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Der ultimative VICE-Guide zum Züri-Fäscht

Wie du das Volksfest überlebst und wie du ihm entkommst.

von VICE Staff
01 Juli 2016, 9:00am

Foto von zuerifaescht.ch

Wenn du die Entscheidung getroffen hast, das Wochenende am Züri-Fäscht zu verbringen, hast du deine Agoraphobie bereits abgelegt oder weisst, dass sie in Kombination mit genügend alkoholhaltiger Flüssigkeit nicht ausser Kontrolle geraten wird. Denn am Züri-Fäscht wird es voll, feuchtfröhlich und je nachdem auch ein bisschen frevelhaft. Die romantischen Vorstellungen, mit deinen Freunden durchs sonnige Zürich zu spazieren und an hippen Orten zu elektronischen Klängen an deinem Vodka-Mate zu schlürfen, solltest du jetzt ablegen. So wird es nämlich nicht.

Trotzdem gibt es auch am Züri-Fäscht eine Möglichkeit, die grosse Mainstream-Masse zu umschiffen und ein ganz akzeptables Wochenende zu verbringen. Hierfür legen wir dir unseren ultimativen VICE-Guide ans Herz, den du unbedingt beachten solltest, wenn das Drachenbootrennen bei der Rudolf-Brun-Brücke nicht zum grössten Highlight deines Züri-Fäscht-Ausflugs werden soll.

Benehmen

Wie du nicht auf die Fresse kriegst

Es gibt die von Radio 200k (eine lokale Rapgruppe) geprägte Zeile: "Züri-Fäscht, Züri-Fäscht, es git es paar ad Schnurre am Züri-Fäscht." Die Zeile kommt nicht von ungefähr. Früher, an der Chilbi im Dorf, waren Schlägereien beim Autoscooter ein fixer Programmteil. Das Züri-Fäscht ist die Mutter aller Chilbis. Wohl mitunter deshalb findet es auch nur alle drei Jahre statt.

Die Jahre zwischen Züri-Fäscht und Züri-Fäscht verbringen die Schweizer damit, ihren Kantönligeist zu kultivieren. Diese verschiedenen Mentalitäten prallen dann am Züri-Fäscht angetrieben von Alkohol aufeinander. Du kannst am Züri-Fäscht alle fünf Meter in eine Schlägerei geraten, wenn du es drauf anlegst. Daher bleibt unser Tipp herzlich simpel: Leg es nicht darauf an. Versuch, drohende Eskalationen mit einem Lächeln abzutun und auch wenn dir deine Umwelt gerade eine entgegengesetzte Nachricht vermittelt: Glaube intensiv an das Gute oder zumindest Unbeholfene im Menschen.

Foto von zuerifaescht.ch

Alle anderen sind genau wie du auch in einer besoffenen Masse gelandet—habe Mitgefühl mit Arschlöchern, so schwierig das auch tönen mag. So weichst du grundsätzlich Schlägereien aus, nicht nur am Züri-Fäscht, auch im echten Leben. Allerdings handelt es sich immer noch um einen Grossanlass, an welchem schwächere Einzelpersonen, insbesondere Frauen, bedrängt, belästigt oder verprügelt werden können. Solltest du eine solche Szene mitbekommen, solltest du helfen, auch wenn das unter Umständen ein Risiko für deine eigene Sicherheit darstellt.

Wie man Frauen nicht wie ein Jungkitz auf der Jagd behandelt

Falls du ein Mann bist, haben wir hier ein paar ganz wichtige Tipps, die deine persönliche Entwicklung und im Endeffekt deinen Erfolg beim anderen Geschlecht betreffen. An Grossanlässen aber auch in vielen Clubs oder im Bus kommt es offenbar vor, dass Typen die Situation ausnutzen, um Frauen zu begrapschen oder sonst wie belästigen.

