Rolf Neeser

Fotos aus einem Berner Altersheim für Junkies

Der Zürcher Platzspitz galt in den 90er-Jahren als Mekka für Heroinjunkies. Nun erreichen die ersten Junkies von damals das Rentenalter. In einem Alters- und Pflegeheim im Berner Oberland haben 14 Überlebende aus dieser Zeit ein Zuhause gefunden...

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Okt. 1 2016, 5:00am

Rolf Neeser

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Der Platzspitz und der Letten waren in den 90er-Jahren Schauplätze einer riesigen offenen Drogenszene. Zürich, schon 1991 die reichste Stadt der Welt, galt als ein Mekka für Heroinjunkies, gegen das die Regierung lange machtlos war.

Erst im Februar 1995 schaffte man die finale Räumung dieser Drogenhölle. Dies gelang nur dank gleichzeitiger und längerfristiger ärztlicher Methadon- und Heroinabgabe an die Süchtigen.

Die Schliessung der offenen Drogenszene am Letten legte den Grundstein für Zürichs liberale Drogenpolitik. Sie verzichtet bewusst auf die Doktrin der suchtfreien Gesellschaft und wird bis heute erfolgreich angewandt.

Die überlebenden Drogenabhängigen des Needle Parks erreichen nun das Rentenalter. Im Alters- und Pflegeheim Solina Spiez im Berner Oberland haben 14 von ihnen ein Plätzchen gefunden, wo sie etwas Gesellschaft und dreimal täglich eine Mahlzeit bekommen. Hier dürfen sie in kontrolliertem Rahmen rauchen, trinken, kiffen, drücken und vor allem in Ruhe leben, bis ihre Tage gezählt sind.

Der preisgekrönte Bieler Fotograf Rolf Neeser hat einige von ihnen in ihrem Alltag porträtiert. Er zeigt ihre Umgebung und ihre persönlichen Gegenstände in ruhigen und ausdrucksstarken Fotos. Es sind berührende und aufwühlende Bilder von Menschen, die ohne Rücksicht auf Verluste gelebt haben und nun zur Ruhe gekommen sind.

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