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Wir haben Leute gefragt, woran sie beim Lecken denken

Ich mag es nicht, wenn eine Frau, mit der ich eine Affäre habe, bei mir übernachtet. Mich beschäftigt beim Lecken, wie ich es anstelle, damit das nicht passiert.

von VICE Staff
28 September 2016, 11:15am
Obwohl es kaum verlässliche Forschung dazu gibt, müssen wir davon ausgehen, dass Menschen schon an Vaginen herumlecken, seit es sie gibt. Tutanchamun hat Anchesenamun geleckt, Karl der Große hat jede seiner vier Ehefrauen geleckt und Erich Honecker hat seine Margot geleckt (und tut es vielleicht noch immer!). Natürlich gibt es auch Männer, die sich kategorisch weigern, ihre Partnerin zu lecken. Aber jeder weiß, dass diese Sorte Mann es nie in irgendwelche Geschichtsbücher schaffen wird.

Lecken ist eins der selbstlosesten und liebevollsten Dinge, die man für seine Partnerin tun kann. Gleichzeitig kann es manchmal aber auch ein bisschen anstrengend sein, wenn man die Frau noch nicht besonders gut kennt. Bis man herausgefunden hat, was ihr besonders gut gefällt, muss man schon ein paar Minuten in Nackenlage mit unregelmäßiger Sauerstoffzufuhr verbringen. Und auch wenn es zu dem eisernen Gesetz jeder Diskussion über Cunnilingus gehört, dass nach drei Sekunden ein Mann aufspringt und laut "DAS MACHT DOCH NICHTS! DAS IST DOCH WAS WUNDERSCHÖNES! VAGINEN SIND WAS WUNDERSCHÖNES! ICH WÜNSCHTE, ICH KÖNNTE ALS SCHMETTERLING IN EINER VAGINA LEBEN!!!" durch den Raum schreit und dabei alle Frauen mit leicht schräg gestelltem Kopf im Saal manisch anlächelt—wir müssen ehrlich sein: Manchmal kann es auch einfach ein bisschen zu lange dauern, und dann schweift man halt ab. Und was dann in den Köpfen der Leute passiert, das wollten wir wissen. Also haben wir sie gefragt.

Bernd, 28

VICE: Dauert es dir manchmal zu lange, bis eine Frau kommt?
Bernd: Ne, ist ja was Schönes.

Nicht manchmal anstrengend?
Ja, es kann ja schon, wenn es zu lange dauert, zu Krämpfen in der Zunge führen. Dann muss man sich anders helfen, die Finger nehmen, oder selbst einschreiten.

Schweifst du gedanklich ab?
Ich bin schon bei der Sache. Man gibt, was man kann. Ich habe manchmal das Gefühl, es ist auch nicht die Sache von jeder. Bei meiner Ex hatte ich das Gefühl, es ist nicht ihr Ding. Vielleicht habe ich es aber auch nur furchtbar schlecht gemacht.

Gibt es sonst Unterschiede?
Manche reagieren schon extremer, also wenn es ihnen gefällt. Mir wurde schon der Kopf zwischen den Schenkeln eingeklemmt oder der Hals zerkratzt. Das finde ich eigentlich ganz gut, wenn sich das so hoch steigert. Da wird man dann in der Regel auch reich dafür belohnt danach.

Vivienne, 22

VICE: Welche Gedanken kreisen dir durch den Kopf, wenn du eine Frau leckst?
Vivienne: Mache ich das gut? Wo soll ich meine Zunge am besten einsetzen? Gefällt es ihr wirklich? Ist sie gerade gekommen?

Welche beschäftigt dich am meisten?
Ob sie gerade gekommen ist. Nicht jede Frau kündigt ihren Höhepunkt mit einem stöhnenden "Ich komme gleich" an. Und ich finde es nicht schön, nachzufragen. Habe ich ein Mal gemacht. Das hat den Moment total zerstört.

Wieso?
Sie hat nach meiner Frage den Druck verspürt, schnell kommen zu müssen. Dadurch war sie viel verkrampfter als vorher. Ich habe ihr mehrmals gesagt, dass es nicht so gemeint war und sie sich entspannen soll. Das hat aber alles nichts gebracht. Seitdem denke ich manchmal noch an diese Frage, aber ich spreche sie nicht mehr laut aus.

Maximilian, 31

VICE: Hast du beim Lecken eine Technik?
Maximilian: Frauen sind unterschiedlich sensibel. Wenn sie sehr sensibel ist, dann drücke ich mit meiner Zunge nicht zu sehr auf den Kitzler. Ich hoffe, ich merke von ihrer Reaktion, wie sensibel sie ist. Aber ich stecke meine Zunge nicht in sie hinein. Ich glaube, das können nur Männer mit irre langer Zunge. So wie der Sänger von KISS.