Die herrschende Anonymität scheint dazu zu ermutigen und solches Verhalten erst zu ermöglichen. Unser Tipp ist recht einfach: Sei nicht so ein Typ. Wenn du erfolgreich sein willst bei Frauen, sei respektvoll und freundlich. Es ist ganz einfach. Die Grapscherschiene bringt dir bestimmt nichts weiter als gegrapscht zu haben und dir dann "anger-drunk" unter Tränen allein daheim einen runterzuholen, während dein Mitbewohner und seine Freundin frühstücken.

Züri-Fäscht als Frau

Besoffen auf "Frauen-Jagd" zu gehen, gehört bei gewissen Männern leider zum Abendprogramm wie der Harndrang zum Bier. Wie geht man als Frau aber richtig damit um, dass ein "Nein" oft nicht gegen den ungewollten Po-Grapscher hilft? Die Stimmung am Züri-Fäscht ist aufgeladen, was es nicht vereinfacht, das Aggressionspotential seines Gegenübers einzuschätzen. Trotzdem gilt: Sag laut und bestimmt, wann du in Ruhe gelassen werden willst und bitte auch fremde Menschen direkt um Hilfe. Wende dich jederzeit an Security-Mitarbeiter oder die Polizei.

Vertraue deinem Bauchgefühl. Wenn du dich in einer Situation nicht mehr wohlfühlst, bist du niemandem ausser dir selbst etwas schuldig. Du darfst deiner neuen Bekanntschaft getrost ihren Wunsch nach "es bizli umemache" oder dem zweisamen Drink bei ihm zu Hause abschlagen.

Die Züri-Fäscht-App sei dir ans Herz gelegt. Hier findest du alle Notfallnummern, Verhaltenstipps bei sexueller Belästigung sowie ein Plan der Festareale mit Informationen über die Besucherdichte, so dass Menschen mit Platzangst einen Bogen um diese Plätze machen können.

Allgemeine Regeln für den Zürcher Umgang untereinander

Wenn du als Zürcher durchgehen willst, wahre Abstand. Wir sind in Wirklichkeit nämlich nicht arrogant, wir mögen nur unsere Privatsphäre. Ganz einfach. Sei freundlich und unverklemmt gegenüber allen, auch Barkeepern und Securitys und insbesondere anderen Festgästen.

Anreise und Begleitung

Das Züri-Fäscht ist kein geeigneter Ort für dein Klassentreffen oder den Junggesellenabschied des besten Freundes. Wenn du zu den Unglücklichen gehörst, die am Zürcher Hauptbahnhof ankommen, dann sei dir gesagt: Je weniger Freunde du im Schlepptau hast, desto weniger besteht die Chance, dass du einen davon verlierst und deine gesamte Gruppe das Fäscht damit verbringt, den Verlorengegangenen noch in der Bahnhofshalle zu suchen. Je weniger betrunken deine Freunde sind, desto eher schafft ihr es gemeinsam bis in die Innenstadt.

Alternativ kannst du auch den Zug bis zum Bahnhof Stadelhofen oder, noch besser, bis zum Bahnhof Enge nehmen. Auch hier wird es rappelvoll sein, aber der Fussweg bis zum Seebecken, wo die Halli-Galli-Musik spielt und überteuerte Mojitos angeboten werden, ist verhältnismässig kürzer.

Auf keinen Fall solltest du auf die glorreiche Idee kommen, ein Date am Züri-Fäscht durchzuführen. Hierbei gibt es nämlich ein paar Szenarien—und keines davon wird gut enden: 1. Du verlierst dein Date. 2. Dein Date erreicht einen anderen Alkoholpegel als du. 3. Dein Date hat eine andere Meinung zu den Zürchern als du. In allen drei Fällen wirst du streiten. Lass das sein, schnapp dir wenige, gute Freunde und versuch, entspannt zu bleiben.

Wenn du aber dein Rudel verlierst oder dein Date dich dumpt, kannst du das Risiko eingehen, dich einer neuen Spezies Mensch an die Fersen zu hängen. Meiden solltest du sonnenverbrannte Touristen und kahlrasierte Gruppen junger Männer mit Tattoo-Motiven, bei denen du nicht sicher bist, ob der deutsche Verfassungsschutz etwas zu beanstanden hätte. Bei Familien mit Kindern können Mutige ihr Glück versuchen. Man sollte aber Verständnis dafür zeigen, wenn die Mutter den aufrichtig spielerisch gemeinten Kontaktversuch missversteht und einen zum Teufel jagt. Unproblematisch sind Menschen mit einer offensichtlichen aber angenehmen Dosis MDMA. Mit ihnen wirst du Spass haben. Womit wir zum Safer Use kommen.

