Anzeige
Tech by VICE

PayPal trennt sich von Pornhub ­– und tausende Darsteller bleiben auf der Strecke

Deutsche traf es kurzzeitig besonders hart.

von Samantha Cole
18 November 2019, 2:16pm

Foto: Getty Images

Die meisten Nutzerinnen und Nutzer sehen in Pornhub vor allem eine endlose Quelle kostenlosen Inspirationsmaterials. Aber die gigantische Porno-Streamingseite kann mehr. Sie erlaubt Userinnen und Usern, eigene Videos hochzuladen, zu verkaufen und anderweitig damit Geld zu verdienen. PayPal werden sie dafür allerdings nicht länger nutzen können.

"Wir sind alle niedergeschlagen wegen PayPals Entscheidung, Auszahlungen an über hunderttausend Models zu stoppen – Geld, auf das sie angewiesen sind", schreibt das Unternehmen auf seinem Blog und stellt Alternativen zu PayPal vor. Models in Deutschland traf es kurzzeitig besonders hart. Hier waren als Bezahldienste nur Paxum und Verge, sowie klassische Schecks wählbar. Inzwischen ist, wie in den allermeisten EU-Ländern, das SEPA-Verfahren auch in Deutschland möglich.


VICE-Video: Der Kampf der Mormonen gegen Pornografie


"Wir entschuldigen uns aufrichtig, falls irgendwelche Verzögerungen entstehen sollten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten rund um die Uhr, um sicherzustellen, dass alle Zahlungen so schnell wie möglich über die neuen Bezahlmethoden abgewickelt werden", hiess es im Statement weiter.

Ein PayPal-Sprecher sagte gegenüber VICE: "Im Zuge einer Überprüfung haben wir festgestellt, dass Pornhub bestimmte geschäftliche Zahlungen mit PayPal getätigt hat, ohne unsere Erlaubnis einzuholen. Wir haben nun etwas unternommen, um diese Transaktionen zu unterbinden."

Ein Pornhub-Sprecher sagte VICE: "Entscheidungen wie die von PayPal und anderen grossen Unternehmen schaden allen Bemühungen, die Diskriminierung und das Stigma von Sexarbeitenden zu beenden. Auch wenn wir auch andere Zahlungsmethoden für unsere Models anbieten, werden wir verstärkt auf sexarbeiterfreundliche Optionen achten. Für die Zukunft ziehen wir auch Optionen mit Kryptowährungen in Erwägung."

PayPal ist einer von vielen Bezahldiensten, die seit Jahren Sexarbeitende diskriminieren. In seinen Nutzungsrichtlinien steht, dass PayPal nicht für "bestimmte sexuell orientierte Materialien oder Dienste" genutzt werden darf. Diese extrem vage Formulierung erlaubt es dem Unternehmen, von seinem Recht Gebrauch zu machen, wann immer es will.

Gerade in den USA haben es Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter schwer, für ihren Beruf eine der grösseren Banken, Apps und Bezahlplattformen zu verwenden. Die Liste der Finanzdienstleister ist lang, die in ihren Nutzungsbedingungen sexuelle Dienste verbieten.

Folge VICE auf Facebook, Instagram und Snapchat.

This article originally appeared on VICE US.

Tagged:
Porno
PayPal
diskriminierung
Sexarbeit