Leute erzählen die schlimmsten Dinge, die sie im Urlaub gemacht haben

"Wir waren danach sehr traumatisiert."

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Juni 14 2018, 7:27am

Alle Fotos: privat

Bei 30 Grad kluge Entscheidungen zu treffen, klappt bei vielen Menschen ähnlich gut, wie nach neun Piña Coladas einen Limbo-Wettbewerb zu gewinnen. Spätestens wenn du im Urlaub der ersten Gruppe Typen in "Läuft bei mir"-T-Shirts begegnest, weisst du: Ab jetzt ist alles egal, es gibt keine Regeln mehr. Raus aus der Zwangsjacke namens Vernunft und rein in den Bikini.

Denn: Was im Urlaub passiert, bleibt im Urlaub. Und es gibt Leute, die haben schon viel schlimmere Dinge getan, als du. Zum Beispiel auf LSD in einen Kochtopf gepisst und mit dem Inhalt die Zimmerblumen ihres Airbnb Apartments gedüngt.

Hannah, 26

Ich war mal mit meinem Freund in Lissabon. Wir hatten uns für eine Nacht ein Airbnb-Zimmer gemietet. Die Wohnung war super schick und der Gastgeber hat uns tausend Dinge gesagt, die es zu beachten galt. Wir haben uns etwas unwohl gefühlt, weil die Wohnung war definitiv nichts für Chaoten wie uns. Um Mitternacht haben wir entschieden, dass wir noch was erleben wollen. Also haben wir angefangen, zu trinken und Acid zu nehmen. Als wir in der Stadt ankamen, hatten fast alle Bars schon zu und wir wurden zunehmend verpeilter, weshalb wir zurück nach Hause sind. Beim Aufschliessen hatte ich vergessen, dass man den Schlüssel nicht nach links drehen darf, weil er sonst stecken bleibt. Wir waren so laut, dass eine Nachbarin von oben runterkam. Unser Host hat uns dann aufgemacht und war schon super genervt, weil er am nächsten Tag früh raus musste. Ich bin dann aufs Klo und habe beim Spülen auch noch die Kette abgerissen. Ich habe wirklich versucht, alles leise zu machen, aber es ist total schiefgelaufen. Der Gastgeber ist ausgerastet und hat uns angeschrien, wie scheisse wir seien. Wir hatten totale Paranoia und haben uns danach nicht mehr aus dem Zimmer getraut – auch nicht zum Pinkeln. Wir hatten allerdings noch vom Campen einen Topf dabei und unsere Kiste mit Lebensmitteln. Also haben wir uns entschieden, in den Topf zu pissen. Aus irgendeinem Grund waren wir uns sicher, dass wir dieses Zimmer nie wieder verlassen konnten und haben angefangen, ungekochte Nudeln zu essen, um uns am Leben zu halten. Den Topf mit Pipi haben wir am Ende über den Zimmerblumen ausgeleert. Wir haben danach auf jeden Fall die schlechteste Bewertung unseres Lebens bei Airbnb bekommen. Der Host meinte wir wären totale Freaks.

Kerstin, 28

Kerstin, bevor sie super drauf war

Ich war mit meinem Freund in Indonesien, auf der Insel Gili Air. Da haben wir ein Elektro-Festival besucht. Gras hatten wir genug, aber irgendwann bekamen wir Lust auf ein bisschen Chemie. Also haben wir uns auf die Suche gemacht. Wie aus dem Nichts stand plötzlich eine einheimische Frau vor uns und fragte, ob sie uns weiterhelfen könne. In unserer Gier haben wir natürlich "Ja" gesagt und für einen viel zu hohen Kurs ein paar Teile gekauft. Die haben wir eingeschmissen und auf den Spass gewartet. Der kam leider nicht. Also haben wir mit Pilzen nachgelegt. Die haben dann so richtig angezogen. Sechs Stunden lang standen wir im Meer, planschten, tauchten und hielten uns für Wellen. Am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass wir keine Teile gekauft hatten – sondern eine Wurmkur.

Egon, 31

Ich bin in einer französischen Provinzhauptstadt in das Nationalmuseum eingebrochen. Das war nicht ganz Absicht: An dem Museum stand ein Gerüst, und ich wollte mit einem Kumpel eigentlich nur auf das Dach steigen. Oben haben wir dann aber eine Luke gefunden, durch die wir in den Speicher geraten sind. Dort sind wir ein bisschen herumgelaufen, als ich plötzlich zwischen die Balken getreten und mit dem Fuss durch die offenbar sehr dünne Decke gebrochen bin. Mein Freund konnte mich gerade noch halten, aber durch das metergrosse Loch, durch das mein Fuss baumelte, konnte ich im hell erleuchteten Saal darunter ein riesiges Gemälde von Rubens erkennen. Trotzdem ist kein Alarm losgegangen, also sind wir so schnell wir konnten aus dem Speicher raus, das Gerüst runter und in der Nacht verschwunden. Pardon!