Drogen und Alkohol

Was die Streetparade für die Gelegenheitsdrogenkonsumenten der Schweiz ist, ist das Züri-Fäscht für Alkoholkonsumenten. Obwohl man hier ein gefährliche und falsche Unterscheidung zwischen Drogen und Alkohol impliziert, die eigentlich nicht stimmt: Es mag dich überraschen, aber Alkohol ist auch eine Droge. Das merkst du spätestens dann, wenn ein alte Dame deinen regungslosen Körper mit einem Besenstiel anstupst, weil du die Ausfahrt blockierst. Spätestens nachdem du dich dann aus deiner eigenen Kotze erhoben hast, wirst du dir wünschen, vernünftiger mit dem Züri-Fäscht und dem Dämon Alkohol umgegangen zu sein.

Wasser ist Leben

Wichtiger als dein eigener Alkoholvorrat ist daher deine eigene Flasche Wasser. Du trinkst nie so viel, wie du gerne würdest oder solltest. Nicht im Büro, nicht beim Sport, nicht während deiner normalen Ausgangsnacht.

Am Züri-Fäscht wird ein ansonsten edler aber schlichter Vorsatz, über den du immer wieder grosszügig hinwegschaust, zur bitteren Überlebensnotwendigkeit. Du trinkst nämlich nicht etwa fixe sechs bis sieben Stunden lang Alkohol, sondern eine vermutlich unbezifferbare Zeit: Es kann zum Beispiel sein, dass du um zwei Uhr ans Fest gehst und um fünf Uhr wieder daheim bist. Die Frage ist, an welchem Tag um fünf Uhr—du verstehst.

Jedenfalls solltest du genügend Wasser, Zigaretten und Kaugummis in einem sehr leichten Rucksack verstauen, der dir nicht allzu viel bedeutet. Du solltest dich ausreichend mit Mitgebrachtem eindecken, um nur im absoluten Notfall etwas von den diversen Verkaufsständen zu benötigen. Nebst der Tatsache, dass dort alles massiv überteuert ist, ist ein Gang zu einem Verkaufsstandort auch ein Zeitpunkt, an dem du garantiert deine Gruppe verlierst, in eine Schlägerei gerätst, dein Handy zertrümmerst, angekotzt wirst oder der eine übermotivierte Cop auf 10.000 Besucher gerade deinen Joint aus der Menge herausriecht und dich kurzerhand auseinandernimmt. Solche Dinge passieren am Züri-Fäscht vor allem jenen, die alleine unterwegs sind.

Alkohol

In einer solchen Ausnahmesituation ist ein wenig hochprozentiger Alkohol zum Desinfizieren allfälliger Fleischwunden oder zum Flambieren von Zuckerwerk selbstverständlich eine gute Idee. Abgesehen von speziellen Gelegenheiten ist Bier aber das Getränk der Stunde. Es ist erfrischend und macht dich zwar stetig betrunkener, aber erst sehr spät allzu betrunken. Dein Körper kennt Bier und baut es mit vertrauter Rate ab. Jeder Zentiliter Bier hat ziemlich genau gleich viel Alkoholprozente wie der nächste und der letzte. Unterschiedliche Weine variieren um bis zu fünf Prozent, deine Drinks sind mit Zucker versetzt und der Alkoholgehalt ist bestenfalls vom Augenmass bestimmt, Drinks können also jederzeit mit nahezu beliebiger Geschwindigkeit und Intensität reinhauen. Das willst du am Züri-Fäscht aber nicht.

