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Hangover-News, 04. Januar 2016

Drogen vermisst ein Ortsschild, CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat auf Facebook für fremdenfeindliche Arschlöcher nicht viel übrig und einem Briten drohen fünf Jahre Knast, weil er eine Wurst mit einem Pferdepenis verglich.

von VICE Staff und Paul Garbulski
04 Januar 2016, 7:00am

Im Traunsee wurde eine zerstückelte Leiche gefunden

Foto via: Michael Fruehmann | Photopin | CC

Am Sonntag wurde am Ufer des Traunsees ein Koffer mit einer zerstückelten Leiche gefunden. Zunächst war unklar, ob es sich bei der Leiche um einen Mann oder eine Frau handelte. Die Salzburger Gerichtsmedizin hat nun festgestellt, dass es sich um eine etwa 60-jährige Frau handelt. Wer sie genau ist und wie sie zerstückelt in einem Koffer gelandet ist, möchte Gottfried Mitterlehner, Leiter des Landeskriminalamts (LKA) Oberösterreich, aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht bekanntgeben. Nur, dass das Verbrechen noch nicht lange zurückliegen kann, sagte er. Den aktuellen Erkenntnissen nach zu urteilen, passt die Beschreibung der Frau auf jeden Fall zu niemandem in der Vermisstenkartei.

Drogen vermisst wieder ein Ortsschild

Foto: Imago | Blickwinkel

Kaum war das neue Jahr wenige Stunden alt, schon ist Drogen um ein Ortsschild ärmer geworden. Die Drogis beziehungsweise Drogener kennen das, passiert ihnen nicht zum ersten Mal. Einmal tauchte eins ihrer Schilder in einer Hamburger Diskothek auf. Das aktuelle Schild sei spätestens am Freitag um 13:30 Uhr „fachgerecht" entwendet worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. Zudem wurde ein Ermittlungsverfahren wegen einem „besonders schweren Fall des Diebstahls" eingeleitet.

Der Schaden beläuft sich auf 500 Euro. Wie das Ermittlungsverfahren heißen wird, falls der massive Findling abhanden kommt, der seit 2012 am Ortseingang von Drogen ebenfalls als Schild fungiert, sprengt nahezu jede Vorstellungskraft. Sollten die Diebe bei Drogen auf den Geschmack gekommen sein, sei ihnen geraten nicht die Folgetag-Symptome wie Kotzen, Elend, Aua, Katzenhirn, Pissen, Oberhäslich und Meinkot zu vergessen—auch hiervon sind Ortsschilder zu haben.

Porsche-Besitzer schlägt Polizisten ins Gesicht

Foto via: Kapo TG (Kantonspolizei Thurgau)

Nachdem ein Porsche im Raum Egnach im Schweizer Kanton Thurgau am Sonntagmorgen über diverse Äcker und Wiesen fuhr, meldeten dies mehrere Anwohner der kantonalen Notrufzentrale. Der noch unbekannte Fahrzeuglenker sorgte mit seiner Irrfahrt für einigen Sachschaden— später wurde ein ramponierter Porsche Cayenne verlassen in der Nähe von Egnach aufgefunden.

Am Wohnort des Fahrzeughalters traf die Polizei auf einen psychisch auffälligen 49-Jährigen, der dabei war Gegenstände und Möbel aus dem Fenster zu werfen. „Als der Mann später das Grundstück verliess, ging er ohne Vorwarnung auf einen Polizisten los und schlug diesem die Faust ins Gesicht", erzählt Daniel Metzler, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau. Der Angreifer wurde vor Ort festgenommen und zu einem Arzt gebracht. Bis heute Morgen konnte noch nicht definitiv bestätigt werden, ob es sich beim Autolenker und dem Fahrzeughalter, der den Polizisten angegriffen hat, um dieselbe Person handelt.

„Sie sind ein Arschloch" – CDU-Generalsekretär kontert auf fremdenfeindlichen Facebook-Pöbler

Foto: Imago | Sven Simon

Peter Tauber ist CDU-Generalsekretär. Sozusagen die rechte Hand der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel im alltäglichen Politgeschehen. Ein Medienprofi also. Wie so viele Politiker ist auch er auf Facebook aktiv, nur dass er dort natürliche keine Fotos vom letzten Lloret de Mar-Urlaub uploaded, sondern dieses Medium als eine Plattform für die eigenen politischen Überzeugungen und Interessen nutzt. Kritik und blöde Kommentare wird er gewohnt sein, vor allem auf Facebook. Nun scheint Tauber der Kragen trotzdem geplatzt zu sein. Als zum wiederholten Male derselbe Pöbler gegen muslimische Zuwanderer auf seiner Seite hetzte und ihn nach „Informationen wie lange die Kanzlerin schon unter Geisteskrankheit leidet" fragte, ebenso „wie lange man Merkel noch Politik gegen das deutsche Volk machen" lasse, war die Antwort: „Sie sind ein Arschloch :-)".

