückenden Wohnungen" willkommen.

In dieser winzigen Wohnungen in Hongkong gibt es immerhin einen Fernseher

"Da drin gibt es keine Fenster zum Lüften und wegen der zu kurzen Betten können sich die Bewohner nicht mal gerade hinlegen", sagt Lam.

Eine Frau, die der Fotograf besuchte, kochte sogar für ihn und die SoCO-Mitglieder. Sie lebt in einer etwas "luxuriöseren" Box, die mit einem Waschbecken und einem WC ausgestattet ist – alles zusammengezwängt in einem Raum. "Ich wusste nicht genau, ob der Geruch jetzt vom Essen oder von der Toilette kam", erzählt Lam.

Wie Lam erzählt, leben Zehntausende Familien mit niedrigem Einkommen in solchen Wohnzellen. Auf seinen Fotos kämen die winzigen Masse gar nicht so gut rüber. Wer noch nicht selbst in einer der Hongkonger Miniwohnungen gelegen hat, könne sich das Ganze dem Fotografen zufolge gar nicht wirklich vorstellen. Dabei bekommt man allein beim Anblick der Bilder schon etwas Platzangst.

Benny Lams Fotoreihe "Home Ownership" stammt aus seinem Buch und seiner Ausstellung "Trapped" .

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Ein Mann isst in einer der winzigen Wohnungen in Hongkong eine Dose Bohnen
Die Enge in einer der winzigen Wohnungen in Hongkong
So eng ist es in den winzigen Wohnungen in Hongkong
Das Leben auf den knapp zwei Quadratmetern der winzigen Wohnungen in Hongkong

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf VICE AU.

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