Foto von Flickr | benchfrooser | CC BY 2.0

Am Züri-Fäscht willst du wohl blau sein, klar. Aber du willst nicht so schnell wie möglich blau sein. Du tanzt auf dem Hochseil zwischen betrunken genug, dass dich die Situation mehr amüsiert, als sie dich ankotzt und "keine Gefahr für dich und andere" darzustellen. Bier dürfte darum deine Waffe der Wahl sein.

Du packst in deinen Rucksack also genau so viel Bier, wie du trinken kannst, bevor es allzu warm wird. Zudem achtest du darauf, dass sich deine Tragelast proportional zu deiner Tragelust verringert. Je betrunkener du wirst und je wärmer dein Bier wird, umso weniger hast du Lust, es zu tragen. Also musst du dein Bier möglichst getrunken haben, bevor dir die letzten paar Hülsen zu warm und zu schwer werden und du eben doch einen Stand aufsuchen musst. Kurzum darf dein Bier erst dann warm werden, wenn es dich schon betrunken gemacht hat.

Aus dieser Erkenntnis ergibt sich eigentlich dein vollständiger Marschplan: Dein Biervorrat muss so lange kühl und vorhanden bleiben, wie du brauchst, um vom Eingang des Festareals an einen Ort zu gelangen, der so weit weg vom Getümmel ist, dass du eine Bar benutzen kannst. Deine optimale Züri-Fäscht-Tipsyness liegt vermutlich irgendwo zwischen 0.8 und 1.6 Promille. Wieviel Bier du zum Erreichen dieser Werte brauchst, kannst du hier ausrechnen. Dein persönliches Kung Fu besteht dann darin, diesen idealen Wert mindestens so lange zu halten, wie du den Menschenmassen ausgeliefert bist und während dieser Zeit auf gekühltes, eigenes Bier zurückgreifen zu können.

Drogen

Wenn du in deinem Leben bereits psychedelische Drogen (insbesondere Pilze und LSD) genommen hast, weisst du, wie wichtig das Setting ist: am besten in der Natur und mit Menschen zusammen, die dir viel bedeuten und in deren Umgebung du dich wohlfühlst. Mit einer solchen Situation kannst du am Züri-Fäscht nicht rechnen. Aber klar, das Züri-Fäscht ist voller bunter Lichter und lustiger Figuren und jemand, der oder die LSD nur aus dem Fernsehen kennt, könnte denken: "Hey, dort ist es sicher lustig zu trippen."

Diese Einschätzung kann zutreffen, wenn du einen "Candy-Flip" intus und/oder einfach Glück hast. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass dir die schiere Menge an Menschen und die komplett mit schriller Musik und bunten Lichtern überladene Umgebung voll auf die zentralen Nervensysteme drücken und du eher sowas wie einen Horrortrip fährst, als eine angenehme Erfahrung zwischen dieser und allen anderen Welten zu machen.

Von Engelstrompeten, Tollkirschen, Meskalin oder Pilzen ist wohl aus demselben Grund abzuraten wie von LSD, nur noch entschiedener. Codein würde wohl deinen gesamten Bierplan über den Haufen werfen. Amphetamine (dazu gehören auch Sachen wie Ritalin oder Aderall oder Modafinil) machen dich wacher und schneller. Beides sind grundsätzlich Eigenschaften, die an der dauernden Grenze zur Massenpanik (also: normaler Volksfeststimmung) eigentlich nicht nur schlecht sind. Aber Amphetamine sind nicht besonders amüsante Drogen und machen dich im schlechtesten Fall eher zu aufmerksam für all die Absurdität, die um dich herum gerade abgeht.

Foto von Flickr | Tony Webster | CC BY 2.0

Wie dem auch sei, ist das Ziel, das Züri-Fäscht ohne grosse nervliche Belastung zu überstehen. Also willst du von den anderen wenig Stress mitbekommen aber auch nicht der überdrehte Depp sein, der oben ohne, einen Schlachtruf schmetternd in eine Gruppe FC St. Gallen-Fans reindonnert. Für Kokain gilt natürlich dasselbe. Kratom macht dich einfach zu sphärisch für eine so bodenständige Veranstaltung und Ketamin lässt dich wohl umfallen, was ungefähr das Letzte sein dürfte, was du am Züri-Fäscht erleben willst.