Die Reaktionen auf Taubers Reaktion fielen erwartungsgemäß breitgefächert aus: Die einen freuen sich über Politiker, die ihrem Frust auch mal unverstellt freien Lauf lassen, die anderen fragen ,Darf er das? Darf ein Volksvertreter den Steuerzahler beschimpfen?', wiederum andere hätten von einem Spitzenpolitiker mehr Niveau erwartet und einige wenige trauen dieser doch so menschlichen und volksnahen Reaktion nicht, sie trauen dem Medienprofi nicht, zumal dieser sich für seinen Move weiter auf Facebook feiern lässt.

Einem Briten drohen fünf Jahre Gefängnis, weil er in Kirgistan eine Wurst mit einem Pferdepenis verglich

Foto: Imago | Blickwinkel

Sucuk ist ganz was Herrliches. Diese überaus leckere Wurst lässt sich in diversen Schreibweisen, weil in diversen Ländern auf den Küchentischen finden; so auch in Kirgistan. Wie sehr man dort Tschutschuk schätzt, muss gerade ein Brite am eigenen Leib erfahren. Er war in der Republik für ein kanadisches Bergbauunternehmen tätig, doch als er auf Facebook postete, dass seine kirgisischen Kollegen zum Weihnachtsfest für ihre „spezielle Delikatesse, den Pferdepenis" reihenweise Schlange stünden, war der Spaß vorbei. Mehr noch: Vor Ort bei der Kumtor-Goldmine löste er damit einen Bergarbeiterstreik aus. Auch wird ihm Rassismus vorgeworfen. Die ungewöhnlich harte Reaktion hängt vermutlich mit dem jüngsten Streit um besagte Kumtor-Goldmine zusammen. Es streiten der kanadische Arbeitgeber Centerra Gold und die kirgisischen Behörden. Da bietet sich ein Pferdepenis als Druckmittel sehr gut an.

Nach nur einem Tag im Amt wurde in Mexiko eine Bürgermeisterin höchstwahrscheinlich vom Drogenkartell erschossen

Hier ein Drogenfund in Tijuana. Foto: Imago | Xinhua

Es geht um Milliardenerlöse, die der Drogenhandel ermöglicht. Den Reichtum wollen sich die Drogenkartelle in Mexiko nicht nehmen lassen. Nicht untereinander und schon gar nicht von der Regierung. Es herrscht Krieg auf offenen Straßen, seit 2006 haben mindestens 80.000 Menschen dafür mit ihrem Leben bezahlt, am Samstag auch Gisela Mota, die frischgewählte Bürgermeisterin der Stadt Temixco. Keine 24 Stunden nach ihrem Amtseintritt drangen mehrere bewaffnete Männer in ihr Haus ein und erschossen die 33-jährige Kommunalpolitikerin. Zwei der vermeintlichen Täter wurden bei der Aktion von der Polizei getötet, ein Verdächtiger konnte festgenommen werden. In ihrer Antrittsrede sprach Gisela Mota davon, mit aller Härte gegen die Drogenkriminalität vorgehen zu wollen.

Saudi Arabien entfacht mit den neusten 47 Hinrichtungen eine Spirale der Gewalt

Hier noch die friedlichen Proteste zur Rettung eines der Opfer, Al-Nimr. Foto: Imago | ZUMA Press

Er war nicht der Einzige, den Saudi-Arabien am Samstag hinrichten ließ. Insgesamt gaben 47 Menschen ihr Leben, per Erschiessungskommando oder Strick, der Vorwurf seitens der Regierung lautete ,Terrorismus' oder ,Anstiftung zur Gewalt'. Die UN bezweifeln die Grundlage für die Hinrichtung aller 47 Häftlinge. Nimr al-Nimr war nicht das einzige Opfer, wohl aber das bedeutendste. Dem überwiegend sunnitischen Saudi-Arabien war er schon länger ein Dorn im Auge, Al-Nimr predigte für die unterdrückte schiitische Minderheit und gegen die sunnitischen Machthaber.

Für die Schiiten starb er nun als Märtyrer, Irans geistliches Oberhaupt, Ajatollah Ali Chamenei, drohte den Saudis die Rache Gottes zu spüren zu bekommen—der Iran versteht sich als Schutzmacht der Schiiten. Wie die Rache Gottes aussehen könnte, zeigte sich schon wenige Stunden nach den Exekutionen. Etwa in Teheran, wo in der Nacht zum Sonntag Demonstranten die saudi-arabische Botschaft in Brand setzten, und in Bahrain, wo die aufgebrachte Menge auf den Straßen mit Tränengas und Schrotmunition zerschlagen werden musste, und im iranischen Maschhad, wo ein saudi-arabisches Konsulat angegriffen wurde. In Pakistan und Indien wurde friedlich protestiert. Saudi-Arabien dagegen brach infolge der Rache die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab.

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