Ani, 22

Ani am Strand in Griechenland

Ich war mit Freunden in Griechenland und wir waren Wildcampen. Wir haben uns nur im Meer gewaschen, was auf Dauer eher mässig geil war. Also haben wir Mädels uns zu einem Campingplatz in der Nähe geschlichen. In den Duschen wurden wir vor Freude etwas lauter. Plötzlich kamen zwei Männer in den Duschraum und sind komplett ausgeflippt. Die haben gegen jede Tür gehämmert und wir standen nackig und eingeseift dahinter. Als die Typen endlich gegangen waren, haben wir uns schnell angezogen und sind abgehauen. Am Ausgang stand jedoch der Besitzer mit einem Gewehr in der Hand und hat uns angeschrien. Wir mussten dann jede 20 Euro zahlen, bevor wir gehen durften. Wir waren danach sehr traumatisiert.

Thomas, 28

Wir sind für einen Junggesellenabschied nach Prag gefahren. Ich kannte vorher nur den Bräutigam. Seine Freunde hatten so viele Drogen dabei, dass wir damit einen Bus voller Menschen hätten betäuben können. Wir haben drei Tage durchgefeiert, kurz bevor wir sonntags in den Flieger zurück gestiegen sind, haben wir uns noch den letzten Rest eingeworfen. Es ist wirklich ein Wunder, dass wir am Flughafen nicht rausgezogen wurden. Am Montag musste ich arbeiten. Ich kam schweissüberströmt auf der Arbeit an und hatte schreckliche Ohrenschmerzen. Mein Chef hat mich daraufhin nach Hause geschickt und ich bin zum Arzt gegangen. Der meinte zu mir, ich hätte Polypen wie ein Dreijähriger und hat mich eine Woche krank geschrieben.


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Tim, 31

Ich war mit einem guten Freund in Laos. Er hat versehentlich Opium geraucht. Leider hatte ich vorher, natürlich auch versehentlich, einen halben Liter laotischen Reiswhisky getrunken, weshalb ich komplett unfähig war, ihm zu helfen. Ich konnte nur drei Stunden dabei zusehen, wie er leichenblass und mit Angstzuständen die Matratze nassgeschwitzt und den Deckenventilator angestarrt hat.

Lukas, 29

Das ist irgendwo auf Mallorca, vielleicht aber auch in Barcelona – ganz genau wisse er das nicht mehr, sagt Lukas

Ich hatte auf Mallorca eine Affäre mit einer slowenischen Animateurin. Wir haben die ganze Woche nicht verhütet, ich dachte aber, sie würde die Pille nehmen. Ich bin dann zurückgeflogen. Nach drei Monaten flatterte ein Brief bei meinem Kumpel ins Haus. Sie hatte seine Adresse über das Hotel ausfindig gemacht, weil wir über ihn gebucht hatten. In dem Brief stand, dass sie eventuell schwanger sei und wissen wolle, ob sie auf mich zählen könne, falls ja. Ich solle mich mal bei ihr melden. Mein Kumpel hat ihr dann zurückgeschrieben, dass er mich im Urlaub kennengelernt und keine Kontaktdaten von mir habe. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass sie nur so getan hat – zu 100 Prozent werde ich das aber wohl nie erfahren.

Laura, 26

Mein Freund und ich haben mal versucht, ohne Visum nach Russland einzureisen. Das war so ein bescheuerter Spontantrip. Am Flughafen wurden wir dann wie Schwerverbrecher behandelt und mussten eine Nacht auf einer Couch im Terminal verbringen, die wir mit Gratiszeitungen ausgelegt haben, auf deren Titel ein Bild von Putin war. Die haben uns sogar einen Aufpasser an die Seite gestellt. Wir hatten total Hunger und der einzige Laden, der auf hatte, gehörte einer russischen Omi, die nur kleine Flaschen Wodka verkauft und russische Soaps auf ihrem Mini-Fernseher geschaut hat. Also haben wir Wodka gekauft. Wir mussten am Ende eine fette Strafe zahlen und am nächsten Morgen den ersten Flieger nach Amsterdam nehmen.

Lina, 30

Wir waren auf Mallorca. Ich hatte eine totale Scheisslaune. Ein Kumpel meinte dann, das würde daran liegen, dass ich in der Mitte des Urlaubs noch niemanden gevögelt hatte. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen. Also haben meine Freundin und ich uns Eimer gekauft, und uns übelst die Kante mit Sangria gegeben. Ich hatte ein "I love my Penis"-Cap auf, als plötzlich so ein komischer Promoter mit einem aufblasbaren Gummipferd vorbeikam. Wir sind dann mit ihm und seinem Freund zu den Klippen spaziert und hatten Sex im Sand. Dabei habe ich mir eine miese Geschlechtskrankheit eingefangen. Abends hatte ich dann noch mit einem anderen Typen Sex.

In Zusammenarbeit mit Philipp Luther

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Dieser Artikel erschien ursprünglich auf VICE DE.

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