So langweilig das jetzt klingen mag, dürfte der Zürcher Standard—also eine von genügend Wasser (oder Schmerzmitteln) begleitete Bier- und Gras-Scheibe—ein relativ sicheres Programm sein. Erfahrungsberichten zufolge ist eine eher klein gehaltene Dosis MDMA ebenfalls begleitet von genügend Wasser, auch nicht verkehrt. Also zumindest so lange, wie du dich im Volksfest-Trubel befindest. Danach bist du eigentlich nicht mehr am Züri-Fäscht per se, sondern an einer Open-Air-Party.

Was sich von selbst verstehen sollte: Wenn du Drogen nehmen willst, bring sie selber mit, lass sie testen oder beziehe sie von jemandem, dem du vertraust.

Partys

Nachdem du dich durch die Menge gekämpft hast, hast du eine gute Party verdient. Wir haben dir ein paar ausgesucht, die deinen Frust vielleicht zu relativieren vermögen. Grundsätzlich kann gesagt werden: Es gibt sehr viele Open-Air-Partys und die meisten haben ein unglaubliches Line-Up aufgestellt. Während dem Züri-Fäscht kannst du ohne weiteres einen Lützenkirchen durchziehen, ohne ein einziges mal ein Gebäude zu betreten.

Foto von Tony Bolli

Freitag

Wenn du direkt vom Bellevue kommst und eine kurze Verschnaufpause von all dem Trubel brauchst, empfehlen wir dir die Budä am See. Aber eben das ist etwas nah am Bellevue, was ein Risiko sein kann, weil das Bellevue das "Heart of Darkness" des Züri-Fäschts ist. Wenn du auf Unfug & Liebe stehst und ebenfalls in Zentrumsnähe was suchst, wirst du ab 17:00 Uhr an der Schipfe fündig werden.

Eine generelle Regel am Züri-Fäscht (und übrigens auch im Leben) ist aber ohnehin: Du darfst dich nie zu sehr in eine Party verlieben, um nicht zu merken, wenn sie scheisse geworden ist. Zum Glück stösst du gleich um die Ecke auf Naturklänge mit dreitägigem Riesen-Line-Up.

Eine solide Party etwas mehr abseits des Dschungels erwartet dich am Quai 61. Das Plaza und das Mascotte peitschen ihre besten Partylabels im Zweistundentakt über eine Tanzfläche direkt am See. Für diesen Anlass werden seit Wochen Bändchen verteilt, also ist das eine der wenigen öffentlichen Open-Air-Partys für die effektiv Selektion gemacht wird. Und Selektion ist an diesem Tag wie Wasser: Noch viel wichtiger als sonst. So ein Bändchen bekommst du bestimmt noch irgendwoher.

Ebenfalls richtig geil, nahe am Kern des Züri-Fäschts und doch weit genug weg, dass dir der ganze Rest am Arsch vorbeigehen kann, ist der Party-Transformer von Lexy, Vagabundo und Zukunft. Freitag ist das eine der wenigen soliden Adressen für Rap, die folgenden Tage werden von der Zukunft und dem Lexy gehostet. In anderen Worten: Mit einem Besuch kannst du nichts falsch machen.

Die bis hierhin erwähnten Partys laufen auch die nächsten Tage weiter. Wir würden ja auf die einzelnen Headliner (die teilweise ausnehmend geil sind) eingehen aber: Es ist Züri-Fäscht. Wenn du irgendeinen Termin einhalten kannst, bist du wohl ein Geheimagent der britischen Regierung oder hast einen Raketenrucksack.

Samstag

Am Züri-Fäscht gilt, wie an jedem anderen Grossanlass: Je weiter abseits der Trampelpfade umso besser. Die netten Herren der abseitigen Organisation veranstalten eine Secret-Rooftop-Tsüri-Fäscht-Party. Um eine Einladung und die Adresse zu bekommen, solltest du dich hier als Freund melden und nachfragen. Ausser es regnet, dann hast du sowieso Glück und das Ganze findet in der Ambossrampe statt.