Woran denkst du, wenn du eine Frau leckst?
Am Anfang ist es so ein bisschen technisch, zumindest bis ich mich eingegroovt habe. Wenn ich die Frau nicht kenne, bin ich die ersten 30 Sekunden damit beschäftigt, daran zu denken, ob ich das so mache, dass es ihr gefällt.

Und wenn du dich dann eingegroovt hast?
Die Liegeposition ist ja nicht ungemütlich und der Kopf muss sich ja nicht doll bewegen. Ich lege mir ein Kissen unter den Kopf und befinde mich dann in einer gemütlichen Schonstellung. So kann man das stundenlang machen. Ich finde, Blasen ist deutlich anstrengender. So bequem auf dem Bauch liegend, denke ich dann über alles Mögliche nach: Was so am Tag passiert ist. Eine typische Zeit, an der ich lecke, wäre 11 Uhr nachts. Dann denke ich auch an den nächsten Tag, was ich im Job machen muss, oder was ich eigentlich gerade für die Arbeit vorbereiten müsste, würde ich nicht gerade eine Frau lecken. Und das Verhältnis zur Frau beschäftigt mich manchmal.

Was beschäftigt dich da?
Ich mag es ehrlich gesagt nicht, wenn eine Frau, mit der ich eine Affäre habe, bei mir übernachtet. Mich beschäftigt dann, wie ich es anstelle, damit das nach dem Sex nicht passiert.

Thimo, 22

VICE: Wann hast du das letzte mal eine Frau geleckt?
Thimo: Das war am Wochenende, am Samstag, als meine Freundin bei mir übernachtet hat.

Und woran hast du dabei gedacht?
Dass wir schon ziemlich lange ein Paar sind.

Wie bist du darauf gekommen?
Ich musste feststellen, dass nach fünf Jahren Beziehung die Hemmungen in Sachen Intimhygiene nicht mehr ganz so groß sind. Das finde ich zwar nicht schlimm, man findet ja nicht immer die Zeit, vorher zu duschen oder hat keine Lust darauf. Aber wenn ich meine Freundin lecke und sie untenrum nicht gut riecht, fällt es mir schwer, nicht darüber nachzudenken.

Andi, 26

VICE: Woran denkst du beim Lecken?
Andi: An die Frau und darüber, welche Technik ihr gefällt. Darauf versuche zu achten. Manchmal lasse ich mich aber auch ablenken.

Wovon lässt du dich ablenken?
Zum Beispiel wenn eine Frau nicht ganz rasiert ist, dann kratzen ihre Stoppeln. In solchen Momenten mache ich merkwürdige Gedankensprünge und fange an, über Intimrasuren nachzudenken. Dann kommt es auch schon mal vor, dass ich mir witzige Muster für Intimrasuren ausdenke, die ich der Frau verpassen würde. Zum Beispiel eine Schlange oder das Haus vom Nikolaus.

Sehr kreativ. Wie kamen deine Vorschläge bei den Frauen an?
Ich habe nur darüber nachgedacht, noch nie habe ich eine Frau gefragt, ob sie das auch machen würde [lacht]. Diesen Gedanken vor dir laut auszusprechen, ist schon merkwürdig genug. Ich glaube, wenn ich einer Frau vorschlagen würde, sich das Haus vom Nikolaus auf ihre Vagina zu rasieren, dann wäre das die letzte Unterhaltung, die ich mit ihr geführt habe.

Lena, 29

VICE: Was geht in deinem Kopf vor, wenn du eine Frau leckst?
Lena: Ich finde, das Lecken lässt nicht so viel Zeit für Nebengedanken. Ich bin ziemlich damit beschäftigt, auf die Reaktionen der Frau zu achten: Geht ihr Atem schneller, wenn ich meine Zunge einen Zentimeter weiter nach links, rechts, oben oder unten bewege? Was passiert, wenn ich die Geschwindigkeit erhöhe?

Kannst du alles andere ausblenden?
Klar registriere ich, welche Schamhaarfrisur sie hat, oder wie sie schmeckt. Aber im Prinzip bin ich so fokussiert wie bei einem Videospiel.

Anil, 24

VICE: Woran musst du denken, wenn du eine Frau leckst?
Anil: An nichts Bestimmtes. Also da fällt mir nichts Spektakuläres ein.

Die Planung des nächsten Einkaufs im Supermarkt ist unspektakulär.
An so stumpfe Dinge denke ich dabei nie. Schon eher, ob es ihr auch wirklich gefällt oder sie nur eine Show abzieht. Das kann ich manchmal nicht unterscheiden. Wenn eine Frau nur so tut, als würde ihr der Oralsex gefallen, dann hat sie doch keinen Spaß. Das finde ich unnötig. Und ja, manchmal mache ich mir beim Lecken so meine Gedanken darüber. Aber beim nächsten Mal werde ich wahrscheinlich an dich denken müssen, weil du mich danach gefragt hast.

Nein, mach das bloß nicht.
Dafür ist es jetzt zu spät.

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