Sonntag

Sonntags solltest du den beiden Tiertrainern die Ehre zum zehnjährigen Jubiläum erweisen. Dem Anlass entsprechend feiern die beiden Helden von Animal Trainer ihren Geburtstag mit einem Open Air.

Wenn du irgendwann allerdings an der Afterhour im Stairs gelandet bist, ist es vermutlich Zeit, nach Hause zu gehen.

Feuerwerk

Das Feuerwerk ist nicht mehr vom Züri-Fäscht wegzudenken. Wer sich den Spass nicht entgehen lassen möchte, dabei zuzuschauen, wie im Himmel über dem See Unmengen Geld verballert werden, der sollte dies auch stilvoll tun. Und stilvoll heisst eben nicht, dass einem der Ellenbogen des Nachbarn im Rhythmus der Musik in die Seite gestochen wird. Die wirklich gute Orte, das Feuerwerk anzuschauen, sind privat und das Herzstück jeder Zürcher Stadtwohnung: die Dachterrassen.

Foto von zuerifaescht.ch

Von denen gibt es in der Stadt gar nicht so wenige und man sollte es sich zur Challenge machen, eine zu erklimmen. Manchmal hilft es, nett zu klingeln und den Besitzer zu fragen. Ansonsten solltest du Ausschau nach Rooftop-Partys halten, die es während des Züri-Fäschts zur Genüge gibt. Dann einfach durchs Treppenhaus raufsteigen, so tun, als ob du eingeladen seist, und hoffen, dass du nicht vor dem Feuerwerk rausgeschmissen wirst. Es ist zum Glück für dein Unterfangen sowieso dunkel. Vermeide einfach einen zu exotischen Akzent, wenn du ausserhalb des Kantons beheimatet sein solltest.

ABKÜHLUNG

Da man für diesen Samstag wettertechnisch nicht allzu optimistisch sein sollte, empfiehlt es sich, am Freitag den Sprung ins kalte Nass zu tätigen. Das Seebecken eignet sich hierfür nicht optimal, da die Zugänge von Menschenmassen oder Wurstständen blockiert sein dürften. Auch bei der Rentenanstalt hast du dieses Jahr nicht so viel Glück, da das Ufer von Baustellenzäunen zugestellt ist.

Schwimmen gehst du also besser in der Limmat. Frauen, die nur mit Freundinnen unterwegs sind, gehen in die Frauenbadi. Bis 18:00 Uhr kannst du von den hölzernen Stegen aus die Sonne, das kalte Wasser und auch den Blick auf die Quaibrücke geniessen.

Wer sich geschlechtlich nicht den Frauen zuordnen mag, muss etwas weiter reisen, um einen geeigneten Badeplatz zu finden. Der untere und obere Letten dürfte bei gutem Wetter nur für Fans von Schweiss und Körperlichkeit geeignet sein. Wer es mag, das eigene Handtuch mit drei anderen Menschen zu teilen, ist dort gut aufgehoben.

Essen

Wood Food
Wer das Züri-Fäscht dazu nutzen möchte, ganz gediegen zu speisen, hat die einmalige Möglichkeit, am Freitag- oder Samstagabend im Wood Food zu reservieren. Das Pop-up-Restaurant dürfte die kleine Oase sein, die so rein gar nichts mit dem Volksfest zu tun hat und trotzdem zentral gelegen ist. Serviert wird ein Menu voller holziger Überraschungen, die jeweils am Tisch geteilt werden. Man hat also gleich die Gelegenheit, mit anderen Züri-Fäscht-Abtrünnigen Freundschaft zu schliessen. Gekocht wird auf dem Holzkohlegrill mit regionalen Produkten. Wer nicht reserviert, ist selber schuld.

Streetfooddays
Auf der Chinawiese finden während des ganzen Festes die Streetfooddays statt. Der ideale Ort für Menschen, die gerne im Getümmel bleiben und Freunde mit unterschiedlichen Food-Vorlieben haben. Dort wird übrigens auch das EM-Viertelfinale auf Grossleinwand übertragen.

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Titelfoto von zuerifaescht.ch